Nebelwind | gehobenes Kennerspiel | ab 14 Jahren | 1 bis 5 Spielende | Adrian Adamescu und Daryl Andrews | First Fish Games
Das Cover alleine verzaubert schon…wer schon immer mal mit Walen in die Wirtschaft fliegen wollte, ist hier genau richtig.

Das Spiel
Nebelwind ist ein Kennerspiel von Adrian Adamescu & Daryl Andrews und ist bei Spiel Das! erschienen. Es ist für 1-5 Spielende geeignet und kann ab 14 Jahren gespielt werden.
Ein ehemals durch Kickstarter finanzierter Leckerbissen ist nun endlich auf deutsch im Verlag Spiel Das! erhältlich!
Hui, mal wieder ein schöner – wirklich schön gestalteter Karton, der voll gestopft ist mit ebenso schönem Material! Und nicht nur das: ein Inlay sorgt bereits dafür, dass alles seine Ordnung hat! Der Monk in mir freut sich.

Das Cover verspricht schon viel und entführt die Gedanken in eine ganz andere Welt, obwohl sie so anders nicht ist: die knallharte Wirtschaft wartet hier darauf entdeckt und gemeistert zu werden.
Im neu erschlossenen Gebiet „Nebelwind“ haben sich zahlreiche Menschen auf das Herstellen verschiedener Handelswaren spezialisiert: Pilze, Kohle, Medizin oder Leinen. Über dem Ganzen schweben riesige Transportwale, die die Waren zu den Städten bringen. Selten hat mich ein Spiel so fasziniert, dass ich sogar nachts davon geträumt habe.
Ob dieses gute Stück hält was es verspricht oder zu den „Blendern“ gehört? Wir werden es sehen.
Gespielt wird in vier schlanken Runden (bei 5 Spielern fünf) gespielt. Alle erahlten fünf Einsetzscheiben, mit denen der Spielende seine Aktionen durchführen kann. Zu Anfang jeder Runde muss aber alle eine Scheibe vorab ablegen – diese darf man selbst bestimmen. Also müssen sich alle im Vorfeld überlegen, welche Aktion man wohl in dieser Runde nicht durchführen möchte, ohne zu wissen, wie die anderen Mitspielenden sich entscheiden. Das ist schon mal spannend.
Die Aktionsfelder sind durch Tableaus, als auch durch flexible Karten dargestellt. Das heißt, dass sich die Aktionen in jeder Runde anders gestalten.

Da wir in diesem Spiel Waren sammeln, Routenaufträge erfüllen und Häfen beliefern, haben wir es mit Pickup and deliver, Routenbuilding, Ressourcen-Managment und Worker- bzw. Diskplacement zu tun.
Trotz aller Extravaganz die das Spiel mit sich bringt, ist das Ziel erschreckend simpel: habe am Ende die meisten Siegpunkte. So einfach wie sich das anhört, so schwer erschient es am Anfang. Sobald man sich mit der Symbolik vertraut gemacht hat, ist es tatsächlich nicht mehr ganz so mächtig und macht Spaß: alle versuchen aus den Aktionen das Beste rauszuholen und die schnellste Route zu bauen, Aufträge zu erfüllen, Wale zu trainieren und somit der vielleicht angesehenste Händler in ganz Nebelwind zu werden.

Aber wie genau kann man das denn mit seiner Aktionsscheibe machen?
Ressourcen sammeln, eine Aktion vom Brett, vom Hafen oder doch lieber eine Charakterfähigkeit nutzen, viele Möglichkeiten. Zum Glück gibt es eine Zugübersicht, die den nötigen Überblick verschafft. Und dann sind da ja noch die Wale, die für den Transport sorgen. Wir dürfen diese nun über den Spielplan bewegen. Die Wale müssen natürlich für jede Bewegung etwas essen, Krill natürlich. Woher bekommt man Krill und wie weit muss der Wal fliegen? Reicht das?

Kann ich dann auch gleich eine Route fertig stellen? Oder doch lieber noch einen Hafen beliefern und mir so vielleicht die Mehrheit sichern?


Es gibt also, Vieles zu bedenken. Und die Ressourcen und Aktionen sind begrenzt. Und was machen eigentlich die Mitspieler? Und zack: das Feld, auf das man unbedingt wollte, ist besetzt. Tja, also die Strategie ändern. So geht es Runde für Runde.
Am Ende werden für Frachten, Mehrheiten der Frachtfarben, erledigte Routenaufträge und ggf. Charakterkarten Punkte vergeben. Wer zum Schluss die meisten hat, ist der wohlhabendste Händler von Nebelwind.

Fazit:
Oh, macht dieses Spiel Spaß und oh, ist es schön gestaltet! Der Kopf raucht hier ganz schön, da es viele Möglichkeiten bietet und sich immer ein Weg findet, mitzumischen und seine Ziele zu verfolgen.
Wir haben hier ein, zwei Partien gebraucht, um richtig reinzukommen und die verzahnten Mechanismen zu meistern. Aber alles ist an Hand von Symbolik und Regelwerk gut erklärt – hier heißt es gut hinschauen und sich seinen Zug gut überlegen.
Durch die zahlreichen Karten und die beidseitig bedruckten Tableaus ist ausreichend Varianz vorhanden und bietet den Spielenden in jeder Runde neue Herausforderungen. Es spielt sich mit der A- Seite recht Solitär – lediglich durch das Setzen der Disks kommt man sich etwas in die Quere. Mit den Tableaus der B- Seite kommen hier noch zusätzliche Aktionen dazu, mit denen man seine Mitspielenden ordentlich ärgern kann. Das sorgt für noch mehr Interaktion untereinander – wieder ein Plus und alle Daumen hoch!
Trotz dessen, dass man es hier mit einem gehobenen Kennerspiel zu tun hat, hat man nach wenigen Runden den Dreh raus und kann, in diesem unglaublich schön thematisch umgesetzten Spiel, seiner Lust am Tüfteln und Grübeln frönen. Apropos grübeln: Mit zwei Grüblern am Tisch ist es schon langwierig und man bekommt ausreichend Downtime, über seine Züge nachzudenken. Ich habe es solo, zu zweit und zu dritt getestet und kann nur sagen: je mehr mitspielen, desto wahrscheinlicher ist die Erhöhung der Downtime. Jeder sollte aber ausreichend Zeit zum Überlegen haben, denn alles ist begrenzt: Ressourcen, die Aktionen, die Wale..im Prinzip alles. Und doch schafft es dieses Spiel, einem immer das Gefühl zu geben, alles im Griff zu haben, denn man bekommt immer etwas und man kann immer irgendwas machen.
Die detailverliebte Gestaltung, Grafik und das Einbinden der Thematik sind sehr gelungen, was es einem leicht macht, bis zu zwei Stunden (mit Regeleerklärung) am Tisch zu sitzen.
Bewertung / Test
+ Ein super Inlay ist schon mit dabei – alles hat seinen Platz!
+ Die Idee wurde thematisch schön umgesetzt.
+ Wunderschönes Material – von der Anleitung über das Spielbrett bis hin zu den Figuren.
+ Flexible Aktionen durch Karten
-/ + Es hat eine enorme Tischpräsens.
– Mit Grüblern eine höhere Downtime
(Eine Rezension von Kathrin Rastedt)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)
ACHTUNG – hier geht es zu unserem YouTube-Kanal:
Spielecafé der Generationen – Jung und Alt Spielt – YouTube
Nebelwind von First Fish Games, Vertrieb über Spiel Das! (2024)
Spielidee: Adrian Adamescu & Daryl Andrews
Grafik: Matt Paquette & Co.
Illustration & 3D-Rendering: Gordon Oscar
Verlag: First Fish Games – Vertrieb über Spiel Das!
Anzahl der Spielenden: 1 – 5 Personen
Altersempfehlung Verlag: 14 Jahre
Eigene Altersempfehlung: Meist stehen die 14 Jahre aus Material- oder Steuerlichen Gründen auf der Verpackung. Auch jüngere können sich hier als Handelsvertreter probieren, wenn sie schon erfahren im Kennerbereich sind. Auf Grund der Dauer des Spieles sollten sie aber mindestens 12 Jahre alt sein.
Spieldauer: 60-90 Minuten
Generationentauglichkeit: Wer spielerfahren ist und Lust auf ein schönes Spielerlebnis im gehobenen Kennerbereich hat, kann hier zugreifen und sich an den Tisch setzen.