Nicht vom Schaukelschiff rutschen: Gezanke auf der Planke von Zoch (Rezension)

Gezanke auf der Planke | Kinderspiel | ab 6 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Bernhard Weber | Zoch | pädagogisch wertvoll 

Balance und Hebelwirkung können das Piratenschiff ins Wanken bringen und Piraten fallen von Bord. Ups, da erschrecken sich die Haie und suchen das Weite. Klug ist es, sich auf der richtigen Stelle zu positionieren  und Dublonen einzusammeln.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Gezanke auf der Planke
 ist ein Kinderspiel von Bernhard Weber und bei Zoch erschienen. Es ist für 2 – 4 Spielende geeignet und kann ab 6 Jahren gespielt werden.

Das Piratenschiff wird vor dem ersten Spiel zusammengebaut und passt auch dann noch in die Schachtel. Ich habe die Steckverbindung gleich verklebt, dann kann nichts auseinander gehen. Die Qualität der Stanzteile ist gut und es würde auch ohne Kleben halten.

Piratenfiguren aus Holz sind auf dem Schiffsdeck verteilt

Die Planken sind unterschiedlich. Zu Beginn liegen die Felder mit Tau in einer Reihe.

Auf Deck werden die verschiebbaren Planken eingesetzt, beliebig in der Farbreihenfolge. Die abgebildeten Seile in der Mitte sollen eine Linie bilden. Alles einfach und von jüngeren Kindern zu bewältigen. Sodann werden im Wechsel die Piratenfiguren auf das Schiff gestellt. Sicher sind die Plätze in der Mitte, doch ertragreicher sind die Plätze an den Außenseiten.

Das Spielschiff, zwei heruntergefallene Piratenfiguren, zwei Farbwürfel

Oh je, zwei Piraten sind ins Wasser gefallen.

Die Farbwürfel werden geworfen und müssen unterschiedliche Farben anzeigen. Ist es ein Pasch, wird ein Würfel nochmals geworfen. Nun hast Du die Entscheidung zu treffen, bei welcher der beiden Farben die Planke bewegt wird. Du schiebst sie um so viele Felder weit, wie Piraten auf dieser Planke stehen. Das kannst Du benutzen, um Deine Piraten mehr in die Mitte zu bringen und zu sichern oder eben um gegnerische Piraten ins Wasser fallen zu lassen. Irgendwann kippt nämlich die Planke vom Schiff und alle Piraten darauf fallen ins Wasser. Zu Beginn schwirren sieben Haie um das Schiff herum. Fallen Piraten ins Wasser, erschrecken sie und einer der Haie verschwindet.

Der zweite Würfel bestimmt, auf welche Planke Du einer Deiner Figuren auf dem Schiff versetzt. Das kann dann ein freies Feld sein. Erlaubt ist aber auch zu rempeln und einen anderen Piraten mehr Richtung Mitte zu schubsen. Bei dieser Aktion darf das Schiff nicht kippen.

Nun entscheidet jede Person für sich, ob die eigenen Piraten im Wasser wieder auf das Schiff gesetzt werden oder ob die Piraten auf dem Schiff ihre Belohnungen kassieren. Das sind bis zu zwei Dublonen pro Pirat, die in Form von Dublonenkarten ausbezahlt werden.

Piraten auf dem Schiff verdecken gleichzeitig die Felder

Die Piraten stehen prima, verdecken aber die Belohnungsfelder.

Tja, hier kommt das Hauptproblem des Spiels: die Piraten stehen nämlich auf den Abbildungen mit den Dukaten. Auf den äußersten Feldern gibt es zwei Dukaten, das ist schnell klar. Aber auf den anderen Feldern muss man die Piraten anheben um nachzuschauen. Und da verliert man schnell mal den Überblick.

Das zweite Problem: beim Schieben der Planken gilt es die Markierungen zu beachten: von Strich zu Strich ist es ein Feld. Da braucht es schon die Aufsicht eines Erwachsenen, damit es korrekt zugeht: wo stand die Planke vorher? Richtig gezählt? Doch mal ein bisschen zu weit geschoben und die Planke ist gekippt?

Um zu gewinnen und um das Spiel voranzutreiben, braucht es ein bisschen Bosheit. Und das müssen die anderen aushalten. Das ist ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Effekt. Da passiert es, dass Piraten seelenruhig auf den Außenseiten stehen, Runde für Runde ihre Dublonen kassieren, aber die Farbe nicht gewürfelt wird um das ändern zu können. Und deren Piraten runterrutschen, die verlieren eine Wertungsrunde, weil die Wahl ist, entweder Piraten wieder an Bord zu holen oder die Belohnungen zu kassieren.

Das Gezanke endet, wenn alle 7 Haie verscheucht sind. Wenn alle nur nett spielen, kann sich das hinziehen und die Dukatenkarten reichen nicht. Das ist dann aber auch nicht so reizvoll. Spannender ist abzuschätzen, wann eine Planke kippen dürfte, wenn man sie schiebt. Das hat mit Gleichgewicht und Hebelwirkung zu tun.

Die Anleitung ist klar, übersichtlich und sehr gut illustriert. Die Farben sind gut unterscheidbar, das Material griffig.

 

Fazit
Gezanke auf der Planke ist im Prinzip ein schönes Spiel mit Glücks- und Ärgerfaktor. Es erfordert Feinmotorik und schult taktisches Denken. Es braucht meines Erachtens einen Erwachsenen mit am Tisch, sonst ist Gezanke vorprogrammiert. Es dürfte auch nicht mit jedem Kind Spaß machen, denn es erfordert Konzentration und Frustrationstoleranz. Die aufgedruckte Altersangabe ab 6 stimmt schon, obwohl weder Lesen noch Rechnen gefragt sind.

Für ältere Menschen ist es gut spielbar, soweit die Feinmotorik nicht eingeschränkt ist. Das Schieben der Planken und das Positionieren der Piraten erfordert eine ruhige Hand.

 

 

Bewertung / Test
+ schönes Material mit Aufforderungscharakter
+ schult Konzentration und taktisches Denken
+ leicht erlernbar
– erfordert Frustrationstoleranz
– Piratenfiguren verdecken die aufgedruckten Dublonen

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)

Porträtfoto Paul Theisen
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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kinderspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre

Gezanke auf der Planke (2021)

Spielidee: Bernhard Weber
Grafik: Michele Cavaloti
Verlag: Zoch
Anzahl der Spielenden: 2 – 4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 6 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglichkeit: Leicht begrenzt (siehe Fazit)
Pädagogisch wertvoll: Schult Konzentration, taktisches Denken und Frustrationstoleranz

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