Mach die Karten zum Garten – Ohanami von NSV (Rezension)

Ohanami | Familienspiel | ab 8 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Steffen Benndorf | NSV generationentauglich

Spiele, die eine Beziehung zur Natur aufbauen, wecken immer besonders meine Neugierde. Und wenn sie dazu noch einen fremd klingenden, fast exotisch anmutenden Namen tragen, umso mehr. Ohanami kommt aus der japanischen Sprache. Es verweist auf eine Tradition, in jedem Frühjahr die Schönheit der blühenden Kirschbäume zu feiern. Und genau dazu lädt uns das Spiel ein.

120 Karten in einer kleinen Schachtel feiern das japanische Kirschblütenfest.

120 Karten in einer kleinen Schachtel feiern das japanische Kirschblütenfest.

 


Das Spiel
Ohanami
ist ein Familienspiel von Steffen Benndorf und bei NSV erschienen. Es ist für 2-4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Die Spielenden legen bis zu drei Gärten vor sich aus. Das sind Kartenreihen. Die Karten dazu kommen aus der Hand. Davon hat jede Person am Tisch zum Beginn einer Runde immer zehn. Sie tragen die Werte von 1 bis 120 und unterscheiden sich in vier verschiedenen Farben. Gleichzeitig wählen die Spielenden zwei dieser Karten aus und geben den Rest dann an die nächste Person weiter. Das wiederholt sich, bis zum Ende der Runde alle 10 Karten aus jeder Hand aufgeteilt wurden. Für diese Spielmechanik hat sich sich der Begriff Drafting eingebürgert.

Ist eine Karte in den Garten ausgespielt, kann die Reihe in den Werten noch oben und unten durch weitere Karten aufsteigend und absteigend erweitert werden. Dabei können beliebige Zahlensprünge gemacht werden. Das Problem: Zwischen ausgelegte Karten darf nichts mehr gespielt werden. Aber keine Sorge, denn wenn mal etwas nicht passt, können die Karten auf dem Ablagestapel entsorgt werden. Eine negative Konsequenz hat das dann aber nicht, außer dass so potentiell weniger Punkte zusammen kommen.

Die drei Kartenreihen entsprechen den drei Gärten

Linke Reihe – das geht so nicht. Die Karten müssen in der Reihenfolge gelegt werden.

Die Spielenden draften sich so durch drei Runden. An jedem Rundenende findet eine Wertungen statt. Am Ende von Runde eins werden ausschließlich die blauen Karten in den ausgelegten Gärten gewertet. Jede bringt drei Punkte. Das wird direkt in einem Wertungsblock festgehalten. Am Ende von Runde zwei gibt es zusätzlich zu den blauen Karten auch noch jeweils vier Punkte für jede ausgelegte grüne Karte. Das Finale Furioso findet dann zum Ende der dritten Runde statt. Dann gibt es wieder Punkte für blaue und für grüne Karten. Ausgelegte graue Karten bringen jetzt sieben Punkte. Und wer auch viele rosa Karten ausgespielt hat, hamstert noch richtig großzügig Punkte dazu.

Gewonnen hat zum Ende die Person mit den meisten Punkten. Ergebnisse von 160 Punkten aufwärts sind bei Ohanami keine Seltenheit. Deswegen sollte die Person in der Runde die Schreibarbeit übernehmen, die gerne im Kopf rechnet. Insgesamt dauert eine Runde etwa 15 bis 20 Minuten. Schnell genug also, um gleich noch eine zweite dran zu hängen.

Auf einen kleinen Wertungsblock werden die Uahlen addiert.

Rosa Karten können am Schluss über den Sieg entscheiden

Der Grund, warum sich Ohanami so schnell spielen lässt, liegt an der wirklich gelungenen Kombination aus Draftmechanismus und minimalen Regeln. Somit können auch Anfänger:innen sehr schnell in das Spiel mit einsteigen. Und jede zusätzliche Person tut auch gut. So richtig entfaltet das Spiel seinen Reiz nämlich erst, wenn zu dritt oder viert gespielt wird. Dann sind nämlich mehr Karten im Spiel. So trifft man unverhofft auf passende oder unpassende Karten und muss auch in der eigene Taktik flexibler bleiben.

Auch wenn das Spiel optisch mit seinen Naturmotiven ansprechend gestaltet ist: Mit der japanischen Kirschblüte oder einer Feier hat es so wenig zu tun, wie diese Rezension mit dem Literaturnobelpreis. Wer damit leben kann, findet aber ein solides Spiel vor, das sich schnell spielen lässt und quer durch die Generationen Spaß macht. Einzig das Verlängern eine Kartenreihe hin zu den größeren Werten kann für betagte Hände taktil eine Herausforderung bedeuten, weil die Karten untereinander geschoben werden müssen.

Im Vordergrund die Kartenhand, im Hintergrund das Cover der Spieleschachtel

Sortieren hilft dabei, den Überblick zu behalten

 

 

Fazit
So schnell erklärt ist selten ein Spiel. Dazu sieht es hübsch aus und das Drafting klappt sehr gut. Das macht Ohanami interessant, wenn man schnell zu dritt oder viert etwas spielen möchte und sich dabei auch noch entspannt unterhalten möchte.

 

 

Bewertung / Test
+ schnell erklärt und erlernt
+ absolut sprachneutral
+ Drafting klappt sehr gut
+ hübsch illustriert
– zu zweit spielbar, aber erst ab drei Personen mit der passenden Dynamik
– Thema sehr aufgesetzt

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.5

Ohanami (2019)

Spielidee:Steffen Benndorf
Grafik: Christian Opperer
Verlag:  NSV
Anzahl der Spielenden: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Kannst die Reihenfolge der Zahlen, kannst du mitspielen.
Spieldauer: 20 Minuten

Generationentauglichkeit: Unbedingt. Vielleicht braucht es beim Anlegen der Karten ein bisschen Hilfe.

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