Ein wildes Glasauge und viele Möwenhäufchen – Eye Eye Captain von Ravensburger (Rezension)

Eye Eye Captain | Kinderspiel | ab 4 Jahren | 2 bis 4 Spieler:innen | Helmut Punke | Ravensburger | generationentauglich

„Oh Vorsicht!“ ruft der eine Seemann zum anderen. Dieser kann gerade noch zur Seite springen. Eine Möwe lässt schon wieder ein Häufchen fallen! Die Möwen machten es den Seefahrern noch nie besonders leicht. Doch auf ein Schiff haben sie es besonders abgesehen. Sie lassen ihre Häufchen einfach so auf das Piratenschiff fallen. Der Captain ist darüber sehr entsetzt und lässt seine Crew das Deck schrubben. Doch zu allem Unmut hat der Captain in der ganzen Hektik dabei auch noch sein Glasauge verloren, das jetzt wild auf dem Deck die Häufchen hin und her schiebt. Die Piraten haben alle Hände voll zu tun, dass das Glasauge die Häufchen nicht in die Ecke schiebt und diese dann in die Kombüse fallen. Denn das gefällt dem Koch natürlich gar nicht, er hat gerade eine Suppe aufgesetzt. Die Crew benötigt dringend Hilfe, damit alle Häufchen aufgesammelt und das Glasauge gebändigt wird! Kommt, Ihr wagemutigen Pirat:innen. Kommt mit, es wird ein aufregendes Abenteuer!

Spielschachtel und Inhalt

 

Das Spiel
Eye Eye Captain ist ein Familienspiel von Helmut Punke und bei Ravensburger erschienen. Es ist für 2 – 4 Spieler:innen geeignet und kann ab 4 Jahren gespielt werden.

Ein Spiel, drei Variationen. Das klingt doch schon mal sehr gut. Im kooperativen Spiel, „Mannschaftsspiel“, muss die Crew versuchen, dass so wenig wie möglich an Häufchen in die Kombüse fallen. Dies wäre gar nicht so schwer, wenn nicht das Glasauge vom Captain am Deck sein Unwesen treiben würde. Da das Auge unkontrolliert umherirrt, fällt schon mal gerne das ein oder andere Häufchen unter Deck. In die Ecken werden die Relingteile gesteckt. Je nach Schwierigkeitsgrad sind dies ein bis vier Teile. Für das erste Spiel würde ich aber empfehlen, dass nur eine Ecke offen bleibt. Die Häufchen werden auf Deck verteilt, der Würfel dazugelegt, das Auge wird angeschaltet und kommt in die Schiffsmitte. Und schon kann das wilde Spiel losgehen. Der/die jüngste Spieler:in nimmt die Zange in die Hand, denn niemand möchte die stinkenden Hinterlassenschaften mit den bloßen Fingern berühren. Unter den Häufchen sind Farben, die gefunden werden müssen. Welche das ist, zeigt der Würfel. Die Farben sollte man sich merken und dabei auch gleichzeitig aufpassen, wo das Auge die Häufchen hinschiebt. Das ist gar nicht so einfach.

Auge, Würfel und Möwenhäufchen

Ist die genannte Farbe richtig, darf das Häufchen zur Crew gelegt werden. Ist unter dem Häufchen eine andere Farbe versteckt, werden alle über die Farbe informiert, das Häufchen bleibt auf dem Schiff liegen. Die Zange muss dann schnell weitergegeben werden. Denn das Auge ist ruhelos. Es rollt über das ganze Deck und schiebt die Häufchen in die Ecken und diese fallen dann in die Kombüse runter. Es muss auch auf den Würfel Acht gegeben werden. Denn dieser wird vom Auge ebenfalls angeschoben und verändert dadurch die Farbe. Sind alle Häufchen vom Deck verschwunden, wird ausgewertet. Hat die Crew mehr Häufchen gesammelt als in die Kombüse gefallen sind, hat die Crew gewonnen. Ist dies nicht der Fall erfordert dies wohl eine Revanche.

Möwenhäufchen landen in der Kombüse

Im Spiel „Jeder für sich“ möchte jede:r Pirat:in am besten beim Captain dastehen. Wer die meisten Häufchen gesammelt hat, gewinnt. Für diese Variante wird der Würfel nicht benötigt. Alle vier Relingteile werden in die Ecken gesteckt. Die Häufchen kommen aufs Deck, sowie das wilde Glasauge vom Captain. Und schon geht’s los. die Farben müssen wieder richtig geraten werden. Ist die Farbe richtig, darf der/die Pirat:in das Häufchen für sich beanspruchen. Ansonsten kommt es wieder zurück auf das Deck. Die Zange wandert wie gewohnt im Uhrzeigersinn.

Schiffsdeck

Die dritte Variante, „Eye Eye Captain“, ist was für erfahrene Seefahrer:innen. Nun müssen sich die Spieler:innen nicht nur die Farben unter den Häufchen merken. Es muss zusätzlich noch darauf geachtet werden, ob drei gleiche Farben bereits insgesamt gesammelt wurden. Für diese Variante wird wieder der Würfel benötigt und wie im kooperativen Spiel auf das Deck gelegt. Es muss wieder die bestimmte Farbe gefunden werden, die der Würfel anzeigt. Vermutet ein:e Pirat:in, dass genau dreimal eine Farbe gefunden wurde, darf sie/er, auch wenn man nicht im Moment dran ist, das Spiel unterbrechen. Alle müssen die genannte Farbe offen legen. Ist die Vermutung richtig, bekommt der/die Pirat:in einen Gewinnchip. Wer zuerst zwei Gewinnchips hat, gewinnt das Spiel.

Relingteile und Gewinnchips

 

 

Fazit
Hier ist für jeden etwas dabei. Egal ob kooperativ oder gegeneinander. Jede:r Spieler:in kommt auf seine Kosten. Und wenn es dazu dann noch ein bisschen wilder ist und sich was bewegt, blüht das Kinderherz besonders auf. Bei Kinder, auch schon bei vierjährigen, kam das Spiel gut an und kann durchaus schon gespielt werden. Aber auch größere Kinder hatten ihren Spaß. Da das Auge die Häufchen regelrecht umherwirbelt ist es gar nicht so leicht, dass man sich die Farben merkt. Es wird also hier Merkfähigkeit und Konzentration bei einer angenehmen Spiellänge geschult. Dadurch, dass die Häufchen mit einer Zange genommen werden, wird auch noch die Feinmotorik trainiert. Generationentauglich ist es allemal. Wenn es ein bisschen schneller sein durfte, hatten ältere Mitspieler:innen ebenfalls viel Freude an dem Spiel.

Natürlich kann dieses Thema (Möwenhäufchen) kritisch betrachtet und kann für manche als unangenehm angesehen werden. Es muss jede:r für sich selbst entscheiden, ob man ein solches Spiel auf den Tisch bringen möchte.

 

 

Bewertung / Test
+ drei Variationen, kooperativ und gegeneinander
+ hoher Spielspaß für jung und alt
+ neben Konzentration, Merkfähigkeit und Ausdauer, wird auch die Feinmotorik gefördert
– man muss ständig auf den Würfel Acht geben, damit er nicht in die Kombüse fällt. Ihn rauszuholen ist gar nicht so leicht, da das Deck mit den Häufchen angehoben werden muss
– es haben nicht alle gerne Möwenhäufchen auf dem (Esszimmer)tisch.
– blau und grün lässt sich je nach Lichteinfall schwierig unterscheiden
– es sind keine Batterien enthalten

 

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kinderspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.5

Eye Eye Captain (2019)

Spielidee: Helmut Punke
Grafik: Gus Bats, Becker Studios
Verlag:  Ravensburger
Spieler:innenanzahl: 2-4 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 4 Jahren
Spieldauer
: ca. 10 Minuten

Generationentauglich: Ja. Es ist zwar ein Kinderspiel, aber es hat auch viel Freude den älteren Mitspieler:innen bereitet. Es setzt jedoch voraus, dass die feinmotorischen Fähigkeiten noch ausreichend sind.

Pädagogisch wertvoll: Ja. Es fordert und fördert die kognitiven Fähigkeiten, feinmotorische, sowie die sozialen Kompetenzen. Jedoch muss bedacht werden, dass hier „Möwenhäufchen“ auf den Tisch kommen. Dies könnte für manche ein Ausschlusskriterium sein.

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