Eine längst vergessene Insel – Trails of Tucana von Pegasus (Rezension)

Trails of Tucana | Familienspiel | ab 8 Jahren | 1 bis 8 Spieler:innen | Eilif Svensson und Kristian A. Østby | Pegasus |  generationentauglich

Tucana, eine unerforschte Insel, mitten im Nirgendwo. Genau da landen wir. Es geht darum fremde Kulturen zu erforschen und den Einheimischen dabei zu helfen, dass ihre Dörfer miteinander verbunden werden. Dieses Spiel braucht vielleicht bei dem einem oder anderen eine 2. Chance. Dies war nicht nur bei mir so, sondern auch bei einigen meiner Mitspieler:innen. Aber eine 2. Chance hat das Spiel wirklich verdient. Denn beim zweiten Blick geht das Spiel tiefer als man zuvor vielleicht gedacht hat. Es ist jedes Mal unvorhersehbar, es läuft jedes Mal anders. Und vielleicht genau deshalb heißt es bei uns in der Spielerunde mittlerweile zum Schluss nun des Öfteren: „Trails of Tucana haben wir immer noch am Ende gespielt“.

 

Das Spiel
Trails of Tucana 
ist ein Familienspiel von Eilif Svensson und Kristian A. Østby und bei Pegasus erschienen. Es ist für 1 – 8  Spieler:innen geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Ziel: Auf dem Spielblatt ist eine Insel, das längst vergessene Tucana, zu sehen. Hier müssen Dörfer, also die gleichen Buchstaben, verbunden und die Sehenswürdigkeiten und Tiere dabei erkundet werden. Dafür gibt’s Punkte. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Zu Beginn bekommt jeder ein Blatt. Auf der Vorderseite gibt es eine kleine, die Isla Petit und auf der Rückseite ist eine größere Insel, die Isla Grande, zu sehen.

Zum Einstieg würde ich erstmal die Isla Petit empfehlen. Bevor das Spiel aber beginnen kann, muss erstmal eine Aufbaukarte gezogen werden. Es trägt nun jede:r Spieler:in die Buchstaben in den Kreisen im Uhrzeigersinn an den Rändern ein. Damit das Spiel auch individuell bleibt, fängt jede:r bei einem anderen Kreis an. Es wird reihum durchgezählt. Die Nummer eins trägt den ersten Buchstaben bei dem ersten Kreis ein. Der/die zweite Spieler:in beginnt mit dem ersten Buchstaben beim Kreis mit der Nummer 2, der/die dritte Spieler:in trägt den ersten Buchstaben beim dritten Kreis ein, usw.

Je nach Spieler:innenanzahl werden noch die Bonuskarten bereitgelegt, die Geländekarten werden gut gemischt.

Haltet nun Stift und Zettel gut fest, denn die Erkundungstour auf der noch unerforschten Insel kann nun beginnen. Isla Petit wird über zwei Runden mit je 13 Zügen gespielt. Aber wie Inseln nun mal so sind, gibt’s dort nicht nur eine glatte Wiese… Auf Tucana gibt’s Wüsten, Wälder, Gebirge und auch Seen. Die Landschaften müssen gut durchdacht bewältigt werden.

Der/die gewählte Anführer:in nimmt vom Stapel mit den Geländekarten, die verdeckt bereit liegen, die obersten zwei Karten. Es werden nun z. B. Wüste und See aufgedeckt. Jetzt verbindet jede:r Spieler:in eine Wüste mit einem See. Dafür zieht er einen Strich von Mitte zu Mitte der beiden Felder, die nebeneinander liegen. Haben dies alle Mitspieler:innen gemacht, deckt der/die Anführer:in die nächsten beiden Karten auf. Jetzt machen wieder alle einen Strich.

Die Striche kann am zuvor gezeichneten Weg angeschlossen werden, muss es aber nicht. Man kann auch wieder ganz woanders beginnen. Es ist darauf zu achten, dass man die gleichen Dörfer, also zwei gleiche Buchstaben miteinander verbindet, sowie die verborgenen Sehenswürdigkeiten und atemberaubenden Tiere entdeckt. Wird eine Sehenswürdigkeit oder ein Tier mit einem beliebigen Buchstaben verbunden, gibt es Extrapunkte. Von jedem gibt es zwei Exemplare. Bei der zweiten Verbindung darf man sogar einen weiteren beliebigen Strich eintragen. Dadurch können wunderbare Kettenreaktionen entstehen. Im blauen Kästchen ist ersichtlich, wie viel Punkte man bekommt, wenn man zwei Buchstaben miteinander verbunden hat. Schafft man dies als erster bekommt man die Bonuspunkte der blauen Karten.

Wenn noch eine Karte übrig bleibt, ist die Runde schon zu Ende. Jede:r zählt nun die Punkte zusammen, die man für die Sehenswürdigkeiten und Tiere bereits bekommen hat. Diese darf man nach der zweiten Runde nochmal werten.

Der/die Anführer:in mischt erneut die Geländekarten und deckt wieder jeweils zwei Karten auf, bis wieder nur noch eine übrig bleibt. Auch in der zweiten Runde werden die Wege zwischen den Buchstaben und die Sehenswürdigkeiten miteinander verbunden.

Am Ende werden alle Punkte zusammengezählt. Wer am meisten hat ist der Sieger.

Variationen: Auf der Isla Grande werden drei Runden, nach den gleichen Regeln, gespielt. Dann gibt es noch Karten mit einem Spezialbonus. Von den roten Karten wird eine gezogen. Wer als erste:r zwei dieser Gegenstände/Tiere miteinander verbunden hat, bekommt Bonuspunkte. Oder man markiert die Buchstaben gegen den Uhrzeigersinn, oder alle schreiben die Buchstaben in die gleichen Dörfer. Oder es beginnen die Spieler:innen nach Zufall mit dem Eintragen der Buchstaben. Ebenso gibt es eine Solovariante.

 

 

Fazit
Wie bereits am Anfang erwähnt, dauert es bei manchen ein bisschen bis sie mit dem Spiel warm werden. Doch das Spiel geht in die Tiefe. Tiefer als man es anfangs vielleicht ahnt. Trails of Tucana kommt bei uns wirklich oft auf den Tisch. Das wunderbare ist, dass es egal ist, ob man es zu zweit, zu fünft, oder zu acht spielt. Es ist immer toll. Dadurch, dass ja alle immer gleichzeitig dran sind, entsteht auch keine lange Wartezeit. Und was noch richtig toll ist, man kann es super z. B. über Videochat spielen. Es reicht auch, wenn einer das Spiel hat.

Pegasus war mal so lieb und hat das Spielblatt zum Ausdruck auf ihrer Internetseite bereitgestellt. Das Blatt kann man da auch in groß ausdrucken, was bei älteren Mitspieler:innen gut ankommt. Denn da sieht man die Felder deutlich besser. Ein paar hatten anfangs Probleme mit der Unterscheidung zwischen Berge und Wüste. Ansonsten ist das Material gut. Die Karten sind stabil. Wenn man weiß, worauf es ankommt kann es echt süchtig machen. Ein tolles Familienspiel mit Tiefgang.

 

Bewertung / Test
+ Funktioniert alleine, in kleinen und größeren Gruppen.
+ Spielt sich super über Videochat, es reicht, wenn einer das Spiel hat. Pegasus stellt die Spielblätter kostenlos zum Ausdruck bereit.
+ Ein kleines Spiel mit Tiefgang, das jedes Mal anders ist.
– Manchmal ist der Unterschied zwischen Wüste und Berge schwer zu erkennen.

 

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
4.3

Trails of Tucana (2020)

Spielidee: Eilif Svensson und Kristian A. Østby
Grafik: Gjermund Bohne (originale Ausgabe), Jessy Töpfer (deutsche Ausgabe)
Verlag:  Aporta Games, Pegasus Spiele
Spieler:innenanzahl: 1-8 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer
: ca. 30 Minuten

Generationentauglich: Das Spiel lässt sich gut in verschiedenen Gruppen spielen. Für die ältere Generation empfiehlt es sich, dass man die Blätter vergrößert ausdruckt.

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