Ein gelungenes Traumschiff – Dream Cruise von Kobold Spieleverlag (Rezension)

Dream Cruise | Familienspiel | ab 10 Jahren | 1 bis 4 Spieler:innen | Moritz Schuster & Malte Kischkel | Kobold Spieleverlag | pädagogisch wertvoll | generationentauglich

Auf hoher See… Als Kapitän:in eines großen Kreuzfahrtschiffes… Wer hat davon noch nicht geträumt?!? Zu den entlegensten Buchten oder zu den pulsierenden Inseln in ganz Europa über das große weite Meer zu fahren… Ein Traum von vielen… Doch auch wenn man viel von der Welt sieht, als Kapitän:in eines großen Kreuzfahrtschiffes hat man viel zu tun. Stets muss man darauf achten, dass die Crew seine Aufgaben erledigt und dass die Maschinen ordnungsgemäß funktionieren. Doch die Zufriedenheit der Gäste sollte der Kapitänin oder dem Kapitän am wichtigsten sein. Viele Passagiere sind zum ersten Mal auf einem Kreuzfahrtschiff. Und damit die Dream Cruise auch wirklich zu einer Traumreise wird, hat der/die Spieler:in alle Hände voll zu tun.

Spieleschachtel mit Inhalt

 

Das Spiel
Dream Cruise
 ist ein Familienspiel von Moritz Schuster & Malte Kischkel und bei Kobold Spieleverlag erschienen. Es ist für 1 – 4  Spieler:innen geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Wer am Ende die meisten Punkte, durch Routen und Passagierzufriedenheit bekommen hat, gewinnt dieses Spiel.

Jede:r Spieler:in sucht sich ein Schiffstableau aus. Es werden etwa fünf bis sieben Runden gespielt. Zu Beginn bekommt jede:r Spieler:in drei gleichwertige Familien zugeteilt. Es gibt je drei Familien/Gruppen mit einem Buchstaben auf der Rückseite. A, B, C und D. Davon ist jede Familie am Ende, nach Erfüllung, 3 Punkte wert. Die Karten werden auf das Tableau, gelegt und mit der jeweiligen Farbe und bestimmten Anzahl mit Meeple belegt.

Spielaufbau

Spielaufbau für 2 Spieler

 

Haben dies alle getan, bekommt jede:r drei Navigationskarten. Davon sucht sich jede:r eine aus. Diese Karten bestimmen die Reise wo es erstmal hingeht. In den späteres Runden ist es dann wichtig, dass man möglichst die gleiche Routen verfolgt, denn nur wenn in einer Reise eine Struktur zu erkennen ist, kann der/die Kapitän:in besser glänzen und erhält dementsprechend Punkte am Ende. Aber… Dann gibt es ja auch noch die Bedürfnisbefriedigung der Passagiere. Und das macht die Routenplanung dann eher wieder zweitrangig. Es gibt sechs verschiedene Arten an Wünsche die zu erfüllen sind. Diese sind in „Aktivitäten“ und „Landschaften“ unterteilt. Auf jeder Navigationskarte gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten um die Passagierwünsche zu erfüllen.

Routenkarten

Die Wünsche sind auf jeder Familienkarte zu erkennen. Doch es wäre zu einfach wenn man die komplette Familie abstellen könnte… Pro freier „Meepleplatz“, also zwischen einem und drei, darf pro Wunschbereich nur genau ein Meeple derselben Farbe hingestellt werden. Wählt man eine Seetagkarte aus, auf der zwei lila Attraktionskarten Platz haben, darf man sich vom verdeckten Stapel eine Karte nehmen.

Jedes gute Kreuzfahrtschiff hat aber natürlich auch bestimmte Attraktionen. Hierfür werden eine bestimmte Anzahl in der Tischmitte ausgelegt. Der/die Startspieler:in sucht sich zuerst ein Kartenpaar aus, welches am besten zu den Wünschen der Schiffsgäste passt und nimmt diese auf die Hand. Nimmt man sich die beiden verdeckten Karten, ist man in der nächsten Runde der/die Startspieler:in. Die Karten sind grau oder lila hinterlegt. Die grauen Karten werden an das Schiff angelegt. Jedoch fallen hier Konstruktionskosten an. Es muss dafür eine andere Handkarte abgeworfen werden. Wird eine lila Karte auf eine Navigationskarte gelegt, kostet dies nichts. Auf Seetagkarten haben zwei lila Karten Platz. Es müssen die Karten nicht sofort ausgespielt werden, ein Handkartenlimit gibt es nicht.

Attraktionskarten

Welche Wünsche der Passagiere müssen erfüllt werden? Keine Sorge, es ist für jeden etwas dabei.

Hat nun jede:r Kapitän:in alle Attraktionen festgelegt, kann das Programm für die Passagiere beginnen. Bei jeder einzelnen Familie können die Mitglieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Sollte man mal nur wenige Meeple verteilen können, so kann man als Kapitän auf einen Bereich der Navigationskarte springen und kann eine Wunschart abdecken. Dafür muss man lediglich eine seiner Handkarten abwerfen.

In der letzten Phase beginnt das Ausschiffen wenn eine Familie komplett verteilt wurde. In diesem Fall verlassen alle Meeple der jeweiligen Farbe das Schiff, also auch von den Attraktionskarten die am Schiff angelegt sind.

Danach beginnt wieder eine neue Runde. Jedes Schiff stockt wieder auf drei Familien auf und die Reise geht weiter bis alle Familien aufgebraucht sind. Die Punkte der Familien variieren je nach Schwierigkeitsgrad der Meepleanzahl und der Wunscherfüllung.

Familienbeispiele

Die Passagier ist König und es gilt die Wünsche zu erfüllen.

 

 

Fazit
„Dream Cruise“ ist ein hübsches Familienspiel mit eingängigen Regeln die sich in fünf Phasen immer wieder wiederholen. Es lädt ein zum träumen und erinnert entweder an Orte wo man schon war, oder welche, wo man schon immer mal hinwollte. Man fährt ganz Europa ab. Vielleicht kommt zu dem Spiel ja irgendwann mal eine Erweiterung heraus, die einen dann in die Karibik oder nach Australien entführt.

Das Spiel hat eine gute Struktur und wirkt rund. Die Macher haben sich was einfallen lassen, man merkt die Liebe zum Detail. Bei jeder Familie/Gruppe steht noch ein individueller Spruch, die Orte laden wirklich zum träumen ein, man bekommt regelrecht Fernweh.
Großartig finde ich es, dass es eine Solovariation gibt. Die funktioniert ganz wunderbar. Die habe ich mittlerweile schon häufiger gespielt.

Was ich nur sehr schade finde… Die Anleitung ist sehr mühselig zu durchschauen. Sie hat wenig Struktur. Manche Fragen werden nicht geklärt. Als Gelegenheitsspieler:in hat man es hier sehr schwer die Regeln zu durchblicken. Daher befürchte ich, dass dann ganz schnell die Motivation verschwindet und dieses wirklich hübsche Familienspiel im Regal verstaubt. Auf Youtube wird in der Soloerklärung der Ablauf gut erklärt.

 

 

Bewertung / Test
+ Eingängiges Familienspiel mit guter Struktur
+ Schöne Illustration der Karten
+ Farbunterschiede sind deutlich zu erkennen
+ Solovariante funktioniert ganz wunderbar
– Die Anleitung ist nicht übersichtlich
– Durch sechs verschiedene Routenarten ist es schwierig ein gutes Set zu bilden

 

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4

Dream Cruise (2021)

Spielidee: Moritz Schuster & Malte Kischkel
Grafik: Sabrina Miramon
Verlag:  Kobold Spieleverlag
Spieler:innenanzahl: 1-4 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer
: 45 Minuten (Solovariante und bei 2 Spieler:innen etwa 30 Minuten)

Generationentauglich: Ja. Das Thema spricht jedes Alter an. Die Karten sind übersichtlich. Die Farbauswahl/Symbole sind unterschiedlich und gut durchdacht. Man erkennt, dass sich die Macher dabei Gedanken gemacht haben.

Pädagogisch wertvoll: Es ist nicht das typische „pädagogische Spiel“. Jedoch werden hier Geographiekenntnisse gefördert. Außerdem lernt man vorausschauend zu planen.

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