Willkommen Fernweh – Abroad von 1 More Time Games (Rezension)

Abroad | kompetitives Spiel | ab 12 Jahren | 1-5 Personen | Rodrigo Rego und Danilo Valente | 1 More Time Games | bedingt generationentauglich

Vier Wochen, zehn Regionen, unzählige Möglichkeiten: In „Abroad“ schicken Rodrigo Rego und Danilo Valente uns auf eine spielerische Europareise, bei der Planung, Timing und cleveres Ressourcenmanagement über den Traumjob entscheiden. Zwischen Bucket Lists, Festivals, Ortskundigen und einer prall gefüllten Hand voller Orte balanciert man ständig zwischen Effizienz und Entdeckerlust.

Abroad Spielschachtel

In „Abroad“ seid ihr vier Wochen lang quer durch Europa unterwegs, um euren Traumjob bei einem großen Reiseführer Verlag zu sichern.

Das Spiel läuft über vier Runden, jede Runde symbolisiert eine Reisewoche. Zu Beginn zieht jeder sieben Ortskarten auf die Hand. In jeder Runde sammelt ihr Tage aus eurem Wochenkalender und könnt dann abwechselnd eure Woche verbringen: Ihr reist in andere Regionen (entweder per Zug oder mit dem Flugzeug) oder bleibt, wo ihr seid, um dort Aktionen auszuführen.

Bei den Aktionen habt ihr vier Optionen: Orte besuchen, Schreiben, Ausruhen oder Planen. Jede Aktion verbraucht eine bestimmte Anzahl an Tagen. Beim Besuch von Orten legt ihr eine Ortskarte aus, verwendet Tagesmarker und erhaltet Effekte sowie eventuell Symbolboni, je nachdem, an welchem Wochentag ihr den Ort besucht. Nach allen Aktionen wertet ihr am Ende der Woche, welche Region wie stark von euch besucht wurde: Wer in einer Region die meisten dort platzierten Marker hat, ergattert zwei Siegpunkte. Immerhin gibt es für die zweitmeisten Marker in der Region noch einen Punkt.

Falls ihr Festivals verwendet: Am Wochenende kann jeder von euch ein Festival in seiner Region besuchen und erhält Boni oder zusätzliche Fähigkeiten. Außerdem habt ihr sogenannte Ortskundigen-Plättchen, die ihr einmal pro Zug einsetzen könnt, indem ihr Ressourcen bezahlt, um bestimmte Vorteile zu bekommen.

Am Ende jeder Woche erhaltet ihr Einkommen: Basis plus die Menge eurer Ressourcen (Münzen, Energie, Aufregung, Ortskundige) je nach Stand auf eurer Einkommensleiste. Die Einkommensleiste könnt ihr geschickt mit Hilfe der besuchten Orte manipulieren. Nachdem die vierte Woche gespielt und das Einkommen verteilt wurde, endet das Spiel. Jetzt zählt ihr eure Punkte. Wer die meisten Punkte hat gewinnt.

Abroad Spielmaterial

Fazit
„Abroad“ überzeugt mit einer stimmigen Grafik und einer hochwertigen Materialqualität. Spielsteine und Marker fühlen sich gut an und die attraktiven Reisezielkarten sorgen für eine schöne Tischpräsenz.

Spielerisch bietet das Reisespiel einen angenehm zugänglichen Einstieg, kombiniert mit einer überraschend vielseitigen strategischen Tiefe. Die Mischung aus Wochenplanung, Kartenmanagement und ständigen Abwägungen schafft eine motivierende Spannungskurve, die sich im Verlauf des Spiels weiter steigert, da zunehmend mehr Boni freigeschaltet werden können.

Allerdings wird eine sorgfältig vorbereitete Taktik immer wieder durch glücksabhängige Elemente durchkreuzt, was planungsfreudige Spieler etwas frustrieren kann. Zugleich bleibt „Abroad“ dadurch aber dynamisch und abwechslungsreich. Die vergleichsweise kurze Spieldauer ermöglicht mehrere Partien an einem Abend und der Aufbau unterscheidet sich in jeder Partie um einige Elemente, was den Wiederspielreiz zusätzlich erhöht.

Die Regeln sind logisch aufgebaut, dennoch braucht es ein paar Partien, um die Verzahnung der Mechanismen vollständig zu verinnerlichen. Eine kleine Einschränkung ergibt sich bei der Generationentauglichkeit: Die sehr kleinen Marker und Symbole können das Spiel für ältere oder sehschwächere Mitspielenden mitunter erschweren.

Insgesamt ist „Abroad“ für mich ein elegantes, strategisch reizvolles Reisespiel mit viel Atmosphäre, das Lust auf weitere Partien macht.

Bewertung / Test
+ leicht zugänglich
+ gut strukturiertes Regelwerk
+ jede Partie startet mit anderen Voraussetzungen
+ verzahnte Taktik möglich
– Glücksfaktor oft frustrierend

(Eine Rezension von Christine Ketterer)


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Abroad (2025)

Spielidee: Rodrigo Rego und Danilo Valente
Grafik: Christian Schupp
Verlag: 1 More Time Games
Anzahl der Spielenden: 1-5 Personen
Altersempfehlung Verlag: ab 12 Jahren
Eigene Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten

Generationentauglichkeit: Die Regeln sind logisch aufgebaut, dennoch braucht es ein paar Partien, um die Verzahnung der Mechanismen vollständig zu verinnerlichen. Eine kleine Einschränkung ergibt sich bei der Generationentauglichkeit: Die sehr kleinen Marker und Symbole können das Spiel für ältere oder sehschwächere Mitspieler mitunter erschweren.