Katakomben | Kooperatives Geschicklichkeitsspiel | ab 12 Jahren | 2 bis 5 Spielende | Aron West | Schwerkraft
Unter der Stadt Stormtryne lauert etwas Unheilvolles. Alle können es spüren. Die Katakomben sind zum Leben erwacht. In den Tiefen der Erde lungern abscheuliche Kreaturen. Nun liegt das Schicksal der Stadt in der Hand einer Gruppe von vier mutigen Abenteurer: innen. Nur gemeinsam können sie den bösartigen Plänen der Katakombenlords Einhalt gebieten und Stormtryne vor der Vernichtung retten. Dazu reicht vielleicht schon ein Schnippen mit den Fingern.

Das Spiel
Katakomben ist ein kooperatives Geschicklichkeitsspiel von Aron West und bei Schwerkraft erschienen. Es ist für 2-5 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.
Machen Sie den Tisch frei, stellen Sie die Stühle beiseite – es ist Katakombenzeit! Gleich wird geschnippt, gelacht, geärgert und gefreut, was das Zeug hält. Dabei teilen sich die Spielenden in Gut und Böse auf. Wer auf der Seite des Guten die Katakomben erforschen und bereinigen will, schnappt sich einen der sechs tapferen Charaktere. Zur Wahl stehen Marog das Erforscherskelett, Oleira die Elfin, Xoric der Barbar, Elani die Diebin, Varesh der Zauberer und Grillan der Huhn-Champion. Immer vier bilden das „Team Helden“. Sollten man gar nicht so viele Spielende zu Verfügung stehen, ist das gar kein Problem. Dann teilen sich die Personen die Helden untereinander auf. So kann Katakomben auch locker zu zweit gespielt werden.

Im „Team Katakombenlords“ haben ein Hexenmeister, eine Gorgone, ein Lichlord und ein Drache natürlich gar keine Lust darauf, aus ihren vertrauten Gewölben und Kellern vertrieben zu werden. Die Bosse sind unterschiedlich stark und bieten somit unterschiedliche Schwierigkeitsgrade für die Helden. Ziel der Lords ist es, die übermütigen Helden wieder aus den Katakomben zu vertreiben. Deshalb scharen sie Massen von Monstern um sich, um sie den Eindringlingen entgegenzuschicken. Je tiefer diese in die Katakomben vorankommen, umso heftiger wehren sich die Lords. Sollten die Monster ihre Arbeit nicht ausreichend erledigen und die Heldentruppe frühzeitig ausschalten, kommt es zum großen Showdown im letzten Raum. Optimaler Weise spielt die Person den Lord, welche die Regeln am besten kennt. Denn davon gibt es einige, weil hinter Katakomben ein ausgeklügeltes, aber auch umfangreiches Kampfsystem mit vielen Details steckt.
Wenn die Helden und die Schergen der Lords aufeinander treffen, gibt es Prügel. Um auszuspielen, wer einen solchen Kampf gewinnt, schnippen die Spielenden große und kleine Holzscheiben über einen Spielplan, der von einer weitläufigen Bande umrahmt ist. Ziel ist es mit der eigenen Scheibe die Gegnerscheiben zu treffen. Flutscht eine Scheibe mal vom Spielplan, ist das kein Problem. Die Scheibe wird einfach am Rand wieder eingesetzt.

Gibt es eine Karambolage, hagelt es Schaden, der von Lebenspunkten abgezogen wird. Sind diese bei null, ist das Monster oder die Heldin, bzw. der Held besiegt und wird vom Plan genommen. Werden alle Monster in einem Raum ausgeschaltet, gibt es Gold als Belohnung und die Truppe zieht weiter in den nächsten Raum. Das geht solange, bis sie schließlich dem Lord gegenüber steht. Werden aber alle Charaktere ausgeschaltet, ist der Kampf um die Unterwelt verloren und der Katakombenboss triumphiert. Meistens gibt es dann zur Schmach der Niederlage auch noch ein paar höhnische Sätze mit auf den Weg.
Natürlich sind unsere Held:innen aber keine blutigen Anfänger, sondern ziehen mit besonderen Fähigkeiten und eigenen Regeln ins Getümmel. Während die Elfin aus der Entfernung ihre Pfeile verschießt und sich so geschickt in der Defensive halten kann, stürmt der Barbar direkt rein ins Gemenge. Er hat mehr Lebenspunkte und wirbelt bedrohlich mit seiner Axt. Und unser Hühnerheld kann mit seiner Fähigkeit Federn der Raserei die Pläne des Lords massiv durcheinander wirbeln. Selbstverständlich haben auch die anderen drei Klassen ihre besondere Spezialität.

Damit immer eindeutig klar ist, wer wie viele Leben hat und wer mit welchen Fertigkeiten oder Sprüchen ins Abenteuer zieht, haben alle ein Spieltableau und ein Set aus Karten. Darauf können alle wichtigen Infos abgelesen und die Lebenspunktleiste geführt werden. Außerdem ist dort auch noch Platz für eingesammelte Schätze, magische Gegenstände und Giftkarten. Je erfolgreicher die Heldentruppe ist, desto mehr Gold und Platin häuft sich an. Harte Münzen können beim Händler in neue Ausrüstung investiert werden. Ein bisschen Geld sollte sich die Truppe aber auch für die Heilerin aufsparen. Sie kann verlorene Lebenspunkte wieder herstellen, Gifte unschädlich machen oder sogar tote Helden wiederbeleben.

Sicher haben Sie sich schon gefragt, ob Katakomben nicht eher in die Kategorie Fantasy-Rollenspiel passen würde. Die Antwort ist aber unbedingt nein! In erster Linie ist Katakomben ein unglaublich Spaß bringendes Geschicklichkeitsspiel, das aber auch eine Menge Strategie und Zusammenarbeit erfordert. Es ist mehr als nur Scheiben über den Tisch zu schnippen, das steht fest. In dem Fantasysetting, das sich selbst nicht zu 100 Prozent ernst nimmt, entsteht eine faszinierende Dynamik und Energie.

Andauernd ist man unterwegs um den Tisch, um die optimale Schusslinie zu suchen, jubelt zusammen bei Erfolg und flucht bei Fehlschüssen. Oft ist man selbst überrascht, wie sehr gelungen eine Attacke ausgeht oder wie grottenschlecht der Angriff verpufft ist. Es klappt nicht immer alles wie geplant und selbstverständlich ist auch eine große Portion Glück im Spiel dabei. Da fliegen Scheiben schon mal in die ganz andere Richtung, wie es eigentlich beabsichtigt war, wenn sie auf Hindernisse stoßen. Man sollte aber auf keinen Fall die eigene Lernkurve unterschätzen! Schnell lernt man Abpraller zu kalkulieren, damit man gleich mehrere Monster treffen kann, oder sich selbst in Sicherheit zu schnippen. Das macht einfach richtig Laune.
Fazit
Katakomben ist einfach. Katakomben ist lustig. Katakomben ist anspruchsvoll. Wer Lust auf das Spiel hat, sucht sich aber am besten jemanden, der die Regeln schon gelesen hat und erklären kann. Die kommen in einem 24-seitigen Regelheft und wirken überfrachtet. Die Gruppe muss aber nicht alle Regeln schon direkt am Anfang kennen, um schnell ins Spiel einsteigen zu können. Es reicht, wenn man das eigene Tableau lesen kann und die grundlegenden Kampfregeln versteht. Ist die Gruppe erfolgreich, wird das Spiel mit jedem Raum komplexer. Die neuen Regeln können dann im Verlauf des Spiels erklärt werden. Für Hardcore-Schnipper bietet die Anleitung sogar noch Fortgeschrittenen-Regeln. Dann wird es noch komplexer.

Das Material ist wunderbar bunt und einladend. Die Holzchips sind mit Stickern beklebt und fordern geradezu auf, nach Herzenslust mit dem Zeigefinger katapultiert zu werden. Der Katakombenlord sollte auf keinen Fall absichtlich „schlecht“ spielen. Das kann die Motivation rauben, weil es dann für die Truppe zu einfach wird. Da man doch viel auf den Beinen ist und durchaus Fingerfertigkeit zeigen muss, um erfolgreich zu sein, würde ich betagten Personen nicht zu Katakomben raten.
Bewertung / Test
+ Mischung aus Geschicklichkeit und Strategie
+ super Material
+ sorgt für viele Emotionen
– Regelstudium ist anspruchsvoll
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Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)
Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Geschicklichkeitsspiel”
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... Altersgruppe bis 12 Jahre
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... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
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... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
Katakomben (2016)
Spielidee: Aron West
Grafik: Kwanchai Moriya
Verlag: Schwerkraft
Anzahl der Spielenden: 2-5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Gerne auch schon jünger. Der Katakombenlord erklärt nacheinander notwendige Regeln
Spieldauer: 30 – 180 Minuten
Generationentauglichkeit: Zu lange auf den Beinen, zu viel Fingerfertigkeit