Wer kombiniert am Besten? – The Key von Haba (Rezension)

The Key | Familienspiel | ab 8 Jahren | 1 bis 4 Spielende | Thomas Sing | Haba | pädagogisch wertvoll

Land aufwärts, Land abwärts sind sie beliebt und hoch im Trend: Rätsel-, Escape-, & Krimispiele. Auch Haba mischt mit. Denn mit „The Key – Sabotage im Lucky Lama Land “ ist dem Verlag als Drittes im Bunde in der The Key Reihe erneut ein Spiel gelungen, das durch Kombination von Hinweisen eines Krimi-Falles zur Lösung führt. So leicht, wie es denn Anschein hat – bei einer Altersangabe von ab 8 Jahren – ist das Spiel allerdings mitnichten. Doch lest selbst:

 

Das Spiel
The Key – Sabotage im Lucky Lama Land ist ein Familienspiel von Thomas Sing und bei Haba erschienen. Es ist für 1 bis 4 Spielende geeignet und kann laut Verlag ab 8 Jahren gespielt werden.

An drei Tagen im Mai wurden drei Attraktionen im Freizeitpark von drei verschiedenen Täter:innen mit drei verschiedenen Tatwerkzeugen manipuliert. Zum Glück wurde dies rechtzeitig bemerkt, so dass nichts Schlimmeres passiert ist. Allerdings gilt es nun herauszufinden, wer wann und wie welche Attraktion manipuliert hat.

Zu Spielbeginn wird sich für eine Schlüsselfarbe entschieden, denn dieser Schlüssel gibt den Fall vor. Den Spielenden stehen verschiedenste Hinweiskarten zu Verfügung, die bunt gemischt auf dem Tisch ausgebreitet liegen. Die Rückseite mit dem Farbcode zeigt nach oben. Interessant sind nur Karten, die die Farbe des Schlüssels zeigen, da alle anderen falsche / unnütze Hinweise enthalten.

Gleichzeitig greifen alle Mitspielenden nun nach einer Karte, drehen sie um und betrachten den Hinweis. Ist die Information verwertet, kann sofort die nächste Karte genommen werden.
Es gibt Karten, die Infos über die Person geben, den Tag, den Ort oder eben die Zeit. Um die Hinweise einordnen und bewerten zu können, stehen Fallakten zur Verfügung. Beispielsweise sind dort die Täter:innen beschrieben, mit Alter und einem Schuhabdruck.

Die Karten im Detail
Fußabdruckhinweise zeigen spiegelverkehrte Fußabdrücke, die auf eine Attraktion verweisen. Um bewerten zu können, wem der Fußabdruck gehört, steht ein kleiner Spiegel zur Verfügung. Die Abdrücke zu vergleichen ist mitnichten leicht, manchmal sind es kaum sichtbare Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen. Showticketkarten zeigen, welche Shows eine Person besucht hat. Im Showplan kann verglichen werden, an welchen Tagen die Shows aufgeführt wurden, so dass sich auch hier Rückschlüsse ziehen lassen. Bei Schnappschusskarten werden Hintergründe des Parks von bestimmten Fotostationen aus angezeigt sowie das Tatwerkzeug. Mithilfe des Parkplans kann kombiniert werden, an welcher Attraktion welches Tatwerkzeug genutzt wurde.

Ist man sicher eine Information erlangt zu haben oder ausschließen zu können, wird dies auf dem Aktenkoffer (mit Sichtschirm) mit abwischbaren Stiften markiert.

Der für die Lösung benötigte dreistellige Zahlencode wird mittels Code-Tabelle auf dem Aktenkoffer-Sichtschirm kombiniert. Anschließend steckt man den Schlüssel von unten ins Lösungstableau, dreht es um und schaut, ob dort die zum Schlüssel passende Farbe angezeigt wird. Auch wenn falsche Karten genommen werden, sind diese zu behalten. Denn es gewinnt nicht, wer am Schnellsten war, sondern wer die Lösung ermittelt und dazu die wenigsten Ermittlungspunkte benötigt hat (Auf den Karten sind 2-4 Ermittlungspunkte abgedruckt).

 


Fazit 

WOW. Das Spiel hat es in sich. Wir haben in unserer Testrunde nicht erwartet, dass der Schwierigkeitsgrad doch so hoch ist. Nein, The Key – Sabotage im Lucky Lama Land ist kein Expert:innenspiel und auch nicht zu komplex. Allerdings dann doch zu schwer, um eine Altersempfehlung ab 8 Jahren zu geben. Das Spiel ist eher erst ab 10 Jahren zu empfehlen.

Natürlich gibt es auch einfache Hinweise, aber einige Tipps benötigen andere Informationen, bevor diese ausgewertet werden können. Um an die benötigten Infos zu kommen, müssen beim Ziehen der Karten nicht nur die richtige Farbe, sondern auch die Icons im Blick behalten werden. Denn diese geben Aufschluss darüber, welche Informationen sich auf der Karte befinden. Das ist herausfordernd.

Zudem kann es vorkommen, dass die gleiche Information mehrfach herhalten wird, während benötigte auf sich warten lassen.  Dabei sollten alle Spielenden stehts hoch konzentriert bleiben. Denn anders ließen sich beispielsweise die kaum wahrnehmbaren Unterschiede bei den Fußabdrücken kaum unterscheiden. Auch sollte eine gute Portion Vorstellungsvermögen vorhanden sein, um die Schnappschüsse aus den Fotostationen zuordnen können. Dabei fehlte es uns teilweise an Eindeutigkeit. Andererseits steigerte dies die Spannung. Ein Fall ist eben nicht immer mit wenigen Karten zu lösen.

9 verschiedene Fälle sind enthalten und wider erwarten können diese sogar mehrfach gespielt werden. Die Codes sind schnell vergessen und es steht eine Vielzahl an Hinweiskarten zur Verfügung, die immer wieder anders zum Ziel führen.

Würde Haba die Altersempfehlung anheben, würden wir dem Spiel volle Punkte geben. Denn Sabotage im Lucky Lama Land hat allen Spielenden sehr gut gefallen: In kurzen Spielerunden kombinieren, tüfteln und rätseln und das alles ohne, dass das hochwertige Spielmaterial beschädigt wird – mit einfachen Regeln, aber dennoch herausfordernd. Das ist doch alles, was sich das Rätselherz wünscht. Von uns daher: Ein klare Empfehlung!

 

Bewertung / Test
+ Anspruchsvolle Rätsel
+ Kurze Spielzeit
+ Hoher Widerspielwert
+ Spannung und Nervenkitzel
+ Hochwertiges Material
– Definitiv nicht für Einsteiger:innen oder 8-Jährige geeignet

 

(Eine Rezension von Petra Fuchs)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altergruppe ab 76 Jahre
3.8

The Key - Sabotage im Lucky Lama Land (2020)

Spielidee: Thomas Sing
Grafik: Timo Grubing
Verlag: Haba
Anzahl der Spielenden: 1 bis 4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten

Generationentauglichkeit: Vom Spielprinzip, wenn alle fit genug sind ja. Allerdings sind manche Hinweise, wie z. B. Schuhabdrücke schwer zu erkennen.

Pädagogisch wertvoll: Auf jeden Fall. Es werden Konzentration und Kombinationsgabe gefördert.

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