Color Craze | Familien | ab 8 Jahren | 1-4 Personen | Fløe Mads und Torndahl Kjaer | Kosmos | generationentauglich
Spielaufbau für zwei Spielende!
„Color Craze“ nimmt sich ein Prinzip vor, das viele Menschen vermutlich nur zu gut kennen: Man sitzt eigentlich nur „kurz“ am Handy, lässt ein paar farbige Elemente ploppen – und plötzlich ist eine halbe Stunde vergangen. Genau dieses Spielgefühl wird hier in ein analoges Brettspiel übertragen.
Der Unterschied: Statt auf einen Bildschirm zu tippen, hantiert man hier mit echten bunten Kugeln. Jede Spielerin und jeder Spieler besitzt eine eigene kleine Kugelbahn. Und ja, das macht tatsächlich Spaß – allein schon, weil man die Kugeln wirklich rollen lässt und beobachten kann, wie sie sich zu kleinen Farbformationen zusammenfinden.
Gesteuert wird das Ganze über sogenannte Kugelkarten. Auf ihnen sind bestimmte Farbkombinationen und Anordnungen abgebildet. Entscheidet man sich für eine Karte, nimmt man sich die entsprechenden Kugeln aus dem Vorrat und lässt sie – genau in der auf der Karte angegebenen Reihenfolge – in die eigene Kugelbahn rollen. Schon dieser Moment hat etwas sehr Befriedigendes: Kugeln schnappen, rollen lassen, schauen, was passiert.
Der eigentliche Spaß beginnt, sobald gleichfarbige Gruppen entstehen. Treffen mindestens drei Kugeln derselben Farbe aufeinander, verschwinden sie wieder aus der Bahn – sie „ploppen“ sozusagen. Größere Gruppen sind natürlich noch schöner, denn sie räumen gleich mehrere Kugeln auf einmal ab und schaffen Platz für neue Kombinationen. Wer also clever plant, kann kleine Kettenreaktionen auslösen und seine Kugelbahn wieder ordentlich aufräumen.
Für die entsprechenden Punkte sorgt ein Raster aus Punktekarten, das auf dem Spielplan ausliegt. Schafft man eine passende Formation, darf man sich eine dieser Karten sichern. Danach rutschen die übrigen Karten nach unten und Neue kommen ins Spiel. So verändert sich ständig, welche Punkte gerade erreichbar sind – was für Dynamik sorgt, aber auch für kleine, manchmal auch unschöne Überraschungen.
Genau hier wird die Wertung ein bisschen eigenwillig: Nur weil man eine besonders beeindruckende Kugel-Kombination hinbekommen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass auch eine besonders lukrative Punktekarte bereitliegt. Es kann also durchaus passieren, dass man fünf Kugeln auf einmal „ploppen“ lässt – und dafür am Ende eine eher überschaubare Punktzahl erhält. Das liegt daran, dass die Punktekarten im Raster zufällig verteilt werden und ihre Werte nicht direkt an die Schwierigkeit der Formation gekoppelt sind.
Als kleine Entschädigung gibt es für größere Kombinationen Bonusplättchen. Diese erlauben es zum Beispiel, zusätzliche Kugeln auszuwählen und bieten damit etwas mehr Flexibilität für kommende Züge. Das hilft durchaus – verhindert aber nicht vollständig, dass sich die Wertung manchmal ein wenig zufällig anfühlt.
Neben dem Grundspiel bringt „Color Craze“ noch ein paar zusätzliche Varianten mit. Besonders nett ist der Solo-Modus, der mit zusätzlichen Karten gesteuert wird und das Puzzleprinzip auch allein spielbar macht. Außerdem gibt es zum Grundspiel zusätzlich noch eine fortgeschrittene Variante, die noch etwas mehr taktische Möglichkeiten ins Spiel bringt und das Manko der Punktewertung deutlich ausmerzt.
Karte aussuchen und die entsprechenden Kugeln aus dem Vorrat nehmen und dann einfach mal laufen lassen!
Fazit
Color Craze schafft es tatsächlich, das typische „Noch ein Level!“-Gefühl vieler Handyspiele auf den Spieltisch zu bringen. Die bunten Kugeln, die eigene Kugelbahn und das befriedigende Verschwinden größerer Farbgruppen sorgen für ein überraschend analoges „Plopp-Erlebnis“.
Das Spiel ist schnell erklärt, leicht zugänglich und lebt vor allem von diesen kleinen Erfolgsmomenten, wenn eine gut geplante Kombination gleich mehrere Kugeln auf einmal verschwinden lässt. Einziger kleiner Wermutstropfen ist die Wertung über die Punktekarten, die in der Grundversion manchmal etwas zufällig wirkt und nicht immer die spektakulärste Kugelaktion am besten belohnt.
Wer jedoch Spaß an Puzzle-Mechaniken hat und diese einmal nicht auf dem Bildschirm, sondern mit echten Kugeln erleben möchte, bekommt hier ein unterhaltsames und ungewöhnliches Spielerlebnis – ganz ohne Akku, aber mit mindestens genauso viel „Nur noch eine Runde“
Bewertung / Test + schönes Material, das Digitales in Analoges verwandelt + eindeutige Farbgestaltung + haptisch erlebbares Kugel Ploppen – Punktejagd kann wegen der Punktekarten in der Grundversion etwas glückslastig werden
Spielidee: Mads Fløe & Kåre Torndahl Kjaer Grafik: Fiore GmbH Verlag: Kosmos Anzahl der Spielenden: 1-4 Personen Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren Eigene Altersempfehlung: Ab 8 Jahren Spieldauer: ca. 30 Minuten
Generationentauglichkeit: Ja, gute Farbendarstellung auf den Karten. Die Entnahmen der Kugeln aus der Kugelbahn könnten evtl. etwas frickelig werden.