Scrabble in 3D: Topwords von Spin Master Games (Rezension)

Topwords  Familienspiel | ab 8 Jahren | 1 bis 4 Spieler:innen | Lizenzausgabe | Spin Master | Optional: weitgehend generationentauglich

Wem Scrabble zu banal ist: Hier kann man buchstäblich Wörter überschreiben. Einerseits ist Topwords ein Gehirntraining, andererseits anstrengender als das gemütliche Scrabble. Nach dem Überschreiben müssen weiterhin alle Wörter sinnvoll sein.

Spielschachtel und Inhalt

 

Das Spiel
Topwords
 ist ein Familienspiel und bei Spin Master Games erschienen. Es ist für 1 – 4 Spieler:innen geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Mein Topwords ist von Parker und aus dem Jahr 2007. Das Spiel ist als Marke eingetragen und diese Ausgabe erschien 2020 unter Lizenz in einem kanadischen Verlag in neuer Gestaltung.

Es könnte der Verdacht aufkommen, beim neuen Design hätte eine OP-Schwester mitgearbeitet. Die Farbgestaltung ist kühl und der Beutel für die Buchstaben aus Kunststoff könnte auch an einem Operationstisch liegen. Ein Stoffbeutel, zudem etwas größer, wäre gefälliger gewesen und praktischer, doch lässt sich über Geschmack trefflich streiten.

Zum Spielprinzip: Wir beginnen mit gezogenen 7 Buchstaben. Wer beginnt, legt daraus ein Wort in die Mitte des Spielbretts, das 10 auf 10 Felder umfasst (bei Scrabble sind es 15 auf 15). Nach jedem Zug ergänzt man seinen Buchstabenvorrat wieder auf 7. Kann oder will man kein Wort legen, ist ein Buchstabe auszutauschen, den man aus dem Beutel zieht.

Das nächste gelegte Wort muss Buchstaben des vorhandenen Wortes nutzen, so ergibt sich ein sinnvolles Wortgitter wie bei einem Kreuzworträtsel. Auf der untersten Ebene, also direkt auf dem Spielbrett wird jeder Buchstabe mit 2 Punkten gewertet, Qu, X, Y, Z bringen zwei Zusatzpunkte.

Spielfeld mit Wörtern belegt, Spielertableau mit Buchstaben

Was könnte man hier legen? Auflösung am Ende der Rezension

Bei Topwords kann man Wörter verändern, indem man mit eigenen Buchstaben vorhandene Wörter teilweise überschreibt. So kann aus einem „aber“ ein „Adel“ werden, indem man das B mit einem D und das R mit einem L überschreibt. Nun bringt jeder Buchstabe nur noch einen Punkt, wobei die überschriebenen mitgezählt werden. Das ist zu Beginn etwas verwirrend, doch hilft die Regel, dass nur bei neu gelegten Wörtern die 2 Punkte gerechnet werden. So oder so muss sich dann wieder ein sinnvolles Wortgitter ergeben. Abkürzungen, Eigen- oder Ortsnamen sind nicht erlaubt, ebenso darf man nicht einfach ein Wort in die Mehrzahl versetzen.

Ganz geschickt ist es, mit einem Buchstaben auf einem Kreuzungspunkt zweier Wörter zu legen und damit beide Wörter sinnvoll zu ändern. Dann werden beide gewertet.

Buchstabenplättchen auf Spielbrett

Mit Nasen und Löchern sitzen die Buchstabenplättchen sicher an ihrem Platz.

All das führt zu langen Nachdenkzeiten, wobei ja alle Spieler:innen gleichzeitig nachdenken sollten. Es gibt allerdings Mitspieler:innen, die schalten bei den Zügen der anderen ab und schalten ihr Gehirn erst wieder ein, wenn sie dran sind (mit dem Worten: „ach, bin ich schon wieder dran?“). Mit solchen am Tisch wird es bei Topwords schwer erträglich zäh. Von den reinen kreativen Überlegungen her ist Topwords Gehirntraining, weil jede Idee durchdacht werden muss, ob das Wortgitter sinnvoll bleibt. Und da überlegt man schon mal länger.

Halb gedrehtes Spielbrett mit Buchstaben belegt

Der obere Teil des Spielbretts lässt sich drehen. So braucht man nicht kopfüber grübeln.

Bei dieser neuen Ausgabe ist der obere Teil des Spielfelds drehbar. Das hilft Spieler:innen, die nicht gut auf den Kopf gestellte Wörter lesen können. Meine Ausgabe von 2007 (Parker) lässt sich auf glatter Oberfläche auch so drehen ohne dass etwas verrutscht.

Buchstabenplättchen N und Z

Kleines Manko: N und Z lassen sich kaum unterscheiden.

Zu bemängeln habe ich die Ähnlichkeit der Buchstabenplättchen N und Z, die sind nur schwer auseinanderzuhalten. Ein kleiner Strich unter dem Z hätte hier abhelfen können. Ich würde das mit einem Permanentstift nachholen.

Rückmeldung des Verlages: wird in der nächsten Auflage noch in diesem Jahr korrigiert.

Topwords hat auch einen Solomodus. Das Spiel mit „ab 8 Jahren“ deklariert, sinnvoll dürfte es erst ab 12 Jahren sein. Ein Duden hilft und schlichtet.

Fazit

Topwords ist eine Herausforderung für Scrabble-Spieler:innen, die mehr wollen. Für mich ist Scrabble eine gemütliche Partie beim Tee. Topwords bewerte ich als anstrengend und es war schon sehr lange nicht mehr auf dem Tisch. Aber deshalb ist es kein schlechtes Spiel. Herausfordernd ist das nettere Wort dafür.

P.S. zum Bild: Aus dem Rüden habe ich Roden gemacht: 11 Punkte.

 


Bewertung / Test
+ anspruchsvolles Wortlegespiel
+ fördert kreatives Sprachverständnis
+ klare Gestaltung
– eher anstrengend als entspannend
– ich finde: Zu viel Plastik

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.4

Topwords (2020)

Spielidee: Nicht genannt, auch bei der alten Version nicht
Grafik: N.N.
Verlag:  Spin Master Games
Spieler:innenanzahl: 1 – 4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 45 – 60 Minuten

Generationentauglichkeit: Im Prinzip ja, Material lässt sich gut greifen und positionieren, die Buchstaben sind groß und klar (bis auf die Unterscheidung von N und Z)

Pädagogisch wertvoll: Fördert Konzentration, Rechtschreibung und Wortschatz

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