Käsejagd im Mäuselabyrinth – Burg Appenzell von Zoch (Rezension)

Burg Appenzell | kompetitives Spiel | ab 6 Jahren | 2-4 Personen | Jens-Peter Schliemann | Bernhard Weber | Zoch | generationentauglich

In „Burg Appenzell“ huschen Mäuse durch verwinkelte Räume, decken Dächer auf, schieben Böden hin und her und jagen nach dem besten Käse der Burg. Was zunächst wie ein harmloser Abstecher ins Mäusereich aussieht, entpuppt sich schnell als taktisches Versteckspiel voller Überraschungen, Fallen und cleverer Züge.

Spielschachtel Burg Appenzell auf Holztisch

In „Burg Appenzell“ versucht jeder, mit seinen vier Mäusen als Erster vier verschiedene Käsesorten zu sammeln.

Die Burg besteht aus einem Gitterspielplan mit verdeckten Räumen und einem Schiebeboden darunter. In jedem Zug stehen bis zu vier frei kombinierbare Aktionen zur Verfügung: Dächer benachbarter Räume aufdecken, mit Mäusen waagerecht oder senkrecht laufen oder einmal pro Zug ein Schiebeplättchen in die Burg schieben.

Mäuse dürfen keine Dächer oder Mausefallen betreten und dürfen die Burg nicht über die Türme verlassen. Werden zwei eigene Mäuse gleichzeitig auf Feldern derselben Käsesorte sichtbar, erhält man das entsprechende Sammelplättchen. Schiebt man eine Mausefalle unter eine Maus, fällt sie in den Keller und scheidet aus. Am Zugende werden alle leeren Räume wieder zugedeckt.

Das Spiel endet, sobald jemand vier verschiedene Käse gesammelt hat oder wenn eine Person seine dritte Maus verliert. Dann gewinnt unter den übrigen derjenige mit den meisten Käsesorten.

Spielmaterial Burg Appenzell

Fazit
Mit der Neuauflage von“ Burg Appenzell“ bringt Zoch einen beliebten Klassiker zurück. Schon der erste Eindruck erinnert mit den verschiebbaren Wegen an „Das verrückte Labyrinth“. Doch „Burg Appenzell“ setzt dem Ganzen im wahrsten Sinne des Wortes ein Dach auf und ergänzt das Prinzip um ein Merkelement.

Der Einstieg gelingt leicht, nicht zuletzt dank der mehrsprachigen Anleitung, die klar strukturiert und gut verständlich ist. Auch das Spielmaterial überzeugt: Die Burg in der Schachtel aufzubauen ist nicht nur ein Gag, sondern sorgt für eine sehr stimmige Atmosphäre und macht das Spiel zum Hingucker auf dem Tisch.

Ursprünglich stand „Burg Appenzell“ 2007 sogar auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Es ist ein gelungener Übergang vom reinen Kinderspiel zum Familienspiel. Kinder lieben die Überraschungsmomente und Erwachsene spielen gerne mit, allerdings ohne klar überlegen zu sein, denn der Glücksfaktor mischt kräftig mit. Besonders das Vorplanen fällt manchen Kindern schwerer als anderen, was für unterschiedliche Spielerfahrungen sorgen kann.

Für dauerhaft hohen Wiederspielreiz bietet „Burg Appenzell“ für mich dennoch zu wenig Abwechslung, und gerade für Familien, die es regelmäßig auf den Tisch bringen möchten, wären mehr Spielvarianten oder kleine optionale Module wünschenswert gewesen, um die Herausforderung und Varianz zu steigern. Für das generationenübergreifende Spiel ist „Burg Appenzell“ aufgrund des einfachen Handlings und der ausreichenden Größe des Spielmaterials gut geeignet.

„Burg Appenzell“ bleibt ein charmantes, zugängliches Familienspiel mit tollem Material und nostalgischem Flair. Für Zwischendurch hervorragend, aber für langfristige Motivation dürfte es gerne noch etwas mehr bieten.

Bewertung / Test
+ Klassiker in neuem Gewand
+ für die ganze Familie
+ leichter Einstieg
– langfristige Motivation fehlt
– gerne verschiedene Varianten mit steigendem Schwierigkeitsgrad

(Eine Rezension von Christine Ketterer)


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Burg Appenzell (2022)

Spielidee: Bernhard Weber & Jens-Peter Schliemann
Grafik: Victor Boden
Verlag: Zoch
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: ab 6 Jahren
Eigene Altersempfehlung: ab 6 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglichkeit: Für das generationenübergreifende Spiel ist „Burg Appenzell“ aufgrund des einfachen Handlings und der ausreichenden Größe des Spielmaterials gut geeignet.