Berg, wachse! – Oros von Boardgame Circus (Rezension)

Oros | Kennerspiel | ab 12 Jahren | 1 bis 4 Spielende | Brandt Brinkerhoff | Boardgame Circus

Karton und Spielmaterial: OROS

In Oros teilen wir als Halbgottheiten unser Wissen mit den Menschen. Dazu bauen wir, oder die Menschen, Heilige Stätten auf Bergen. Zunächst müssen wir jedoch Berge entstehen lassen, als Halbgottheiten kein Problem! Wir schieben einfach die Landmassen auf der Erde ein bisschen hin und her und ineinander um so Berge wachsen zu lassen. Machst Du mit?

Das Spielbrett von Oros stellt die Erde dar. Es ist in Quadrate unterteilt, die Reihen bilden (senkrecht und waagerecht). Ränder verbinden gegenüberliegende Seiten des Bretts, da wir quasi auf einer Kugel spielen. Genauso ist der äußere Ring „eine Reihe“. Wir werden im Laufe des Spiels Landplättchen bewegen und so größere Landmassen und Berge entstehen lassen. Auf den Bergen können wir dann heilige Stätten errichten zum Studieren für unsere Menschen. So erspielen wir hoffentlich die meisten Punkte bis zum Ende des Spiels.

Zusätzlich zum zentralen Spielplan haben alle ein eigenes Tableau vor sich liegen. Hier sehe ich meine Aktionen und Fähigkeiten. Im Laufe des Spiels setzte ich in der untersten Reihe meine Figuren ein und führe dann die entsprechende Aktion aus. Die Spalten darüber zeigen an, was ich mit dieser Aktion machen kann. Zu Beginn steht nur jeweils eine Option zur Verfügung, im Laufe des Spiels kommen weitere dazu. So werden die Aktionen stärker, bzw. flexibler. Erfahrungspunkte erhalte ich wenn ich Figuren vom Studieren zurückhole, eine heilige Stätte baue oder jemand anderes bei mir eine heilige Stätte baut.

Mit Verschieben werden ganze Reihen bewegt. Bewegen bezieht sich auf eine Gruppe von Landplättchen. Bei dieser Aktion können Berge entstehen, denn Landmassen befinden sich jetzt auf dem gleichen Feld. Konkret: Schiebe ich ein 2er Plättchen in ein 1er Plättchen, lege ich statt dieser beiden Plättchen ein 3er Plättchen auf das entsprechende Feld. Stoßen zwei 4er Plättchen zusammen entsteht ein Berg. Vulkane brechen aus oder ich lasse einen neuen Vulkan entstehen und bringe so mehr Landmasse aufs Feld.

Meine Figuren Studieren, Wandern oder bauen heilige Stätten auf dem Spielfeld, auf Bergen. Die heiligen Stätten bringen Schritte auf der Pyramide und damit Siegpunkte am Ende. Dazu werten wir unsere Fähigkeiten und Studierenden-Figuren (auch die, die auf den heiligen Stätten studieren) und Punkte für gebaute heilige Stätten. Wer so die meisten Wissenspunkte erzielt, gewinnt das Spiel. Denn dieser Halbgott hat das meiste Wissen mit den Menschen geteilt.

Spielsituation

Fazit

Oros ist ein strategisches Kennerspiel, bei dem wir viele Möglichkeiten haben. Ein Mix aus Aktionsauswahl und Arbeitereinsatz der sehr gut funktioniert. Da die heiligen Stätten auf viele Berge verteilt und von uns gemeinsam auf den Bergen errichtet werden müssen, entsteht eine hohe Interaktion zwischen den Spielenden. Die Gestaltung und Bewegung der Landmassen auf dem Spielbrett ist für mich ungewohnt und so eine spannende Abwechslung. Erfahrene Spielende kann man hiermit begeistern.

Spielaufbau und Material werden in der Anleitung sehr übersichtlich dargestellt. Das Material ist angenehm zu fassen, nicht zu fummelig, auch wenn man im Spiel viel bewegt und austauscht.

Am besten spielt man Oros zu 3. oder 4., sonst muss man Automa Spieler hinzunehmen so dass immer mindestens 3 Halbgottheiten mitspielen. Das ist immer ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand. Auf der anderen Seite kann man so auch Solo spielen, denn es gibt für jede der 4 Halbgottheiten Automakarten. So wählt man unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.

Leider ist die ansonten sehr gute Anleitung im Flufftext (die erfundene Hintergrundgeschichte von Oros) nicht stringent, sind wir jetzt die Halbgottheiten oder die Menschen? Denn einerseits bringen wir den Menschen Dinge bei, an anderer Stelle machen wir diese Dinge. Das hält mich aber bestimmt nicht von einer weiteren Partie Oros ab. Denn es gibt verschiedene Szenarien die wir zu Spielbeginn aufbauen können, dadurch wird Oros nie langweilig und man kann sich nicht auf eine bestimmte Taktik festlegen, auch bei vielen Partien.

Bewertung / Test
+ innovatives Spielbrett
+ gelungene Kombination der Spielmechaniken
+ weitere Szenarien in der Anleitung
+ Material und Anleitung sehr gut
– verschieben der Plättchen muss man vorsichtig machen, wenn viel drauf ist

 

(Eine Rezension von Sandra Sternkopf)


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Oros (2022)

Spielidee: Brandt Brinkerhoff
Grafik:  Brandt Brinkerhoff
Verlag: Board Game Circus
Anzahl der Spielenden: 1 – 4
Altersempfehlung Verlag: ab 12 Jahren
Eigene Altersempfehlung:

Spieldauer: 60 – 120 Minuten

Generationentauglichkeit: das Verschieben ist schon sehr fummelig