Tröööt statt Törööö – Der Trötofanten-Zirkus von SPIEL DAS! Verlag (Rezension)

Der Trötofanten Zirkus | Kinderspiel | ab 56Jahren | 2-8 Personen | Marco Armbruster | SPIEL DAS! Verlag

Die Spielschachte von Trötofanten-Zirkus liegt auf vielen verstreuten Karten.
Der Trötofanten-Zirkus – Schachtel, Anleitung und Karten

Tröööt – das ist nicht der Ruf des berühmten, sprechenden Elefanten aus dem Neustädter Zoo. Nein, “Tröööt” rufe ich schadenfroh, wenn ich einen Kartenstapel klaue. Denn wir alle wollen Zirkusdirektor des weltgrößten Elefantenzoos werden, und neben vielen Elefanten gibt es hier sogar die einzigartigen Trötofanten: Elefanten mit goldenen Trompetenrüsseln, die noch lauter sind als ihre Kollegen und diese anlocken können, selbst wenn sie unseren Mitspielern gehören. Wie das funktioniert und wie es mir gefällt lest ihr in dieser Rezension.

Die Schachtel enthält eine Spielanleitung, 88 Spielkarten für das Grundspiel und 11 weitere Karten für zwei Erweiterungen. Für den Aufbau werden drei Elefantenkarten mit unterschiedlichen Zahlenwerten gezogen und in der Tischmitte platziert.
Die restlichen Karten werden gemischt und – ganz thematisch – nicht einfach als Stapel hingelegt, sondern aufgefächert in Kreisform um die drei Karten herum. So entsteht eine richtige Manege.

Die Karten wurden verdeckt in einer kreisform angeordnet. In der Mitte liegen drei aufgedeckte Elefantenkarten.
Die Karten bilden die Manege, in der sich drei (verschiedene) Elefanten befinden.

Alle Mitspielenden ziehen nun reihum eine Karte aus der Manege und führen mit ihr eine Aktion aus:

  • Paaren: Hat mein Kartenwert den gleichen Wert wie eine der drei Karten in der Mitte, „paaren“ sich die Elefanten. Beide Karten werden zusammen als offener Stapel vor mir abgelegt.

  • Trainieren: Passt mein Kartenwert zu keiner der drei Karten und befinden sich dort weniger als drei Karten (weil andere schon welche genommen haben), geht mein Elefant „trainieren“ und ich lege meine Karte in die Manege.

  • Spazieren: Passt mein Kartenwert nicht und die Manege ist noch vollständig, geht mein Elefant „spazieren“. Ich lege ihn neben die Manege. Liegt dort bereits eine Karte mit demselben Wert, hat sich ein weiteres Pärchen gefunden – allerdings eines, das lieber weiter spazieren möchte. Dieses Pärchen wird als verdeckter Minuspunkte-Stapel vor mir abgelegt.

Ziehe ich hingegen einen Trötofanten (erkennbar an der gelben Zahl und dem Trompetenrüssel), darf ich mir einen Kartenstapel einer Mitspielerin oder eines Mitspielers schnappen, sofern mein Kartenwert um genau 1 höher ist als der Wert des Stapels. Dabei soll laut Regelwerk laut „Tröööt!“ gerufen werden.
Wer sich gut merkt, wie groß die Stapel der anderen sind, ist hier klar im Vorteil: Schnappe ich mir nur ein frisch gebildetes Elefantenpärchen oder gleich einen dicken Trötofanten-Stapel?

Auch Mäusekarten können stehlen – schließlich haben Elefanten bekanntlich Angst vor Mäusen. In dem Fall heißt es „Piep!“. Und wer eine Mausefalle spielt, ruft „Schnapp!“ und darf sich damit ebenfalls einen Stapel klauen – auch wenn eine Maus darauf liegt. Sobald die letzte Karte aufgedeckt wurde zählen wir unsere Punkte. Jede Karte vor mir zählt dabei einen Punkt, Minuspunkte bekomme ich für die Mausefalle und die Karten auf dem Minuspunkte-Stapel (das waren die “spazierenden Elefanten”). Wer die meisten Punkte hat gewinnt. Hat man einige Runden gespielt, kann man noch bis zu zwei kleine Erweiterungen (den “Dompteur” und das “Lasso”) hinzufügen.



Fazit
Der Trötofanten-Zirkus ist ein toll gestaltetes Kartenspiel für die ganze Familie. 
Die Regeln sind an sich nicht schwer, dennoch haben wir ein, zwei Partien gebraucht, bis wir mit den Begrifflichkeiten vertraut waren und wir wussten, wie sich die Elefanten wann verhalten. Dann aber spielt sich das Spiel wie von alleine und hat uns viel Spaß gemacht.

“Wie von alleine” ist dabei jedoch ein gutes Stichwort: Nach dem Lesen der Spielbeschreibung dürfte klar sein, dass wer ein Spiel mit taktischer Tiefe und grübeliger Entscheidungen sucht, hier Fehl am Platz ist. In vielen Fällen ist vorgegeben, was wir mit den gezogenen Karten zu tun haben und haben nicht wirklich eine Möglichkeit, etwas zu steuern. Der Reiz des Spieles liegt in der Spannung, welche Karte aufgedeckt wird, welche Mitspielenden wir beklauen wollen und ob wir uns dabei für den richtigen Kartenstapel entscheiden. Wem dies bewusst ist, den erwartet ein schönes leichtes Spiel, das sich gut mit Kindern spielt, oder in passender Runde auch als Starter oder Absacker taugt. 

In reinen Erwachsenenrunden sollte man unbedingt die Sonderregel aus der Anleitung nutzen: Wer vergisst, die passenden Tierlaute („Tröööt!“, „Piep!“, „Schnapp!“) zu rufen, kassiert Minuspunkte. Erst mit diesen Rufen entsteht die richtige Zirkus- und Partyspiel-Atmosphäre!



Bewertung / Test
+ Hat man die Regeln verinnerlicht, schnell spielbereit und flüssiger Ablauf
+ Tolles Familien- oder Partyspiel
+ Lustige Illustrationen in passender Zirkus-Atmosphäre
– Wenige Entscheidungsmöglichkeiten

(Eine Rezension von Jörg Hübner)
Rezensent Jörg
Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

ACHTUNG – hier geht es zu unserem YouTube-Kanal:
Spielecafé der Generationen – Jung und Alt Spielt – YouTube

Der Trötofanten Zirkus (2021)

Spielidee: Marco Armbruster
Grafik: Robert Heller
Verlag: SPIEL DAS! Verlag
Anzahl der Spielenden: 2-8
Altersempfehlung Verlag: 6+
Spieldauer: 10-15 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja, gut erkennbare, unterschiedliche Karten, leicht zugänglich