Alles so schön bunt hier! – Festo! von Game Brewer (Rezension)

Festo! | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 bis 6 Spielende | Arve D. Fühler | Game Brewer 

Für die große Festtafel unserer Fantasy-Wesen tragen wir dazu bei, dass üppige Gerichte auf die Tafel kommen. Dafür besorgen wir Zutaten bei Elfen, dem Ork und anderen Wesen. Wir wetteifern um die guten Zutaten und die wertvollsten Teile für das Buffet. Hat der Wettkampf gezündet?

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Festo ist ein Familienspiel von Arve D. Fühler und bei Game Brewer erschienen. Es ist für 2 – 5 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Auf den ersten Blick ist der Spielplan verwirrend bunt. Das klärt sich aber schnell, wenn wir die Logik dahinter verstanden haben. Es gilt, Zutaten in Form der bunten Holzwürfel zu sammeln und mit einer guten Kombination davon im zweiten Teil der Runde punkteträchtige Gerichte zu kaufen.

Wer die Karte mit der 1 besitzt, also im Prinzip anfängt darf hier entscheiden, wer tatsächlich anfängt und die Karte weitergeben oder bei sich behalten. Hier ist es eben oft von Vorteil eben nicht anfangen zu müssen. Wer nun die Startkarte hat, würfelt drei normale Würfel. Das Ergebnis bestimmt, welche Zahlen auf dem Spielfeld gesperrt werden.

Linker Teil des Spielplans

Nun setzen alle reihum ihre Helfer-Meeple auf die noch freien Felder, einen oder mehrere von insgesamt sechs. Dann wird ein zweites Mal gewürfelt und die Sperrmarker ggf. verschoben. Nun kann es passieren, dass Felder gesperrt sind, auf denen bereits Helfer stehen. Dort ist die Entscheidung schon gefallen. Ansonsten haben alle die Chance, die Mehrheiten auf den Feldern. zu beeinflussen. Da kann es von Vorteil sein, im ersten Teil nur zögerlich gesetzt zu haben. Darüber hinaus kann man auch Helfer in das Feinkost-Geschäft stellen, das wird nie gesperrt.

Mittlerer Teil des Spielplans

Nun werden die Felder von links nach rechts abgehandelt. Wer auf einem Feld die Mehrheit hat, darf sich alle Zutaten nehmen und in diesem Fall nur das machen. Es sind zunächst drei Würfelchen, es können durch Auffüllen in späteren Runden bis zu 5 sein. Alternativ kann man die zu dem Feld gehörige Sonderaktion nutzen und sich zudem nur ein Würfelchen nehmen. Das gilt ebenso für die Anderen in der Minderheit. Natürlich gibt es kein Würfelchen, wenn das Angebot bereits abgeräumt ist.

Die Sonderaktionen sind alle von Vorteil und es macht durchaus Sinn, Helfer zu setzen obwohl schon klar ist, dass eine andere Person die Mehrheit haben wird.

Im Feinkostgeschäft stehen erst einmal alle Farben zur Wahl. Man bekommt so viele Würfelchen einer Farbe wie man Helfer gesetzt hat. Das kann gut ausgleichen, wenn die Mehrheit bei einer Farbe verfehlt wurde, die man unbedingt haben wollte.

Nun beginnt die Einkaufsphase. Hier ist es von Vorteil, anfangen zu dürfen. Es stehen nur begrenzt Plättchen mit Gerichten zur Auswahl. Reihum wird jeweils eines gekauft bis alle gepasst haben. Erst dann wird für die nächste Runde wieder aufgefüllt.

Rechter Teil des Spielplans

Die Übersichtskarten sind gut gemeint, helfen aber nicht wirklich. Wer die Abläufe verstanden hat, braucht sie nicht.

Zwei Karten mit Übersicht für den Ablauf

Zu Beginn jeder Runde wird ein Ereigniskärtchen gezogen, dessen Ikonographie sich mir nicht auf Anhieb erschlossen hat. Die Karten sind nummeriert und auf einem Glossar sind sie in Klartext erläutert. Das lässt sich schnell vorlesen und ist dann auch leicht verständlich.

Beispiele für Rundenereignisse: acht Ereigniskarten

Nach vier Runden werden die gesammelten Punkte von den Gerichten, von den gewonnenen Siegpunktplättchen und von den übrig gebliebenen Zutatenplättchen addiert. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt „Festo!“

Die Anleitung erklärt gut verständlich und mit illustrierten Beispielen. Die Farben der Zutaten sind gut unterscheidbar. Bei schlechtem Licht sind halt Rot und Rosa recht ähnlich. Alles Material ist gut greifbar und in hinreichender Größe. Die Planung des „Einkaufs“ in Bezug auf die ausliegenden „Gerichte“ dürfte für Kinder und ältere Personen unübersichtlich sein, zumal im Laufe einer Runde die Planung oftmals zu ändern ist.

Fazit

„Festo!“ hat durch das Einsetzen der Helfer (Meeple) eine gewissen Raffinesse. Der Würfel entscheidet zweimal in einer Runde über die Möglichkeiten sie einzusetzen. Das macht Planung schwierig, ist aber auch eben interessant. Die Regelung mit den Mehrheiten auf den einzelnen Felder sorgt für Spannung und für einen kleinen Ärgerfaktor.

Eben weil manches nicht gut planbar ist, zumal wenn man nicht die Startspielerkarte hat, sammele ich einfach munter darauf los mit dem Ziel, möglichst viele Zutatenwürfelchen zu bekommen. Es gibt ja keine Begrenzung, wieviel man besitzen darf. Beim „Kaufen“ der Gerichte schaue ich dann einfach, was ich mit dem Gesammelten machen kann. Wahrscheinlich wird es vielen Spielenden so gehen. Der Erfolg ist zufälliger als der Rundenablauf verspricht. Das erlaubt aber gerade beim Spielen mit Kindern deren reelle Gewinnchance.

Die Ereigniskarten bringen nur begrenzt Varianz. Ich finde den Wiederspielreiz nicht sonderlich hoch, aber das mögen Andere anders erleben. Die Buntheit hat für die Einen hohen Aufforderungscharakter, Anderen ist es vielleicht zu viel. „Festo!“ ist in Ordnung und funktioniert, mich hat es nicht eingefangen.

Bewertung / Test
+ gute Mischung aus Taktik und Glück
+ belohnend und trotzdem mit kleinem Ärgerfaktor
– Ikonographie nicht intuitiv verständlich

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 70 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 71 Jahre

Festo! (2018)

Spielidee: Arve D. Fühler
Grafik: Michel Verdu
Verlag: Game Brewer
Anzahl der Spielenden: 2 – 5
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren

Spieldauer: 45 – 60 Minuten

Generationentauglichkeit: Begrenzt: vieles ist kleinteilig und durch die bunte Gestaltung eher unübersichtlich.