Was wirklich geschah – Pocket Detective: Gefährliche Machenschaften von Schmidt Spiele (Rezension)

Pocket Detective: Gefährliche Machenschaften | Familienspiel| ab 12 Jahren | 1 bis 6 Spieler:innen | Yury Yamshchinov | Schmidt Spiele| generationentauglich

Wie soll das denn klappen? Wie kann ein einziges Kartendeck eine spannende Geschichte erzählen, wichtige Indizien in einem Mordfall bieten und zum Schluss sogar noch hieb- und stichfeste Beweise liefern? Die Krimiserie Pocket Detective schafft das mit genau 110 Karten.

Ein Blick auf die Spieleschachtel und die Erklärkarten

Mit 110 Karten kopfüber in den Krimi

 

Das Spiel
Pocket Detective
ist ein Familienspiel von Yury Yamshchinov und bei Schmidt Spiele erschienen. Es ist für 1-6 Spieler:innen geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

Krimispiele liegen voll im Trend. Jetzt wird die Auswahl durch die Reihe „Pocket Detective“ noch umfangreicher. Drei Fälle gibt es davon bereits. Bei Gefährliche Machenschaften fällt ein Mann aus dem Fenster eines Hotels. Zufall? Mord? Als gewiefte Journalisten wittern wir sofort eine Story und holen uns das Okay des Chefredakteurs ein. Ab sofort ermitteln wir gemeinsam, um die Zusammenhänge verstehen zu können und den Fall aufzulösen. Wenn da nicht die Polizei wäre, die uns das Leben schwer macht.

Verschiedene Katzen zeigen verschiedene Orte zur Investigation

Wohin führt die heiße Spur nur als nächstes?

Die Spielregeln sind so einfach, dass das Spiel sogar ohne eine wirkliche Anleitung daher kommt. Was zu tun ist, steht auf den Karten. Wie es funktioniert auch. Nach den ersten drei Karten ist dann alles klar. So geben uns die Anweisungen in der Regel verschiedene Optionen, aus denen wir auswählen können: Suche einen Ort auf, checke ein Alibi, prüfe die Finanzen einer verdächtigen Person. Je nach Wahl, geht es auf einer anderen Karte weiter. Als erfahrene Ermitter:innen haben wir eh längst Papier und Stift bereit gelegt. So notieren wir alles Neue und stellen wichtige Querverbindungen her.

Drei Karten erklären die ganze Regeln. Danach orientieren wir uns an den Symbolen im oberen rechten Eck

Alle Regeln passen auf drei Karten. Schon geht’s ab ans Hotel.

Mechanisch bietet Gefährliche Machenschaften zwei Besonderheiten. Zum einen gibt es die Einheit Zeit, die mit einem kleinen Uhren-Symbol dargestellt ist. Je mehr Spuren nachgegangen wird, desto mehr Zeit geht dabei drauf. Das macht sich bei der Abschlusswertung bemerkbar, denn je mehr Zeit zum Lösen gebraucht wird, desto weniger überzeugt ist der Chefredakteur von der Leistung. Außerdem können die Zeiteinheiten auch Einfluss darauf haben, ob ein Ereignis auf einer Karte ausgelöst wird oder nicht.

Die andere Mechanik sind Polizeikarten. Setzt man eine verdächtige Person zu stark unter Druck oder verschafft man sich vielleicht illegalerweise Zugang zu einem Gebäude, muss gezogen werden. Manchmal geht es gut, manchmal gibt es richtig Ärger mit dem Sheriff. Schlecht für die Schlusswertung.

Die Polizei beobachtet genau unsere Untersuchungen

Nicht zu wild recherchieren – der Sheriff hat ein Auge auf uns geworfen

Die Spieler:innen entscheiden selbst über den Moment, wann sie das Spiel beenden wollen. Dann nehmen sie Kontakt mit dem Chefredakteur auf. Der will über die Zusammenhänge genaustens informiert werden. Jetzt gilt es, alle Indizien nachvollziehbar miteinander zu verknüpfen. Am Schluss springt dann eine Wertung in Punkten heraus. Je mehr, desto erfolgreicher haben wir den Fall gelöst.

Bis zu 6 Personen können an dem Fall arbeiten. Für mich persönlich wäre das zu viel. So viel gibt es dann im Spiel doch nicht zu tun. Optimal finde ich maximal drei Spieler:innen, die sich dann um das Vorlesen der Karten und das Notieren von Infos kümmern. So bleibt das Team auch handlungsfähig, ohne sich in endlose Diskussionen zu verstricken, und der Fall ist in 60 bis 90 Minuten absolut schaffbar. Dabei spielt das Alter nach oben wirklich keine Rolle. Jedoch sind die Texte auf den Karten klein und eng gedruckt. Da sollte die Person mit den besten Augen den Job der Vorleser:in übernehmen. Die Empfehlung ab 12 Jahren sollte aber wegen des Themas ernst genommen werden.

Pocket Detective: Krimispaß für die Hosentasche

Krimispaß für die Hosentasche

 

 

Fazit
Pocket Detective: Gefährliche Machenschaften ist ein solides Krimispiel mit sehr einfachen Regeln, das auch wirklich gut unterhält. Statt einen Krimi nur passiv zu schauen, arbeiten die Spieler:innen aktiv an der Klärung des Tathergangs. Dieser kombiniert klassische und bekannte Motiven des Genres, wirkt jedoch ein bisschen aufgesetzt. Aber auf jeden Fall belohnt das Spiel am Schluss mit dem angenehmen Gefühl der Genugtuung, wenn der Fall abgeschlossen ist.

 

Bewertung / Test
+ sehr einfache Regeln
+ überschaubarer Zeitrahmen
+ nachvollziehbare Indizienketten
+ Das Team entscheidet, wann das Spiel endet
– stereotype Krimi-Motive
– kleingedruckte Texte

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.5

Pocket Detective: Gefährliche Machenschaften (2020)

Spielidee: Yury Yamshchinov
Verlag:  Schmidt Spiele
Spieler:innenanzahl: 1-6 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 bis 90 Minuten

Generationentauglich: Eingeschränkt ja. Bitte die Altersempfehlung von 12 Jahren wegen des Themas beachten.

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