Schau mal, da glitzert was – Everdell Pearlbrook (Rezension)

Everdell Pearlbrook | Erweiterung | ab 8 Jahren | 1 bis 4 Spielende | James A. Wilson | Pegasus

Westlich des Immerbaums schlängelt sich ein Fluss. Dort, verborgen unter der Wasseroberfläche, sollen an geheimnisvolle Orten wundersame Unterwasserwesen über wertvolle Perlen wachen. Doch wie können wir dorthin gelangen? Fragen wir doch einfach den Frosch nach dem bisher unbekannten Perlenbach.

In Pearlbrook steckt mehr niedliches Material für Everdell

In Pearlbrook steckt mehr niedliches Material für Everdell

 

 

Das Spiel
Everdell Pearlbrook
ist eine Erweiterung von James A. Wilson und bei Pegasus erschienen. Es ist für 1-4 Spielende geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

Pearlbrook ist die erste in Deutschland erhältliche Erweiterung zu Everdell. Sie vervollständigt das Grundspiel um den nierenförmigen Flussspielplan, der links an den Hauptspielplan angelegt wird. Auf ihm befinden sich fünf neue Einsatzfelder, die mit einem Froschfuß markiert sind. Eines davon nennt sich die Untiefe. Dort kann man die neue Ressource bekommen, die glitzernden Perlen.

Ein Blick auf die Untiefe mit den Perlen.

Her mit den Perlen!

Das geht aber nur mit dem neuen putzigen Frosch. Ihn erhält man gleich zu Beginn zu den Startfiguren dazu. Auch die anderen vier neuen Einsetzfelder kann nur der Frosch aktivieren. Welche Aktion sich dort verbirgt, ist aber zuerst unklar. Die Karten liegen dort nämlich verdeckt und müssen erst entdeckt werden. Erst wenn die eigene Stadt die Bedingungen erfüllt, die an den Feldern vorgegeben ist, kann der Ort aktiviert werden. So müssen zum Beispiel schon drei grüne Produktionskarten in der eigenen Auslage platziert sein. Die Person, die als erste diese Voraussetzung erfüllt, und seinen Frosch dort hinschickt, bekommt zusätzlich eine der wertvollen Perlen als Belohnung. In den darauf folgenden Runden können dann alle Spielenden, wenn sie die Bedingungen auf der Karte erfüllen, diese Aktion ausführen.

Die neuen Einsetzfelder zeigen Bewohner der Tiefe

Zu Besuch bei Omicron. „Koi“ Problem in Everdell.

Neu in der Erweiterung sind auch die beiden Spielplanauflagen, die rechts und links des Immerbaums gelegt werden. Sie überdecken die bisherigen Einfachen Ereignisse. Die werden nun auch nicht mehr benötigt und bleiben in der Spielkiste. Stattdessen befinden sich dort die neuen Wunder, die zwischen 10 und 25 Punkte für die Abschlusswertung bringen. Das ist viel, kostet aber auch viel. Um sie zu bekommen, setzt man dann unter anderem seine mühevoll gesammelten Perlen ein.

Zwei der neuen Wunder

Da muss vorher heftig gesammelt werden, bis es die Punkte für die Schlusswertung gibt.

Perlen braucht es aber auch, um neuen Schmuckstückkarten auszuspielen, von denen man zwei zu Spielbeginn erhält. Was sie genau bringen, hält man vor den anderen Spielern geheim. Alle diese Karten haben einen einmaligen Effekt beim Ausspielen und bringen zusätzlich noch individuelle Punkte für das Spielende. Der richtige Zeitpunkt zum Ausspielen bewirkt dann häufig einen Ressourcen-Boost. Und die kann man in Everdell ja immer gebrauchen.

Ein Blick auf die Schmuckstückkarten Kompass und Tiara

Wann spiele ich bloß den Kompass am Besten aus?

Selbstverständlich wirkt sich das Vorhandensein des Flusses auch auf die eigene Stadtauslage aus. Die neuen Bauwerke und Wesen aus der Erweiterung werden in den Nachziehstapel eingemischt. Sie spielen sich genauso, wie im Grundspiel. Damit kommt Abwechslung in die eigene Auslage, aber keine Verwirrung. Das ist gut so.

Der neue Otter und die neue Karte Piratenschiff

Ein Otter auf einem Piratenschiff? Gibt es nur im Pearlbrook!

Natürlich kann man Pearlbrook auch ohne andere Personen spielen. Wie gewohnt stellt sich dann Fusselwürz als Solo-Herausforderung zu Verfügung. Weil auch in dieser Erweiterung ein Spiel mit drei oder vier Personen den zeitlichen Rahmen sprengen kann, wenn viel gegrübelt wird, ist das für ungeduldige Menschen sicher eine Überlegung wert.

Die verdeckten Karten bringen den Faktor Glück ins Spiel

Sol ich, soll ich nicht? Sei kein Frosch – wer zu lange grübelt, nimmt den Spielfluss aus Pearlbrook.

Alles in allem bleibt auch Everdell durch die Erweiterung ein Kennerspiel. Damit zielt es auf eine spielerfahrene Personengruppe ab. Generationentauglich ist es dadurch meiner Meinung nur bedingt. Vorerfahrung mit komplexen und zeitintensiven Spielen ist von Vorteil.

 

Fazit
Insgesamt fügt sich die Erweiterung sehr geschmeidig in das Grundspiel ein. Am Ablauf einer Partie ändert sich nichts, an der Spieldauer eigentlich auch nichts. Jedoch kommt durch die verborgene Kartenauslage am Fluss eine spürbare Prise Zufall in das Spiel. Die neuen Wunder bringen deutlich mehr Punkte. Und auch für Perlen, die am Schluss noch im Besitz der Spieler sind, werden Punkte für den Endpunktestand vergeben.

Als neue Arbeitertiere können jetzt auch die Otter ausgewählt werden. Alles sieht Everdell gemäß wieder wunderschön aus und passt optisch auch hervorragend in den Stil des Grundspiels. Die wenigen neuen Regeln, die es für Pearlbrook zu kennen gilt, werden in der Spielanleitung klar und verständlich beschrieben. Wer das Grundspiel kennt, hat auch damit keine Probleme. Wer das Grundspiel mag, mag sicher auch die Erweiterung. Spaß bei Everdell habe ich aber auch ohne die Pearlbrook-Erweiterung.

 

 

Bewertung / Test
+ fügt sich unproblematisch in das Grundspiel an
+ neue Otter-Meeple bringen Abwechslung
+ Neue Flusskarten bringen Abwechslung
– Zufallsfaktor erhöht sich
– Keine Erweiterung, die man unbedingt haben muss

(Eine Rezension von Oli Clemens)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Erweiterung”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
3.5

Everdell Pearlbrook (2021)

Spielidee: James A. Wilson
Grafik: Andrew Bosley, Dann May
Verlag: Pegasus
Anzahl der Spielenden: 1-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: ca 40-80 Minuten, kann sich aber spürbar verlängern, wenn viel gegrübelt wird.

Generationentauglichkeit: Komplexität, Schrift und Material sind nicht generationentauglich.

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