Zück‘ schon mal den Notizblock – Pocket Detective: Mord auf dem Campus von Schmidt (Rezension)

Pocket Detective: Mord auf dem Campus | kooperatives Familienspiel | ab 12 Jahren | 1 bis 6 Spielende| Yury Yamshchinov | Schmidt Spiele | generationentauglich

Wie soll das denn klappen? Wie kann ein einziges Kartendeck einen Kriminalfall erzählen, wichtige Indizien in einem Mordfall bieten und zum Schluss sogar noch hieb- und stichfeste Beweise liefern? Mord auf dem Campus, der erste Fall in der Krimiserie Pocket Detective, braucht dazu genau 71 Karten.

Sieben Stapel aus Karten machen das Spiel aus.

Nix als Karten reicht für ein Krimispiel durchaus.

 


Das Spiel

Pocket Detective: Mord auf dem Campus ist ein kooperatives Familienspiel von Yury Yamshchinov und bei Schmidt Spiele erschienen. Es ist für 1-6 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

Krimispiele liegen voll im Trend. Jetzt wird die Auswahl durch die Reihe „Pocket Detective“ noch umfangreicher. Drei Fälle gibt es davon bereits. Bei Mord auf dem Campus ermitteln die Spielenden auf einem Unigelände. Ein Professor wird ermordet in seinem Büro aufgefunden. Der Hauptkommissar setzt seine besten Leute auf den Mörder an. Das sind die Spielenden. Gemeinsam werden sie den Fall lösen. Wie lückenlos sie das schaffen, wird sich herausstellen.

Eine Karte zeigt den toten im Sessel, andere tragen die Aufschrift vertraulich.

Wer spoilert, nimmt sich den Spaß

Die Spielregeln sind so einfach, dass das Spiel sogar ohne eine wirkliche Anleitung daher kommt. Was zu tun ist, steht auf den Karten. Wie es funktioniert auch. Nach dem Vorlesen der ersten drei Karten sind dann die Regeln klar. Jetzt geht es direkt an die Ermittlungsarbeit. Das Team bekommt in der Regel verschiedene Handlungsoptionen, aus denen gewählt werden kann: suche einen Ort auf, checke ein Alibi, prüfe die Fingerabdrücke einer verdächtigen Person. Je nach Wahl, geht es auf einer anderen Karte weiter. Ermittler-Profis haben längst Papier und Stift bereit gelegt. Alles Neue wird notiert. So entstehen wichtige Querverbindungen.

Fingerabdrücke der rechten Hand

Wer hat hier seine Abdrücke hinterlassen?

Die Aufklärung des Falls kostet uns natürlich Zeit. Welche Aktion wie lange dauert, teilt uns das Spiel über zwei Symbole mit. Ist auf der Karte eine Uhr aufgedruckt, vergeht eine Stunde in der Ermittlung. Das muss festgehalten werden, einerseits für die Bewertung am Ende, andererseits, weil gewisse Ereignisse erst ab einem gewissen Zeitpunkt ausgelöst werden. Trödelt man und lässt zu viel Zeit verstreichen, verpasst man vielleicht sogar wichtige Ereignisse. Am besten spezialisiert sich jemand im Team auf das Zeitmanagement. Auf manchen Karten sind auch grimmige Smileys aufgedruckt. Wählt die Gruppe eine Aktion mit diesem Symbol, müssen sogar zehn Stunden festgehalten werden.

Ein Blick auf den Tatort

Der Tatort ist klar. Aber wie lange wird das Team brauchen, den oder die Mörder:in zu finden?

Das Team selbst entscheidet über den Moment, wann sie das Spiel beenden wollen. Dann nehmen sie Kontakt mit der Staatsanwaltschaft auf. Diese will über die Zusammenhänge genauestens informiert werden. Jetzt gilt es, alle Indizien nachvollziehbar miteinander zu verknüpfen. Am Schluss springt dann eine Wertung in Punkten heraus. Von 100 werden die Stunden abgezogen. Je höher die Zahl, die sich daraus errechnet, desto erfolgreicher wurde der Fall gelöst. Das kann je nach Leistung dann zwischen Totalversagen und hervorragendem Urteilsvermögen liegen.

Eine Karte warnt davor, nicht in die Stapel zu linsen.

Ganz schön streng!

Bis zu sechs Personen können laut der Schachtel gleichzeitig den Fall lösen. Für mich persönlich wäre das zu viel. So viel gibt es dann im Spiel doch nicht zu tun. Optimal finde ich ein Duo oder Trio, das sich um das Vorlesen der Karten, das Notieren von Infos und das Zeitmanagement kümmert. So bleibt das Team auch handlungsfähig, ohne sich in endlose Diskussionen zu verstricken oder zu langweilen, und der Fall ist in 60 bis 90 Minuten absolut schaffbar. Ganz allein als Soloherausforderung kann Pocket Detective selbstverständlich auch gespielt werden. Das Alter spielt keine wirkliche Rolle. Somit ist das Spiel auch generationentauglich. Jedoch sind die Texte auf den Karten klein und eng gedruckt. Da sollte die Person mit den besten Augen für das Team vorlesen. Die Empfehlung ab 12 Jahren sollte aber wegen des Themas ernst genommen werden. Immerhin klärt das Team einen Mord auf.

Die Karte sagt: Erst lesen, dann spielen

Lasst jemanden lesen, der gute Augen hat.

 

 

Fazit
Pocket Detective: Mord auf dem Campus ist ein solides Krimispiel mit sehr einfachen Regeln, das auch wirklich gut unterhält. Statt einen Krimi nur passiv zu schauen, arbeiten die Spielenden aktiv an der Klärung des Tathergangs. Dieser kombiniert klassische und bekannte Motive des Genres. Der Fall ist einstiegsfreundlich. Das Spiel belohnt am Schluss mit dem angenehmen Gefühl der Genugtuung, einen Mörder gefasst zu haben.

 

Bewertung / Test
+ sehr einfache Regeln
+ überschaubarer Zeitrahmen
+ nachvollziehbare Indizienketten
+ Das Team entscheidet, wann das Spiel endet
– stereotype Krimi-Motive
– kleingedruckte Texte

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kooperative Spiele”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3

Pocket Detective: Mord auf dem Campus (2019)

Spielidee: Yury Yamshchinov
Verlag:  Schmidt Spiele
Spieler:innenanzahl: 1-6 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten

Generationentauglich: Eingeschränkt ja wegen der Schriftgröße. Bitte die Altersempfehlung von 12 Jahren wegen des Themas beachten.

 

 

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