Endstation Tod – Black Stories Sebastian Fitzek von Moses (Rezension)

Black Stories Sebastian Fitzek | Gruppenspiel | ab 12 Jahren | ab 2 Spieler:innen | Sebastian Fitzek| Moses Verlag|
Black Stories sind knifflige Rätselgeschichten mit besonderem Charakter. Sie berichten von der dunklen Seite des Lebens, von morbiden Ereignissen und bösen Begebenheiten. In dieser neuen Ausgabe stecken 50 neue Geschichten, die sich der deutsche Bestseller-Autor Sebastian Fitzek ausgedacht hat.

Die Spielschachtel inmitten der ausgebreiteten Spielkarten

Fünfzig Fitzek-Fälle als Black Stories

 

Das Spiel
Black Stories Sebastian Fitzek
ist ein Gruppenspiel von Sebastian Fitzek und bei Moses erschienen. Es ist für mindestens 2 Spieler:innen geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

Ich denke, dass jede von uns schon einmal Kontakt mit Black Stories hatte. Irgendwo in der Erinnerung steckt sicher die Geschichte von dem nackten Mann am Berghang mit dem Streichholz in der Hand. Oder wer hat nicht schon von Romeo und Julia gehört, die tot am Boden in einer Pfütze auf dem Teppich liegen? Black Stories gibt es seit knapp 20 Jahren und reichen von makaber über lustig bis hin zu Weihnachten.

Dabei ist der Spielablauf immer gleich. Eine Person wird Spielleiter:in, schnappt sich eine Karte und liest den anderenden geheimnisvollen Hinweis auf der Vorderseite vor. Nur er oder sie kennt die wahren Zusammenhänge, die auf der Rückseite vermerkt sind, teilt dieses Wissen aber mit niemandem. Die Mitspieler:innen sollen die Umstände und Rahmenbedingungen herausfinden, die zur  vollständigen Lösung führen.

Auf der Karte steht der Text, der den Mitspieler:innen vorgelesen wird.

Nix gutes kommt von Stechmücken.

Ob jetzt gegeneinander oder miteinander gerätselt wird, spielt eigentlich keine Rolle. Die Mitspieler:innen stellen abwechselnd Entscheidungsfragen, welche die Spielleiter:in ausschließlich mit JA oder NEIN beantworten darf. Ein Limit an Fragen gibt es dabei nicht. Je nachdem, wie schnell die Lösung gefunden wird, dauert eine Runde zwischen 2 und 20 Minuten. Es kann aber natürlich auch sein, dass die Zusammenhänge nicht gelöst werden, weil die Gruppe aufgibt. Dann liest die Spielleiter:in den Text auf der Rückseite vor und löst die Zusammenhänge auf.

Die 50 Geschichten, mit denen gespielt werden können, stammen alle aus der Vorstellungskraft von Sebastian Fitzek. Er ist aktuell einer der gefragtesten deutschen Thriller-Autoren und sein Name ist auch im Bereich der Brettspiele kein unbeschriebenes Blatt mehr. Schon drei andere Spiele tragen seinen Namen.

Für die Black Stories greift der Autor auf seine eigenen Werke zurück und bedient sich bei Motiven und Tätern an seinen veröffentlichten Romanen. 25 der 50 Fall-Karten sind deswegen mit einem Hinweis versehen, durch welches Werk genau das Rätsel inspiriert wurde. Die anderen 25 sind exklusiv für diese Ausgabe ausgedacht. Haben dadurch die Leser:innen der Fitzek-Romane einen Vorteil im Spiel? Nein, behauptet die Anleitung, denn das Spiel verzichtet auf Namen. Das garantiere so den spoilerfreien Rätselspaß. Lassen wir das mal so als Behauptung stehen. Ist es klar, dass Fitzek-Krimikenner:innen mitspielen, sollte dann einfach eine der Karten ohne entsprechenden Hinweis gewählt werden.

Schlagzeilen verschiedener Rätselkarten

Vorher unbedingt checken, welches Rätsel für die Runde passt.

Im Verlauf des Spiels trifft man in der Auflösung auf die seltsamsten und vielleicht auch verstörendsten Zusammenhänge. Da ist von allerhand medizinischen Krankheitsbildern die Rede, wie etwa dem Alien-Hand-Syndrom, von komischen Bug-Partys, militanten Veganern und soagr Vergewaltigungen. Das ist sicher alles sehr black und Erwachsene kommen damit klar, aber die Schachtel lädt zum Spielen ab 12 Jahren ein. Da empfehle ich dann doch dazu, den Fall genau vorher unter die Lupe zu nehmen, wenn Kinder und Jugendliche mit raten wollen. Lieber mal einen Fall  für eine andere Gruppenkostellation aufheben, als Kinder mit ungeeigneten Inhalten ungewollt aus der emotionalem Balance zu bringen. Oder doch lieber was ganz anderes spielen? Nach oben in der Alterskonstellation sehe ich aber keine Grenze.

Die Fitzek-Version der Black Stories kommt optisch außergewöhnlich daher. Auch sie setzt auf das Zusammenspiel der Farben schwarz, rot und weiß, jedoch ist die Spielschachtel wie ein Buch gestaltet, dessen Deckel aufgeklappt werden kann. Da hat sich Moses wieder etwas Besonderes einfallen lassen.

Die Schachtel lässt sich wie ein Buch aufklappen

Die Schachtel lässt sich wie ein Buch aufklappen.

 

Fazit
Black Stories Sebastian Fitzek bietet genau das, was die Fans dieser ausgefallenen Reihe suchen: noch mehr skurrile Rätsel. Ohne Experte der Black Stories zu sein, erscheint mir die Qualität der Fitzek-Geschichten aber düsterer und makabrer als seine Vorgänger. Zum Schmunzeln oder Lachen gibt es nichts, zum Schaudern und Gruseln aber schon. Vielleicht ist es ja genau diese Qualität des Autors, die seine Werke zu Bestsellern gemacht hat.

 

Bewertung / Test
+ Fälle noch düsterer als sonst
+ 50 neue Rätsel
+ außergewöhnliche Aufmachung
– kann verstörend auf Kinder wirken

(Eine Rezension von Oli Clemens)


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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Gruppenspiel”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.7

Black Stories Sebastian Fitzek (2018)

Spielidee: Sebastian Fitzek
Grafik: Bernhard Skopnik
Verlag:  Moses
Spieler:innenanzahl: ab 2 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Eigene Altersempfehlung: gerne warten, bis aus Kindern Jugendliche geworden sind.
Spieldauer: 2 bis 20 Minuten pro Rätsel

Generationentauglichkeit: Nee, nee, auf keinen Fall Kinder miträtseln lassen. Die Inhalte sind schon verstörend.

 

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