Für die vielen Klötzchenfreunde: Minecraft Builders & Biomes (+Erweiterung) von Ravensburger (Rezension)

Minecraft Builders & Biomes | Familienspiel | ab 10 Jahren | 2 bis 4 Spielende | Ulrich Blum | Ravensburger 

Das Computerspiel Minecraft existiert seit 2009 und ist laut Wikipedia das meistverkaufte Computerspiel (200 Millionen mal). Der kreative Anteil beim Spiel ist hoch, so genießt Minecraft auch bei Eltern einen guten Ruf. Es ist also keine dumme Idee, das Design als Grundlage für ein Spiel zu nehmen. So weckt man die Neugierde bei den jungen Leuten und die Unbedarften müssen sich nur an die Grafik gewöhnen. Hinter Builders & Biomes verbirgt sich ein reizvolles Familienspiel, das zwei Generationen an den Tisch bringt.

Spielkarton und Inhalt
 

Das Spiel
Minecraft Builders & Biomes 
ist ein Familienspiel von Ulrich Blum und bei Ravensburger erschienen. Es ist für 2 – 4 Spielende geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Auf dem Tisch wird ein Raster von 4 x 4 Kartenstapeln ausgelegt. An die Ränder kommen, ebenfalls verdeckt, 16 Waffenkarten. Die Spielfiguren kommen in die Mitte und bewegen sich von Kreuzung zu Kreuzung. Der Spielende kann 0 bis 2 Kreuzungen laufen, das ist dann eine von zwei Aktionen des Spielzuges. Die umliegenden Karten werden aufgedeckt. Das können Landschaftskarten sein, Monsterkarten oder eben am Rand Waffenkarten.

Ein Würfel aus Rohstoffwürfelchen wird mit Hilfe eines Rahmens aufgebaut

Die Rohstoffwürfel werden zu einem großen Würfel aufgebaut.

Eine Aktion kann sein, sich Rohstoffe zu nehmen, die durch handliche Holzwürfel dargestellt sind. Nehmen darf man nur die Würfel, welche zwei freie Seiten zeigen. Zu Beginn sind das nur die Eckwürfel.

Die Rohstoffe werden benötigt beim Kauf der Landschaftskarten, deren Preis unterschiedlich ist. Die erworbene Landschaftskarte wird nun auf das Tableau gelegt an beliebiger Stelle. Dabei ist es wichtig, die ausstehenden Wertungen zu berücksichtigen: nach Abräumen einer Etage des Ressourcenwürfels kommen sie nacheinander ins Spiel: zuerst werden zusammenhängende Landschaftsarten gewertet, später die Art der Rohstoffe und als drittes die Art der Gebäude.

So wird im Spiel gelernt, auch längerfristig und vernetzt zu taktieren.

Spielertableau mit neun unterschiedlichen Landschaftsarten

Das eigene Spielertableau zu Beginn

Die bereits auf dem Tableau aufgedruckten Landschaften werden bei der ersten Wertung mitgezählt. Jedes Tableau ist etwas anders, aber gleichwertig aufgebaut. Die Punktewertung ist auch unterschiedlich, da gibt es bei allen Wertungen zwei Karten zur Auswahl zu Beginn des Spiels.

Spielsituation: aufgedeckte Karten mit Landschaften und Monstern, Spielfigur auf Kreuzungspunkt

Mehrere Möglichkeiten stehen nun zur Wahl

Gleichzeitig stehen die Spielenden in Konkurrenz, es lässt sich nichts reservieren. Bei den Waffen hat jeder Spielende zu Beginn eine kleine Grundausrüstung von 5 Karten, davon sind drei wertlose Kartoffeln. Durch das Nehmen von Waffenkarten lässt sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, im Kampf beim Aufdecken von drei Waffenkarten wertvolleres zu erwischen, womit sich ein Monster besiegen lässt. Diese Taktik ist ebenfalls stark, weil die besiegten Monster Vorteile bringen: sofortige Siegpunkte und weitere in der Endabrechnung.

Spielsituation: zur Wahl steht ein Gebäude, ein zu bekämpfendes Monster, eine Waffe

Der Spielende hat die Wahl, die Landschaft zu bauen, das Monster zu bekämpfen oder die Waffe zu nehmen.

Der Bogen auf dem Foto hat einen Kampfwert von zwei und sein Einsatz bringt den Bonus, einen Ressourcenwürfel nehmen zu dürfen. Für den Gegner auf dem großen Plättchen werden sechs Kampfpunkte benötigt.

Drei Wertungskarten

Drei Wertungen kommen jeweils ins Spiel, wenn eine Etage Rohstoffe komplett entnommen wurde.

Die gewonnenen Punkte und die Punkte der Wertungen werden auf der so genannten „Kramerleiste“ markiert. Da kann schon mal was verrutschen, der Marker ist aber groß genug, dass dies nicht häufig passiert. Allerdings wurde versäumt, den Marker auf der Rückseite mit einer „50“ zu versehen, man kommt im Verlauf der Spiels doch meist über die erste Runde der Punktleiste hinaus. In der Erweiterung sind entsprechende Marker dabei.

Karton der Erweiterung mit Inhalt

Die Erweiterung


Die Erweiterung: Farmers Market Expansion
Es kommt ein neues Tableau hinzu, auf den werden Gegenstände gelegt. Die erste Reihe ist sogleich offen verfügbar, die beiden anderen Reihen werden jeweils nach den ersten Wertungen offengelegt und hinzugenommen. Diese Gegenstände geben der, bzw. dem Besitzenden bessere Fähigkeiten oder generieren Siegpunkte. Sie sind gegen Gemüse zu kaufen, welche man über neuartige Landschaftsplättchen bekommen kann. Diese Plättchen der Erweiterung werden eingemischt und beim Aufbau hat nun jeder Stapel fünf statt bisher vier Plättchen.

Spielsituation. Vor dem Spielenden liegen drei erworbene Gegenstände

Die Gegenstände im Besitz bringen erhebliche Vorteile.

Die abgebildeten Gegenstände besagen: drei Schritte gehen dürfen ; aus dem eigenen Waffenstapel eine Kartoffel entfernen ; beim Nehmen von Ressourcenwürfel drei nehmen statt zwei.

Die Erweiterung fügt sich smart in das Grundspiel ein, macht es weder schwieriger noch merkbar länger. Der Wettbewerb um die Plättchen ist spannend, nach den ersten Wertungen kommen noch stärkere Effekte ins Spiel. Einer der Gegenstände generiert satte 20 Siegpunkte.

 

Fazit
Die Grafiken im Minecraft-Stil sind für Nicht-Minecraft-Spieler etwas sperrig, doch gewöhnt man sich schnell an die Klötzchen-Romantik. Das Spiel ist richtig gut. Die Mechanik ist eingängig und logisch, man kommt schnell rein. Es hat eine taktische Tiefe, die sich im Spielen erschließt und auch für erfahrene Spielende interessant ist. Die Nachwuchsspieler:innen werden zum Taktieren und Weiterdenken animiert. So soll es sein: leichte Regeln und taktische Tiefe. Wenn die Absicht gelingt, junge Leute mit dem Computerspielthema an Brettspiele heranzuführen, ist es wunderbar. Um es taktisch sinnvoll zu spielen, sollten Kinder malnehmen können. Insofern ist die Altersangabe ab 10 Jahren für mich korrekt.


Bewertung / Test
+ leichte Regeln und taktische Tiefe
+ Erweiterung lohnt sich, ist aber nicht zwingend
– Grafik für eher analog lebende Menschen gewöhnungsbedürftig

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4.3

Minecraft Builders & Biomes (2019)

Spielidee: Ulrich Blum
Grafik: Mojang AB ; Martin Wörister
Verlag:  Ravensburger
Anzahl der Spielenden: 2 – 4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten

Generationentauglichkeit: Ikonografie ziemlich deutlich, durch den unruhigen Hintergrund nicht ganz gut erkennbar. Der Siegpunktmarker kann leicht verrutschen beim Agieren und kommt etwas sperrig um die Eckfelder. Ich vermute, die Klötzchengrafik schreckt Senioren ab.

Pädagogisch wertvoll: Die drei Wertungen wollen von Beginn an berücksichtigt werden, das erfordert Planung und Weitsicht. Und nebenbei übt man das Multiplizieren.

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