Slay the Spire | Expertenspiel | ab 12 Jahren | 1-4 Personen | Gary Dworetsky, Anthony Giovannetti, Casey Yano | Nice Game Publishing

Eine große Box mit vielen vielen Karten, die alle dazu da sind, dein Startdeck zu verbessern, um später im Verlauf des Spiels immer größere und gefährlichere Gegner zu besiegen. Es gibt drei Akte, jeder davon ist gefüllt mit Gegnern, Elitegegnern, Events, Läden, Lagerfeuern und am Ende steht immer ein Boss. Zudem gibt es jede Menge Dinge freizuschalten. Das Brettspiel von Slay the Spire ist eine Adaption des gleichnamigen Computerspiels und eine Sache kann ich vorwegnehmen. Jeder der das PC-Spiel schon mochte, der wird hier eine Menge Spaß haben!
Im Spiel wählt man einen der vier Charaktere. Jeder davon hat eigene Startkarten, dazu eigene Beutekarten und arbeitet mit unterschiedlichen Mechaniken. Dann beginnt man bei Akt 1 ganz unten und muss sich Schritt für Schritt hocharbeiten, bis man beim Boss angelangt ist. Dabei gibt es viele Möglichkeiten dem Startdeck guten Beutekarten hinzuzufügen, schlechte Karten zu entfernen und sogar Karten zu verbessern. Das ist auch notwendig, denn die Kämpfe, die man zu bestreiten hat, sind nicht leicht.

Ein Kampf beginnt damit, dass fünf Handkarten gezogen werden und jeder drei Energie erhält. Dann kann man die Handkarten für die Energiekosten spielen. Zum Beispiel macht ein Schlag für ein Energie ein Schaden und eine Verteidigung, gibt für ein Energie ein Block. Wenn man dann fertig ist, wirft man seine Handkarten ab, verrechnet den Schaden, den die Gegner machen und der nächste Zug beginnt. So einfach bleibt es aber nicht. Durch die Relikte und Tränke, die man nach einem Kampf als Belohnung erhält und besonders durch die Beutekarten werden die Spielzüge irgendwann richtig komplex. Jeder Gegner hat eigene Angriffe und manchmal auch besondere Spezialfähigkeiten. Bei manchen Gegnern wird der Angriff ausgewürfelt, bei anderen geht es nach einer Reihenfolge.

Besonders beeindruckend sind aber die Charaktere. Jeder davon hat einen eigenen Spielstil und je nachdem, welche Beutekarten man mitnimmt, kann man das Deck auf seine eigene Art bauen. So kann zum Beispiel der Charakter der Eiserne viele Blockkarten sammeln und dann Karten ausspielen, die Schaden in höhe seines Blocks verursachen. Oder man verfolgt die Strategie sich Stärke zu geben, wenn man einige Karte hat, die besser mit Stärke skaliert. Während der Charakter die Stille ihre Giftmesser Taktik verfolgt. Die Variationen des Deckbauens sind nahezu unendlich.
Gegenüber zum Computerspiel wurden aber auch einige Karten angepasst. Viele Änderungen empfinde ich als sehr angenehm und gut passend. Der größte Unterschied zum Computerspiel ist der Coop Modus. Das PC-Spiel kann man nur allein spielen, aber als Brettspiel ist das zusammenspielen nicht nur möglich, nein, es fühlt sich auch noch wirklich gut an. Monster werden immer in Reihen beschworen und greifen nur die Person vor sich an. Du kannst aber immer entscheiden welches Monster du angreifen möchtest. Dein eigenes, oder willst du doch deinen Freunden unterstützten? Einige Karten, die im PC-Spiel eher uninteressant waren, sind jetzt auch geändert worden, so dass sie z.B. anderen Block verschaffen können. Dies ist so gut umgesetzt, da ist es fast enttäuschend, dass das Computerspiel keine Mehrspieler-Funktion hat.
Was das Brettspiel ebenfalls noch bietet, ist eine wunderschöne Box. Ich muss einen Moment nehmen und bewundert, wie gut durchdacht und strukturiert die ganze Schachtel ist. Alles hat seinen Platz, das einsortierten fühlt sich sehr befriedigend an. Die Unmengen an Karten können alle schön mit beschrifteten Kartentrennern eingeordnet werden. Generell sind alle Karten und Texte sehr detailgetreu am Computerspiel und sehen entsprechend schön aus. Besonders gut gefallen auch die mitgelieferten Kartenhüllen für alle Deckkarten. Sie sind mit eigenem Logo bedruckt und lassen sich gut mischen. Leider reicht die Qualität nicht ganz an die, von anderen Herstellern ran (wie z.B. Dragonshield oder Ultimate Guard), also muss etwas vorsichtig mit ihnen umgegangen werden. Aber überhaupt welche zu bekommen ist ein großer Pluspunkt.

Als letzten großen Punkt sollte auch noch erwähnt werden, wie häufig man Slay the Spire spielen kann. Zu sagen der Wiederspielwert ist groß, wäre eine Untertreibung. Jeder Charakter lässt sich nicht nur auf viele unterschiedliche Weisen spielen, es gibt auch noch pro Akt drei verschiedene Bosse und viele Events, die man alle in einem Durchlauf gar nicht bekommen kann. Ebenfalls gibt es für jeden Charakter 3 Kartenpackungen, die erst freigeschalten werden müssen, um alle Klassenkarten zu erhalten. Danach gibt es noch Farblose Karten und einen geheimen Akt 4, die man sich ebenso noch erarbeiten kann. Das alles wird in einem Freischaltbuch vermerkt. Auch wenn das alles viel Spaß macht, will ich trotzdem aufzeigen, wie lange es dauern kann, alles freizuspielen. Für jede Person kann man pro Durchlauf, wenn man alle Bosse auf dem Weg besiegt, maximal 4 Freischaltpunkte bekommen. Da man insgesamt 40solcher Punkte braucht, um alles zu erhalten, hat man wirklich viel zu tun. Bei einer Spieldauer von über 3 Stunden für alle 3 Akte, kann das viel Zeit in Anspruch nehmen. Wenn das alles erledigt ist, kann man sich auch noch an einem Aufstiegsmodus versuchen, welcher 10 unterschiedliche Stufen hat, was das Spiel noch herausfordernder gestaltet. Persönlich bin ich noch nicht müde geworden einen weiteren Durchlauf zu starten, um mehr Karten freizuschalten, aber wie lange das Spaß macht, ist bei jeder Person unterschiedlich.
Gegen Ende muss man dazu sagen, dass ich mit allen Karten und Mechaniken des Spiels sehr vertraut war, noch bevor ich die Box aufgemacht habe, da ich viel Zeit mit dem Computerspiel verbraucht hatte. Mit diesem Vorwissen werden komplexe Spielzüge einfacher. Dennoch gibt es, vor allem ab Akt 2, viele Effekte, Marker und Spezialfähigkeiten, die das Spiel sehr verwirrend gestalten können. Man wird zwar langsam an alle Mechaniken herangeführt, da einige Karten erst Schritt für Schritt freischaltet werden, es kann aber trotzdem an manchen Stellen überfordernd sein, da gerne mal ein Relikt oder ein Trank übersehen wird.
Fazit
Hier außerdem erneut ein Lob an die wunderschöne Aufbewahrungsbox mit perfekter Sortierung!
Wenn du Slay the Spire schon am PC gespielt hast und es jetzt mit deinen Freunden gemeinsam spielen willst, dann ist das hier eine ganz klare Empfehlung für dich! Besonders die schöne Aufbewahrungsbox und die gut gestalteten Karten haben mir, als Fan, gut gefallen. Für alle andern ist das Spiel geeignet, wenn man auf ein komplexes Deckbau-Spiel steht. Man muss überlegt und mit Taktik heran gehen, um in Akt 3 zu bestehen, aber genau das ist der Reiz an der ganzen Sache. Die verschiedenen Arten Decks zu bauen und die Synergie der Karten machen das Spiel sehr spielenswert. Jeder Durchlauf ist aufs Neue spannend und es gibt immer etwas zum Freispielen. Ich würde das Spiel immer weiterempfehlen, denn es ist für mich das beste Deckbau-Spiel, was ich je gespielt habe.
Bewertung / Test
+ Kartensynergie
+ Variation der Charaktere
+ guter Coop-Modus
+ Freischaltungen
+ schöne Karten + Kartenhüllen
+ super sortierte Box
– sehr komplex an manchen Stellen
(Eine Rezension von Alec Wagner)
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Slay the Spire (2024)
Spielidee: Gary Dworetsky, Anthony Giovannetti, Casey Yano
Grafik: Bruce Brenneise, Jose David Lanza Cebrian, Anailis Dorta
Verlag: Nice Game Publishing
Anzahl der Spielenden: 1-4
Altersempfehlung Verlag: ab 12 Jahre
Spieldauer: 60 Minuten je Akt