Liebe auf den ersten Blick – Project L von boardcubator (Rezension)

Project L | Familienspiel | ab 8 Jahren | 1 bis 4 Spielende | Michal Mikes, Jan Soukal & Adam Spanel | boardcubator | generationentauglich | pädagogisch wertvoll

Sie kennen doch sicher Tetris. Die geformten Teile, die man in diesem Puzzle-Computerspiel-Klassiker verbauen muss, sind aus aktuellen Brettspielen fast nicht mehr wegzudenken. Nun haben wir ein neues Spiel mit solchen Tetrominos genannten Teilen getestet und kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Die bunten Spielsteine sind aus Acryl gefertigt.

Project L – Liebe auf den ersten Blick

 

Das Spiel
Project L 
ist ein Familienspiel von Michal Mikes, Jan Soukal & Adam Spanel und bei boardcubator erschienen. Es ist für 1-4 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Im Fußball ist es das Runde, bei „Project L“ muss das Bunte ins Eckige. Genauer gesagt sind das verschiedengeformte, farbige Acrylsteine, die in Puzzlevorlagen eingearbeitet werden. Gesehen haben wir die Teile schon mal in Tetris, wie etwa die lange Gerade, ein Winkel oder das große L. Wie im Vorbild besitzt jedes Teil seine eigene Farbe. Irgendwie ist auf den ersten Blick klar, was wir machen müssen.

Schaffen wir es eine Vorlage vollzupuzzeln, nehmen wir die benutzten Steine zurück in unseren Vorrat. Dann belohnen wir uns mit neuen Steinen, die auf den Puzzles im Eck abgebildet sind, und Siegpunkten. Gewonnen hat die Person, die am Schluss die meisten Punkte erpuzzelt hat.

Sieben verschiedengeformte Teile gibt es.

Na, welches würden Sie jetzt nehmen?

Alle am Tisch starten mit zwei Steinen: Einem winzigen gelben, der genau ein Feld in einem Puzzle füllt, und einem grünen, mit dem schon zwei Felder belegt werden können. Die passenden Puzzles warten in der Mitte und unterscheiden sich in zwei Schwierigkeitsstufen. Weiße Vorlagen können einfacher fertiggestellt werden, bringen aber weniger Siegpunkte, manche sogar überhaupt keine. Schwarze Puzzles sind herausfordernder, ihre Belohnung in Punkten letztlich attraktiver. Außerdem schnappen sich alle eine persönliche Spielhilfe, auf der die unterschiedlichen Teile nach ihrer Größe abgebildet sind. Auf ihr sind die fünf möglichen unterschiedlichen Aktionen beschrieben.

Auf der Spielhilfe stehen die möglichen Aktionen.

Die Spielhilfe hat schnell ausgedient. Die Regeln sind einfach.

Entweder kann man ein Puzzle aus der Auslage nehmen oder sich einen gelben Mini-Stein aus dem Vorrat schnappen. Das Einsetzen eines einzelnen Steins in ein Puzzle ist ebenfalls eine mögliche Option. Außerdem ist es auch möglich einen Stein aus dem eigenen Besitz aufzuwerten. So könnte aus dem grünen Zweier, mit dem man zu Beginn startet, eine blaue Dreierlinie oder orangener Dreier-Winkelstein werden. Die meisten unterschiedlichen Formen gibt es bei den Teilen, die gleich vier Plätze in einem Puzzle ausfüllen können. Dreimal darf man etwas in dem eigenen Zug tun. Natürlich können einzelne Aktionen auch mehrfach ausgeführt werden.

Die Puzzles zeigen Belohnungspunkte und Belohnungspuzzleteile

An vier Puzzles darf man gleichzeitig arbeiten. Beste Voraussetzungen für die Meisteraktion

Am schwierigsten zu verstehen ist für unerfahrene Spielende sicher die die fünfte Option, die Meisteraktion. Sie besagt, dass einmal pro Zug für nur einen Aktionspunkt gleichzeitig ein Stein in jedes ungelöste Puzzle eingesetzt werden kann, das man besitzt. Wer also an mehreren Vorlagen gleichzeitig puzzelt, kann so ganz schön effektiv spielen. Wer die Meisteraktion geschickt einsetzt, hat zum Schluss sicher ein Wörtchen um den Sieg mitzureden.

Gespielt wird solange reihum, bis der Nachziehstapel schwarzer Puzzlevorlagen aufgebraucht ist. Dieser wurde zu Beginn mengenmäßig auf die Personenanzahl angepasst. Dann schenkt das Spiel allen noch eine Abschlussrunde, um ungelöste Puzzles zu vervollständigen, bevor dafür Strafpunkte fällig werden. Im Anschluss werden die Punkte auf den erpuzzelten Vorlagen zusammengerechnet und verglichen.

 

Fazit
Was soll ich sagen: „Project L“ ist in seiner Auftreten und seiner Qualität einfach nur bestechend hochwertig. Die farbigen Acryl-Tetrominos haben einen unglaublichen Aufforderungscharakter sie anzufassen und mit ihnen zu spielen. Dabei lassen sie sich auch so gut greifen, dass auch ungeschickte Hände gut damit zurechtkommen, mit ein bisschen Gewöhnung auch die kleinsten gelben Einserteile.

Die Puzzlevorlagen bestehen aus zwei Lagen, sodass die Teile wunderbar hineinpassen. Da verrutscht nichts, alles ist an seinem Platz. Wenn ein Puzzle dann gelöst ist, gibt es einen kurzen Moment unglaublicher Zufriedenheit, bevor der Kopf schon wieder am Optimieren ist. Insgesamt fordert das Spiel abstraktes und räumliches Denken, was für die Konzentrationsfähigkeit in jedem Alter eine gute Übung ist. Die einfachen Regeln und die relativ kurze Spieldauer ermöglicht meistens eine zweite Runde im direkten Anschluss. Nur wer die direkte Interaktion mit den anderen sucht und Spiele insgesamt eher konfrontativ mag, sollte besser zu einem anderen Spiel greifen.

 

Bewertung / Test
+ tolles Material
+ einfache Regeln in Deutsch, Englisch und Französisch
+ generationentauglich
+ schult abstraktes und räumliches Denken
+ solo spielbar
– keine Interaktion oder Konfrontation

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4.3

Project L (2021)

Spielidee: Michal Mikes, Jan Soukal & Adam Spanel
Grafik: Jaroslav Jurica, Marek Loskot & Pavel Richter
Verlag: boardcubator (Asmodee)
Anzahl der Spielenden: 1-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 – 40 Minuten

Generationentauglichkeit: Das Spiel hilft dabei, den Kopf aktiv zu halten und das Material lässt sich fast problemlos nutzen.
Pädagogisch wertvoll:
Abstrakt und räumlich denken und das in einen Plan umsetzen – das schult spielerisch für andere Bereiche des Lebens.

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