Fleisch statt Bambus – Karnivore Koala von Voodoo Games (Rezension)

Karnivore Koala | Familienspiel | ab 12 Jahren | 2-6 Spielende | 20-30 Minuten | André Schillo | Voodoo Games

Koalas, das sind doch diese kleinen süßen grauen Bären, die gerne Eukalyptus essen und witzige Haare aus den Ohren wachsen haben. Ja normalerweise schon, aber nicht in Karnivore Koala. Hier haben sich die putzigen Tiere durch die Post-Eukalypse (höhö) in gefährliche Fleischfresser entwickelt und jedes Bärenoberhaupt will den eigenen Stamm zum mächtigsten machen. Ob das Spaß macht, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.

Zu sehen ist die Verpackung von Karnivore Koala.

Karnivore Koala – fleischfressende Koalas?!

 

 

Das Spiel
Karnivore Koala von André Schillo ist ein Familienspiel für 2-6 Spielende ab 12 Jahren und bei Voodoo Games erschienen. Eine Partie dauert zwischen 20 bis 30 Minuten.
Ziel des Spiels ist als erstes drei Mahlzeiten für das eigene Koala-Oberhaupt durch geschicktes Einsetzen von Karten und Würfeln zu jagen.

Zu sehen ist der Spielaufbau von Karnivore Koala für 4 Spielende.

Spielaufbau für 4 Spielende

Zu Beginn erhalten alle Spielenden ein eigenes Koala-Oberhaupt, das über eine individuelle Fähigkeit verfügt sowie drei Start-Koala-Karten.

Zu sehen sind die 6 verschiedenen Koala-Oberhäupter von Karnivore Koala

6 Anführer:innen stehen zur Auswahl

Wenn man an der Reihe ist, würfelt man zunächst die 5 Würfel. Auf diesen sind 6 verschiedene Symbole abgebildet (Speer, Totenkopf, Karte, Koala, Krone und Kombinationen der Symbole). Die gewürfelten Symbole werden dann dafür eingesetzt, die Fähigkeiten der eigenen Koalas im Stamm zu triggern. Auf jeder Koala-Karte ist abgebildet, welche Symbole benötigt werden und die jeweilige Aktion auszulösen. Falls die Würfel mal nicht das passende zeigen, kann auch eine Karte abgeworfen werden um beliebig viele (noch nicht verwendete) Würfel wieder neu zu werfen.

Nach dem Werfen der Würfeln gibt es nun folgende Aktionen, die beliebig oft gemacht werden können:

Neue Koalas platzieren:
Die Koalas aus der Hand dürfen im Stamm (also auf dem Tisch vor dem:der jeweiligen Spielenden) platziert werden. Das Maximum beträgt hier sieben. Bei den Koalas unterscheidet man verschiedene Typen. Rot sind die Jäger:innen, die meistens mehr Speere beitragen können. Gelb sind Arbeiter:innen, die die nötigen Tiersymbole für die Jagd bereithalten. Blau sind Bewohner:innen, die Sonderfähigkeiten besitzen und violett sind Schurken, die nie in einem Stamm platziert werden, sondern beim Ausspielen einmalige meist für die Mitspielenden negative Konsequenzen hervorrufen.

Zu sehen sind die verschiedenen Koala Arten von Karnivore Koala.

Unterschiedliche Stammesmitglieder können rekrutiert werden.

Würfel zuweisen:
Wie oben schon erwähnt, können die Würfel genutzt werden, um Aktionen der Koalas auszulösen. Hierzu zählt auch die Krone, die dazu genutzt wird, die Spezialfähigkeit des Koala-Oberhauptes auszulösen.

Jagen:
Um Jagen zu können, müssen die ausliegenden Arbeiter im Stamm dieselben Tiersymbole zeigen, wie das zu jagende Tier. Zusätzlich benötigt man noch drei Speersymbole. Dabei ist es egal, ob diese über die Würfel oder über ausliegende Jäger:innen im Stamm zusammenkommen. Nach der Aktivierung werden diese aus dem Koala-Stamm entfernt.

Zu sehen sind die Tiere, die gejagt werden können bei Karnivore Koala.

Auf geht’s zur Jagd.

Bevor die nächste Person an der Reihe ist, muss noch ausgewertet werden, wie viele Totenköpfe gewürfelt wurden und dementsprechend Koalas aus dem Stamm entfernt und das Handkartenlimit für die kommende Runde reduziert werden. Davor schützen kann man sich durch Koalas, denen Totenkopfsymbole zugewiesen werden können.

Gewonnen hat am Ende, wer als erstes drei Mahlzeiten jagen konnte.

 

 

Fazit
Wir haben uns Karnivore Koala damals zugelegt, weil uns die Illustrationen angesprochen haben. Das Setting der fleischfressenden Koalas fanden wir ebenfalls witzig, sodass wir dem Spiel eine Chance geben wollten. So recht überzeugt hat es uns allerdings leider nicht. Das fängt mit der wirklich nur mittelmäßigen Anleitung an. Die Regeln sind zum Teil einfach uneindeutig und ermöglichen keinen flüssigen Einstieg in das Spiel. Dieses selbst ist dann auch rechts glückslastig.

Würfel führen natürlich immer zu einem gewissen Glücksfaktor, aber hier ist es auch immer davon abhängig, ob ich jetzt die passenden Karten ziehe, um die ausliegende Beute fangen zu können. Auch die unterschiedlichen Koala-Oberhäupter kamen uns in ihren Fähigkeiten nicht wirklich ausgeglichen vor. Das Spiel wird bei uns wohl bald wieder ausziehen und ich kann leider keine so richtige Empfehlung dafür aussprechen, da es mir für das, was es letztendlich ist (ein nettes Würfel-Karten-Spiel für zwischendurch) dann doch zu lange dauert und wesentlich stärkere Konkurrenz in meinem Regal darauf wartet, gespielt zu werden.

 

Bewertung/Test
+ schöne Illustrationen
– sehr glückslastig
– unterschiedlich starke Koala-Oberhäupter
– ab 4 Spielenden recht viel Downtime
– schlecht strukturierte Anleitung mit z.T. uneindeutigen Regeln

(Eine Rezension von Sarah Eischet)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
1.8

Karnivore Koalas (2015)

Spielidee: André Schillo
Grafik: Mihajlo Dimitrievski
Verlag: Voodoo Games
Anzahl der Spielenden: 2-6 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 20-30 Minuten

Generationentauglichkeit: Eher nein. Die Regeln sind zwar, wenn einmal verstanden nicht so schwer, aber an diesen Punkt muss man auch erstmal kommen. Die Schrift ist zusätzlich erschwerend auch noch recht klein.

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