Auf in den Norden – Zug um Zug – Polarlichter von Days of Wonder (Rezension)

Zug um Zug - Polarlichter | Familien | ab 8 Jahren | 2-5 Personen | Alen R. Moon | Days of Wonder | generationentauglich

Zug um Zug - Polarlichter. Die Box ist wie immer gefüllt mit vielen Waggons, Ziel-, Bonus- und Wagenkarten und natürlich mit dem recht großen Spielplan.
Zug um Zug – Polarlichter. Die Box ist wie immer gefüllt mit vielen Waggons, Ziel-, Bonus- und Wagenkarten und natürlich mit dem recht großen Spielplan.

 

Als eingefleischten Zug um Zug Fan würde ich mich zwar nicht bezeichnen, aber als bekennende Zug um Zug – Liebhaberin! Und deshalb war ich auf die Variante „Zug um Zug Polarlichter“ sehr gespannt. Die nordische Karte mit ihren teils weiten Strecken und zwei namenlosen Knotenpunkten verspricht auf den ersten Blick mal wieder eine ruhigere, fast meditative Spielerfahrung.

Doch schon nach den ersten Partien wird klar: Unter der vertrauten Oberfläche verbirgt sich ein durchaus eigenständiger Ableger mit spannenden Regelkniffen.
Das Herzstück der Neuerungen sind für mich eindeutig die Bonuskarten. Zu Beginn des Spiels werden vier davon offen ausgelegt, und sie beeinflussen das Spielgefühl von Anfang an spürbar. Plötzlich spielt man nicht mehr nur entspannt auf seine Zielkarten hin, sondern behält zusätzliche Bedingungen im Blick: bestimmte Streckenkombinationen, erfüllte Ziele oder besondere Bauerfolge werden am Spielende mit Extrapunkten belohnt. Das sorgt für mehr langfristige Planung – und manchmal auch für schmerzhafte Entscheidungen, wenn man sich zwischen Bonus und sicherer Route entscheiden muss.
Ebenfalls gelungen finde ich den Kartenbonus für die Fährenstrecken im westlichen Teil der Karte. Wer eine solche Route baut, erhält sofort bis zu 3 zusätzliche Wagenkarten vom Nachziehstapel. Das klingt zunächst unspektakulär, beeinflusst den Spielfluss aber deutlich: Das Bauen fühlt sich belohnender an, der Kartenmangel wird etwas abgefedert, und manche Strecken werden allein wegen dieses kleinen Vorteils plötzlich sehr attraktiv.

Einige der Bonuskarten und links eine Fährenstrecke. Für die Route Trondheim - Mo i Rana erhält man nach Fertigstellung sogar 3 Wagenkarten!
Einige der Bonuskarten und links eine Fährenstrecke. Für die Route Trondheim – Mo i Rana erhält man nach Fertigstellung sogar 3 Wagenkarten!


Die eben erwähnten Fährenstrecken sind zwar bereits aus anderen Versionen bekannt, spielen sich hier aber ein wenig anders. Sie erfordern trotzdem – wie gewohnt – den Einsatz von Lokomotiven (Jokern) oder entsprechend doppelt so viele gleichfarbige Wagenkarten.
Eine kleine, aber feine Änderung betrifft die Joker-Regel: Liegen drei Lokomotiven offen aus, wird die Auslage nicht wie in anderen Versionen komplett erneuert. Das macht das Spiel spürbar dynamischer und verhindert, dass der Kartenmarkt ständig „resettet“ wird. Man hat mehr Kontrolle, aber auch mehr Konkurrenz um die begehrten Wagenkarten.

 

Ein kleiner Ausschnitt der Polarlichter-Karte.
Ein kleiner Ausschnitt der Polarlichter-Karte.

 

Fazit
Zug um Zug: Polarlichter ist ein gelungener Ableger, der dem bekannten Spielprinzip durch Bonuskarten und kleine Regeländerungen eine neue strategische Ebene verleiht. In unseren Partien geschah es,  dass die Bonuskarten einen größeren Punkteunterschied zwischen den Mitspielenden möglich machte: für den Punkteschwächsten eine kleine Abreibung. Das kannten wir aus anderen Versionen von Zug um Zug nicht so. Für Fans der Reihe ist Polarlichter definitiv ein Muss – gerade, wenn man Lust auf etwas mehr Planung und Abwechslung hat. Die Qualität des Spielematerials ist wie gewohnt schön und stimmig. 
Wer jedoch bereits mehrere Zug um Zug-Versionen im Regal stehen hat, muss nicht zwingend zugreifen: Das Grundgefühl bleibt vertraut, und die Neuerungen sind evolutionär, nicht revolutionär. Für mich ist Polarlichter daher vor allem eines: eine schöne, stimmungsvolle Ergänzung im Zug um Zug-Universum, die mich ganz leicht zu den Polarlichtern bringt.

Bewertung / Test
+ kleine, neue Regelveränderungen mit Kniff
+ wie gewohnt schönes Material
– durch die Bonuskarten, kann die Endwertung stark differieren

(Eine Rezension von Sandra Waesch)

 

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Zug um Zug - Polarlichter (2025)

Spielidee: Alan R. Moon
Grafik: Cyrille Daujean & Julien Deval
Verlag: Days of Wonder
Anzahl der Spielenden: 2-5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30-60 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja, Kartentexte und Farben sind gut erkennbar. Liegt eine Farbschwäche vor, sind die Karten deutlich durch Symbole gekennzeichnet.
Pädagogisch wertvoll:  Für den geografischen Anteil auf jeden Fall.