Elvis, wir rufen dich- Paranormal Detectives von Lucky Duck Games | Asmodee (Rezension)

Paranormal Detectives | Gruppenspiel | ab 12 Jahren | 2 bis 6 Spieler:innen | Szymon Maliński & Marcin Łączyński | Lucky Duck Games| Asmodee

Eine Leiche ohne Täter:in? Das kann nicht sein. Deswegen übernehmen die Paranormal Detectives, die übersinnlichen Schnüffler, den Fall. Wie sie das machen? Sie nehmen Kontakt mit dem Geist des toten Opfers auf, um herauszufinden, von wem, wie, wo, womit und warum es getötet wurde. Seltsam, aber so steht es geschrieben …

Ein Blick auf den Inhalt des Spiels

Es steckt viel in Paranormal Activities: Material und Spielspaß

 


Das Spiel
Paranormal Detectives
ist ein Gruppenspiel von Szymon Maliński & Marcin Łączyński und bei Lucky Duck Games erschienen. Es ist für 2-6 Spieler:innen geeignet und kann ab 12 Jahren gespielt werden.

Paranormal Detectives ist ein Deduktionsspiel, bei dem die Spieler:innen einen Mordfall aufklären. Eine von ihnen übernimmt die Rolle des Opfers und wählt eine der vielen unterschiedlichen Fallkarten aus. Diese beinhaltet alle Fakten, die zur Tat gehören, nämlich die Antworten auf Täter:in, Motiv, Tatort, Tatwaffe und Todesursache. Das bleibt natürlich geheim, nur der Geist besitzt dieses Wissen. Einzelne Fälle sind rot markiert. In ihnen kommen extreme Gewalt oder Drogen vor. Je nach Gruppenkonstellation sollten die lieber in der Spieleschachtel bleiben.

Mit drei Tarotkarten lässt sich eine Geschichte erzählen.

Ergeben diese drei Tarotkarten wirklich einen Hinweis auf den Täter?

Die Detektive, also alle anderen Mitspieler:innen, wollen den Fall als erste/r lösen und bekommen dafür eine kleine Starthilfe für die Ermittlung. Sie erfahren das Geschlecht des Opfers und werden über sichtbare Wunden informiert. Eine Kurzbeschreibung des Opfers, wie etwa „Frau im Abendkleid“ oder „nackter Mann mit Handtuch“, soll erste Denkanstöße geben.

Ein erster Blick zeigt: Das Opfer ist weiblich und hat mehrere Wunden am Oberkörper.

Ein erster Blick zeigt: Das Opfer ist weiblich und hat mehrere Wunden am Oberkörper.

Es braucht reichlich Material im Comicstil, um den übersinnlichen Fall zu lösen, wie etwa Tarot-Karten, ein Ouija-Brett mit Markern, Drahtseile und Sichtschirme mit Detektivbögen zum geheimen Ermitteln. Immerhin treten die Spieler:innen ja gegeneinander an. Um in Kontakt mit dem Opfer zu treten, spielen die Detektive eine ihrer Interaktionskarten von der Hand aus und stellen dem Geist eine Frage. Diese muss so formuliert sein, dass sie nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. So kann beispielsweise gefragt werden: „Wie standst du in Beziehung zum Täter“ oder „Wie schnell bist du gestorben“. Jetzt der Geist an der Reihe und muss je nach gewählter Interaktionskarte reagieren.

Dazu gibt es neun verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist der „körperlose Schrei“ Dann macht der Geist ein Geräusch oder zeigt auf einen Gegenstand im Raum. Beim „Henkersknoten“ formt der Geist Symbole aus zwei Drähten und beim Seelenspiegel darf für drei Sekunden eine Pantomime gemacht werden. Besonders außergewöhnlich ist das Phantameter. Dort werden Regler in verschiedenen Kategorien eingestellt, um zu kommunizieren. Und kein Kontakt mit dem Jenseits wäre komplett ohne ein Ouija-Brett, auf dem über einzelne Buchstaben kommuniziert wird.

Ein Blick auf das Ouija-Brett zeigt fünf Marker, die auf Buchstaben deuten.

Aber welches Wort ergeben die Buchstaben?

Klar ist: gesprochen wird nicht. Alle Infos sind also indirekt, kommen nur als Andeutungen und müssen erst sinnhaft interpretiert und verknüpft werden. Das kann sich aber als ganz schön schwierig gestalten wenn zum Beispiel als Todesursache „Überhitzung“ mit zwei Drähten geformt werden soll. Oder wie klingt ein passendes Geräusch für Bodyguard? Je nach eigener Phantasie wird dann ein Elektrozaun zur Todesursache und aus dem Täter ein Bär. Zwei Aktionen setzen einen direkten Körperkontakt der Mitspielenden voraus. Wer das nicht mag, sollte dies definitiv den anderen Mitspieler:innen sagen. Dann können die Spielregeln entsprechend variiert werden.

Zwar hat die:der aktive Spieler:in die Frage gestellt, die Antworten können jedoch alle Detektive für ihre Ermittlungen nutzen. Dann entsteht aufgeregte Detektivarbeit auf den Detektivbögen hinter den Sichtschirmen, wenn neue Infos notiert und mit alten abgeglichen werden. So bleiben alle in der Regel fokussiert und es entstehen keine Wartephasen, bist man selbst wieder an der Reihe ist.

Blick auf die Notizen einer Spieler:in hinter dem Sichtschirm.

Ein Mord aus Neid im Wald mir einem Messer? Wer weiß das schon.

Fühlt sich ein Detektiv selbstbewusst genug, den Fall zu lösen, gibt er oder sie einen Tipp ab. Die Antworten auf die fünf Todesumstände werden laut in der Runde ausgesprochen. Sind sie alle richtig, endet die Partie, der Fall ist gelöst, der Geist findet endlich seine Ruhe und die Spieler:in gewinnt. Dabei sollte sich der Geist bei den Antworten großzügig zeigen. Ist die Tatwaffe eine Axt, sollte auch Beil gelten. Machete, Dolch oder Messer wären aber zu weit von entfernt und damit ungültig.

Sind nicht alle Ermittlungsfragen richtig beantwortet, schreibt der Geist verdeckt eine Zahl von 0 bis 4 auf den Detektivbogen. Diese Zahl zeigt an, wie viele Antworten richtig sind, aber nicht welche. Die Ermittlungen gehen also weiter. Ungelöst bleibt der Fall dann, wenn alle Detektive ihre Ermittlungskarten ausgespielt haben und trotzdem niemand die fünf Ermittlungsfragen korrekt beantwortet hat. Damit das nicht passiert, darf der Geist auch von sich aus dreimal einen Tipp geben, um auf die richtige Fährte zu führen.

Für Gruppen, die lieber zusammen statt gegeneinander spielen möchten, finden sich auch angepasste kooperative Regeln in der Spielanleitung. Dann darf sich die Gruppe miteinander austauschen. Auch das macht Spaß. Egal in welchem Modus: die Fälle sind pro Gruppe natürlich nur einmal spielbar. Ein bisschen sortieren in der Schachtel hilft da. Besser eignet sich dazu noch die kostenlose Begleit-App für Smartphones, die aus den gängigen Stores geladen werden kann.

Das Bild zeigt eine Fallkarte aus dem Spiel und einen Blick auf die kostenlose Begleitapp

Die App hilft Übersicht zu behalten – und bringt noch neue Fälle

 

Fazit
Paranormal Detectives ist bunt und schräg. Trotz des eher ungewöhnlichen Themas, ist es ein klassisches Partyspiel, bei dem viel gelacht wird. Damit fokussiert es sich auch auf eine Zielgruppe, die irgendwo zwischen jugendlich und 60 Jahren finden lässt. Auf jeden Fall sollten alle Spaß haben am Kombinieren von Hinweisen, die gar nicht so zielführend sind. Da sich aber doch alles um das Thema Mord dreht, würde ich Gruppen mit Kindern auf jeden Fall zu etwas anderem raten. Die Fähigkeit des logischen Abstrahierens und Kombinierens ist sicher für betagte Spieler:innen stärker herausfordernd.

 

Bewertung / Test
+ in buntem Comicstil gehalten
+ klassisches Partyspiel für Gruppen
+ Anleitung nimmt auf persönliche Bedürfnisse Rücksicht
– Antworten oft zu abstrakt
– wegen des Gewaltpotentials nicht für Kinder geeignet

(Eine Rezension von Oli Clemens)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Gruppenspiele”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
3.5

Paranormal Detectives (2019)

Spielidee: Szymon Maliński & Marcin Łączyński
Grafik: JocArt
Verlag:  Lucky Duck Games | Asmodee
Spieler:innenanzahl: 2-6 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja, wenn man die Altersbegrenzung ab 12 Jahre beachtet.

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