Escape Dysturbia: Mörderischer Maskenball | Kooperativer Rätselkrimi Spiel | ab 12 Jahren | 1 bis 8 Spielende | Sebastian Frenzel u.a. | Homunculus Spiel
In der erfundenen Stadt Dysturbia hat ‚Das Syndikat‘ überall seine Finger drin. Die kriminelle Organisation besticht Politiker, hat Richter und Staatsanwälte gekauft und zieht im Hintergrund alle Fäden. Nun ist auch noch der schwerreiche Henrik de Graaf auf seinem eigenen Maskenball verschwunden – nur noch eine Lache Blut ist zu sehen. Es wird also Zeit für die Detektei Dyscover – nämlich euch! Schaut in dem Anwesen nach dem Rechten.

Das Spiel
Escape Dysturbia: Mörderischer Maskenball ist ein kooperativer Rätselkrimi von Sebastian Frenzel u.a. und bei Homunculus Spiele erschienen. Es ist für 1-8 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.
„Escape Dysturbia“ ist eine Reihe von Escape-Krimi-Spielen, in der mittlerweile drei unterschiedliche Fälle erschienen sind. Dabei setzt auch „Mörderischer Maskenball“ ganz auf ein Kartendeck und Rätsel. Wie bei vielen anderen Vertretern dieses Genres auch, kann die Geschichte nur einmal erlebt werden. Weil aber alles komplett und unzerstört bleibt, gibt man die Schachtel im Anschluss einfach an den Freundeskreis weiter. Soweit klingt also alles ziemlich nach Standard. Aber „Mörderischer Maskenball“ hat gleich zu Beginn eine Überraschung parat.

Wir stellen uns nämlich ein Team zusammen. Acht unterschiedliche Personen arbeiten für die Detektei Dyscover, und wir entscheiden, wen wir mit auf den Fall nehmen. Damit steuern wir auch direkt den Schwierigkeitsgrad. Je mehr Leute wir nämlich im Schlepptau haben, desto mehr Tipps werden wir bekommen. Mehr bedeutet also leichter. Dementsprechend habe ich ein mittleres Niveau gewählt und bin zu fünft an den Tatort im Anwesen des Henrik de Graaf. Und entsprechend spielen wir natürlich kooperativ miteinander. Viele Detektiv-Hände, schnelles Verbrecher-Ende.
Angeführt wurde meine Truppe durch den ehemaligen Cop Angus Montgomery. An seine Seite packte ich Technik-Nerd Ada Svoboda, die flirtende Miya Moto, Gerechtigkeitsfanatiker Matteo D’Amico und den eher grobschlächtigen Ex-Boxer Carl MacSweeney. Irgendjemand muss ja auch für die handfesten Argumente sorgen. Alle Charaktere haben eine Bildkarte. Legt diese gut sichtbar vor euch aus. Wann immer ihr im Verlauf des Falls deren Porträt irgendwo auf dem Spielmaterial findet, könnt ihr ihre Karte wenden. Dort steht dann zur entsprechenden Situation eine Info in Form eines Satzes. Dieser kann mehr oder weniger direkt hilfreich sein, sollte aber immer von euch diskutiert werden. So kommt man nämlich an den ein oder anderen hilfreichen Geistesblitz.

Der Spielablauf von „Mörderischer Maskenball“ ist sehr gradlinig. Karten werden umgedreht, Texte gelesen, Rätsel tauchen auf. Wenn diese gelöst sind, sagt euch eine Zahl, auf welcher Karte ihr weiterspielen könnt. Natürlich gibt es ein Begleitheft mit Tipps, wenn ihr mal hängen solltet. Und so arbeitet ihr euch langsam durch das feudale Anwesen und lernt die anwesenden Gäste kennen. Eine oder einer von ihnen wird dann auch für das Verschwinden des Gastgebers Henrik de Graaf verantwortlich sein. Nur dumm, dass diese alle zu einem Maskenball gekommen sind und ihre wahre Identität durch Kostüme verbergen. Aber ihr wisst ja: Du bist, was du trinkst! Also arbeiten wir uns mit Hilfe des Butlers erst einmal durch eine Cocktailliste, um den Fall lösen zu können.

Als Vorgabe dürfen wir übrigens 90 Minuten nicht überschreiten. Entweder stellt ihr dafür einen Countdown oder ihr nutzt die kostenlose App. Die steht für die beiden gängigen Smartphone-Betriebssysteme bereit. Auf die Zeitvorgabe haben wir übrigens verzichtet. Zwar lief der Timer im Hintergund, aber mit Stress am Tisch spielen wir nicht gerne. Wenn euch das aber nichts ausmacht, nur los, zumal eure gebrauchte Zeit auch bei der Bewertung des Falls von Bedeutung ist. Aber auch hier legen wir nie Wert auf eine Beurteilung. Geschafft ist geschafft.
Ganz ohne Technik will das Spiel „Mörderischer Maskenball“ aber nicht auskommen, denn ihr müsst – Moment, das verrate ich euch nicht. Aber ich gebe euch den Tipp: einfach mal trauen.

Bleibt noch die Frage, ob sich „Mörderischer Maskenball“ auch für das generationenübergreifende Spielen eignet. Die Antwort ist eher nein, denn da gibt es vieles zu erkennen und zu lesen, was in Details versteckt oder klein geraten ist. Auch wenn das Spiel bis zu acht spielbar sein soll, rate ich euch, höchstens zu dritt zu starten. So viel kann man nämlich parallel nicht arbeiten. Das alte Leid dieses Spielgenres.
Fazit
Die Idee, sich in „Escape Dysturbia: Mörderischer Maskenball“ eine Crew zusammenzustellen und so Einfluss auf den Herausforderungsgrad zu nehmen, ist wirklich topp! Der Fall an sich hat eins, zwei Überraschungen parat. So endet er sogar mit einem Cliffhanger und lässt vermuten, dass wir in diesem Fall etwas bekommen, was uns in einem anderen Dysturbia-Abenteuer helfen oder vielleicht schaden kann. Wer weiß es schon, ohne die anderen Spiele zu testen.
Eindeutig ist, dass die Köpfe der „Escape Dystopia“-Reihe mit ihren Fällen eine eigene Stadt erschaffen wollen, in der wir auf der Seite der Guten für Ordnung sorgen. Das fühlt sich so ein bisschen nach Gotham City oder Hell’s Kitchen an. Dabei schaffen sie es sogar, den verschiedenen Charakteren, aus denen mal auswählen kann, eine Mini-Persönlichkeit zu verschaffen.
Alles in allem fällt für mich die Reihe somit positiv aus der Reihe der vielen, vielen Escape-Formate. Auch die optische Aufmachung spricht mich sehr an.
Bewertung / Test
+ Charakterzusammenstellung verändert Schwierigkeit
+ baut euer Smartphone in den Fall ein
+/- 90 Minuten Zeitlimit
– bloß nicht zu acht
(Eine Rezension von Oli Clemens)
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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Escape”
Escape Dysturbia: Mörderischer Maskenball (2020)
Spielidee: Sebastian Frenzel u.a.
Grafik: Benjamin Urban
Verlag: Homunculus Spiele
Anzahl der Spielenden: 1-8 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Eigene Altersempfehlung: sicher auch schon ab 10 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten plus Verlängerung
Generationentauglichkeit: Das passt nicht zu 100%. Die Texte sind echt sehr klein. Die Illustrationen ebenso und nicht immer kontraststark.