Gemüse Allerlei, nur die eine nicht – Artischocken von Amigo (Rezension)

Artischocken | Familienspiel | ab 10 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Emma Larkins | Amigo | generationentauglich

Die Artischocken haben es nicht leicht… Denn die Spielenden wollen diese durch anderes Gemüse ersetzen und gar keine Artischocke mehr sehen… Doch anstatt herzlos Artischocken zu vertreiben, hätte dieses Spiel eher mit Karten ohne, oder wenigstens weniger Text, besser punkten können. Die Zeichnungen sind nämlich herzallerliebst und hätten mehr Aufmerksamkeit verdient…

Spieleschachtel mit Inhalt

 

Das Spiel
Artischocken
 ist ein Familienspiel von Emma Larkins und bei Amigo erschienen. Es ist für 2 – 4 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Am Ende des Zuges nimmt man fünf Karten auf die Hand. Ist keine Artischocke dabei, gewinnt man sofort dieses „herzlose“ Spiel.

Zu Anfang bekommen alle Mitspielende eine Spieler-Ablage, eine Übersichtskarte und zehn Artischocken. Die übrigen Gemüsekarten kommen auf den „Gartenstapel“, davon werden fünf „Gemüsekisten“ offen ausgelegt. Nun kann es auch schon losgehen. Jede Person nimmt fünf Karten auf die Hand. Dies sind erstmal alles Artischocken, die im Grunde keine Funktion auslösen können. Deswegen möchte man andere Gemüsesorten anlocken um im Spiel voran zu kommen. Hat die Person, die beginnt die fünf Karten aufgezogen, darf sie sich aus den Gemüsekisten eine Karte aussuchen und diese auf die Hand nehmen. Jede Sorte (insgesamt elf verschiedene) löst eine bestimmte Aktion aus.

Spielaufbau für 2 Spieler:innen

Spielaufbau für 2 Spieler:innen

Um ein paar Beispiele zu nennen: Mit der Paprika darf ich eine Karte aus der Ablage wieder oben drauf auf den Vorrat legen. Mit dem Brokkoli kann ich, wenn ich mindestens drei Artischocken auf der Hand habe, eine davon kompostieren. Bei der roten Beete tausche ich mit einer Person eine Karte. Wählt man die Erbsen, deckt die aktive Person zwei Karten auf. Eine davon darf er/sie selbst behalten. Die andere bekommt eine:r der Mitspielenden.
Wie Ihr seht, jedes Gemüse hat eine andere Gabe.

Verschiedene Gemüsesorten

Verschiedene Gemüsesorten

Im ersten Spielzug hat jede Person nur eine Aktion. Im zweiten meistens auch. Kann man nicht mehr auf fünf Karten nachziehen, wird der Ablagestapel gemischt und auf den Vorrat gelegt. Ab dem dritten Spielzug hat man dann schon mehr Möglichkeiten, weil ja die Gemüsesorten mehr, die Artischocken aber weniger werden.
Die Reihenfolge ist immer gleich. Zuerst nehme ich mir eine Karte aus den Gemüsekisten auf die Hand und spiele dann, in beliebiger Reihenfolge, die Aktionen. Steht keine mehr zur Verfügung, lege ich alle übrigen Handkarten, also die Karten, die ich nicht spielen konnte/wollte und die Artischocken, auf den Ablagestapel und ziehe wieder auf fünf Handkarten auf. Dann ist der, bzw. die nächste an der Reihe.

Wer zuerst keine Artischocken am Ende des Spielzuges nachzieht, hat sofort gewonnen.

Artischocken

Wer möchte eigentlich schon diese putzigen Artischocken loswerden?

 

Fazit

Auf den ersten Blick hat das Spiel sofort überzeugt. Denn das Auge spielt mit und man sieht erstmal die Bilder... Der Text ist erstmal zweitrangig… Doch mit der Zeit hat man das Gefühl, dass man nur noch am Lesen ist.  Ich bin mir sicher, wenn auf den Karten nicht so viel Text stehen würde, wäre das Spiel auf Spieletagen der absolute Renner geworden. Drei oder vier Wörter sind ja völlig akzeptabel. Aber hier wird man nicht mehr mit dem Lesen fertig und die Mitspielenden beginnen sich zu langweilen.

Ich habe es in mehreren Runden mit verschiedenen Mitspielenden gespielt. Viele hätten sich Symbole auf den Karten gewünscht. Die Texte haben auch nichts mit der jeweiligen Gemüsesorte zu tun. Da hätte man meiner Meinung nach besser darauf eingehen können. Daher sind sie auch wenig eingängig und kann man sich schlecht merken. Sicher, wenn man das Spiel zu Hause drei oder vier mal gespielt hat, kann man sich besser einprägen was die Karten auslösen.

Für die Gelegenheitsspielende, die „mehr“ wollen, ist es ein gutes Einstiegsspiel.
Das Gemüse ist wirklich sehr toll gezeichnet und die Bilder sehr ansprechend illustriert.

Das Spiel braucht etwas Strategie. Und man muss wirklich etwas herzlos sein und nicht nur den Artischocken, sondern auch den Mitspielenden wenig gönnen.

 

Bewertung / Test
+ Supersüßes Gemüse
+ Als Einstieg in die „Card Drafting“ Welt geeignet
+ Die Karten haben eine gute Qualität
– Viel zu viel Text auf den Karten. Symbole wären besser gewesen
– Die Aktionen haben nichts mit dem jeweiligen Gemüse zu tun. Hätte man individueller gestalten können.

 

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
2.8

Artischocken (2021)

Spielidee: Emma Larkins
Grafik: Bonnie Pang
Verlag:  Amigo
Spieler:innenanzahl: 2-4 Spielende
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer
: 20 Minuten

Generationentauglich: Jein bis Ja. Es ist für jedes Alter geeignet, der das viele Lesen nicht stört und ein bisschen mitdenken möchte. Der Text ist etwas klein geschrieben. Aber in der Anleitung sind die Aktionen ebenfalls beschrieben. Diese könnte man vergrößert kopieren.

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