Der Wald von Mystaria | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2-4 Personen | Luca Borsa, Luca Bellini, Carlo Emanuele Lanzavecchia, Walter Obert | moses. Verlag

Mystaria nimmt uns mit in einen magischen Wald, der aus lauter kleinen Landschaftsfeldern besteht – Wiese hier, See da, und irgendwo lugt ein Gebirge aus dem Dickicht. Und weil wir eben nicht einfach nur spazieren gehen wollen, pflastern wir diesen Wald mit Hütten, Türmen, Brücken und einem Schloss zu, das so majestätisch wirkt, dass es eigentlich einen eigenen Parkplatz bräuchte.
Schon beim Öffnen der Schachtel war klar: Material-Kaufargument Nummer Eins. Die Plättchen sind dick und stabil, die Illustrationen märchenhaft ohne kitschig zu sein, und die Holzgebäude sind so hübsch, dass man eigentlich sofort anfangen will zu bauen. Man sieht das Schloss und denkt: „Das will ich haben“ – und dann merkt man: „…Mist, das darf nur ins Gebirge.“
Spielerisch ist Mystaria ein klassisches Plättchen-Legespiel mit dem gewissen Taktik-Funken. Wir erweitern gemeinsam einen Wald und versuchen gleichzeitig, die besten Bauplätze für unsere Gebäude zu sichern. Jede Runde legt man ein Plättchen, platziert genau ein Gebäude und zieht nach. Das klingt simpel, aber die Landschaften wachsen unberechenbar, Gebiete entstehen und verschwinden, und plötzlich ergibt sich dieser Moment, in dem man nur hofft, dass niemand anderes sieht, wie groß das Wiesenfeld geworden ist, auf dem man gleich seine Hütte absetzen will.
Die Regeln sind schnell erklärt. Nach dem ersten Durchgang wissen alle, was wohin darf und warum die Brücke eine kleine Regelrebellin ist (sie darf Gebiete zusammenführen, wo andere Gebäude brav draußen bleiben müssen). Und ab dann beginnt das taktische Denken: Wo lohnt sich die Hütte? Wann setze ich den Baum? Wo sieht der Turm am weitesten? Wie nutze ich das Portal am cleversten?
Und ja – gegrübelt wird durchaus. Mystaria nimmt sich Zeit, und das darf es auch. Das Spieltempo bleibt angenehm ruhig, es gibt keine Hektik, aber durchaus diese „Warte, ich muss nochmal kurz denken…“-Momente, die in einem Taktikspiel völlig in Ordnung sind. Dass der Wald bei jeder Partie völlig anders aussieht, weil die Plättchen zufällig kommen, hält das Ganze frisch und sorgt für die richtige Mischung aus Planung und spontaner Schadensbegrenzung.
Ein kleiner Wermutstropfen ist die fehlende Spielerhilfe. Die sechs Gebäude haben unterschiedliche Wertungsregeln, die nur in der Anleitung stehen. In den ersten Partien blättert man also doch ab und zu nach. Das gibt sich schnell, weil die Logik gut merkbar ist – aber ein kleine Wertungs-Karte wäre einfach praktisch gewesen.
Die Spieldauer blieb bei uns angenehm im Rahmen. Meist war die Runde vorbei, bevor jemand unruhig auf dem Stuhl rumrutschte. Eher kam das Gefühl: „Jetzt hab ich gerade richtig schön angefangen, schade dass’s schon rum ist.“

Fazit
Der Wald von Mystaria ist ein rundes, taktisches Plättchen-Legespiel mit wunderschönem Material und genau der richtigen Tiefe für Familien und Gelegenheitsspielrunden, die gern ein bisschen tüfteln möchten. Es bietet ohne Überforderung genug Denksport, hat charmante Fantasy-Atmosphäre und bleibt trotzdem leicht zugänglich. Die fehlende Spielerhilfe fällt auf, aber nicht wirklich ins Gewicht. Wer Plättchen legen und gleichzeitig clever Punkte sammeln möchte, wird hier sehr glücklich.
Bewertung / Test
+ wunderschöne Illustrationen, wertiges Material
+ einfach gelernt, trotzdem erfreulich taktisch
+ abwechslungsreicher Wald, der jedes Mal anders wächst
+ tolle Holzgebäude, haptisch und optisch ein Highlight
+ Einsteiger:innen-Variante sehr gelungen
– keine kurze Punkteübersicht / Spielerhilfe
– kann je nach Runde grübellastig werden
(Eine Rezension von Petra Fuchs)

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TRANSPARENZHINWEIS
Für stilistische Überarbeitungsschritte sowie das Lektorat kam nach Erstellung der Rohfassung KI-Tools zum Einsatz.
Die Rezension, ihre Argumentation und alle Bewertungen sind eigenständig verfasst.
Der Wald von Mystaria (2025)
Spielidee: Luca Borsa, Luca Bellini, Carlo Emanuele Lanzavecchia, Walter Obert
Illustrationen: Samuel Rassy
Verlag: moses. Verlag GmbH
Anzahl der Spielenden: 2–4 Personen
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Generationentauglichkeit: Sehr gut – große Plättchen, klare Illustrationen, ruhiges Spieltempo.
Pädagogisch wertvoll: Fördert räumliches Denken, Vorausplanung und sanftes Taktieren.