Den Verdächtigen auf der Spur- Detective Charlie von Loki (Rezension)

Detective Charlie | Kinderspiel | ab 7 Jahren | 1 bis 5 Spielende | Théo Rivière | Loki | pädagogisch wertvoll

Gemeinsam Fälle lösen, Hinweise entschlüsseln und Übeltäter, bzw. Übeltäterinnen überführen klingt nicht gerade nach einem Spiel für jüngere Kinder. Tatsächlich können „Kriminal“-Fälle aber so gestaltet werden, dass sie absolut harmlos sind und Kindern dennoch spannende Rätselrunden beschert werden. Mit Detective Charlie ist dies gelungen.

 

Das Spiel
Detective Charlie 
ist ein Kinderspiel von Théo Rivière und bei Loki erschienen. Es ist für 1 bis 5 Spielende geeignet und kann 7 Jahren gespielt werden.

Gemeinsam mit der Detektivin Charlie Holmes gilt es für die Kinder verschiedene Fälle zu lösen, bevor die Uhr 5 Uhr schlägt. Im Spiel sind 6 verschiedene Fälle enthalten. Die jeweilige Fallkarte beschreibt genau, was passiert ist und was die Kinder herausfinden müssen. Abwechselnd befragen die Kinder die Einwohner:innen der Stadt, welche zu Spielbeginn verdeckt als Karten kreisförmig ausgelegt werden. Das Kind am Zug würfelt einen Würfel und darf entsprechend der Augenzahl 1 bis 2 Schritte mit der Charlie Figur in oder gegen den Uhrzeiger ziehen. Die Karte, vor der Charlie stehen bleibt, wird umgedreht und der Hinweis der entsprechenden Einwohnerin, bzw. des Einwohners laut vorgelesen.

Die Hinweise helfen nach und nach Verdächtige auszuschließen. Die Verdächtigen werden zu Beginn als Karten an den Spielschachtelrand gesteckt und zeigen verschiedene Merkmale, wie Name, Beruf und je nach Fall z. B. Fußabdrücke oder Körpergröße an. Für die Kinder ist es meist ein leichtes, die Hinweise richtig zu deuten und Verdächtige abzulegen, die nicht mehr in Frage kommen können. Da die Hinweise nicht schwer sind, entsteht nie Frust. Etwas kniffliger sind je nach Fall die Beweiskarten, die mit manchen Einwohner:innen ins Spiel kommen. Mehr Spannung erzeugt die Uhr. Denn auf einigen Seiten des Würfels ist ein Uhrensymbol abgebildet. Wird dies gewürfelt, muss der Zeiger, der anfangs auf 12 Uhr steht, um eine Stunde weiter vor bewegt werden. Ob der Fall vor 5 Uhr gelöst werden kann, ist daher rein vom Würfelglück abhängig und nicht etwa davon, ob Hinweise richtig entschlüsselt werden. Sie zu lösen ist wie gesagt leicht, jedoch müssen alle 8 ausliegenden Einwohner:innen befragt werden, will man den oder die Verdächtige finden.

Ist nur noch eine Person übrig, die verdächtig ist, ist das Spiel beendet. In einem kleinem Umschlag wird den Kindern die richtige Lösung präsentiert so dass sich offenbart, ob gemeinsam gewonnen oder verloren wurde.

 

 

Fazit
Teilweise war Detective Charlie in unseren Testrunden – wir haben es mit 7-Jährigen gespielt – etwas zu leicht. Das Alter würden wir daher – sind vorlesende Erwachsene mit am Tisch – auf 4-5 Jahre heruntersetzen. Dennoch hatten die Kinder Freude im Spiel. Dies lag vor allem daran, dass gemeinsam ein witziges Abenteuer erlebt wurde und die ablaufende Zeit Spannung ins Spiel brachte. Die Ausarbeitung der Fälle hat Kindern sowie den begleitenden Erwachsenen besonders gut gefallen. Es gab kindgerechte Geschichten und die Übeltäter, bzw. Übeltäterinnen hatten meist verständliche Gründe, warum etwas „schief“ ging.

Kinder kommen in diesem Spiel also nicht etwa mit dem Bösen in Berührung. Daher eignet sich das Spiel wunderbar auch für die pädagogische Arbeit z. B. im Kindergarten. Vor allem da gemeinsam gerätselt und somit gemeinsam verloren oder gewonnen wird, werden Zusammenhalt und Austausch gefördert. Schade ist lediglich, dass die Fälle nur einmal gespielt werden können. Doch da kein Material zerstört wird, kann Detective Charlie einfach weitergegeben werden.

Auch das Material ist ideal für Kinderhände: Stabil, handlich und wunderschön illustriert – wie gewohnt vom Verlag Loki. Wer kleine Spürnasen ohne große Herausforderung tüfteln und kombinieren lassen will und dies ohne viel Vorbereitungszeit und mit kurzer Spieldauer, denen sei Detective Charlie daher ans Herz gelegt.

(Lobend erwähnen möchten wir, dass die unterschiedlichen Verdächtigen und Bewohnenden des Ortes mit ihren Berufen und auch Namen vielfältig dargestellt wurden. Detective Charlie ist z. B. weiblich und Fatma Fledermaus hat einen nicht typisch deutschen Namen. Toll, dass Diversity eine Rolle spielt, weiter so!)

 

Bewertung / Test
+ Kooperatives Spiel
+ Kein Frustgefühl
+ „Harmlose“ Fälle, ideal für Kinder
+ Kurze Spieldauer, kaum Vorbereitung
+ Hochwertiges, ansprechendes Spielmaterial
+ Spannung durch die ablaufende Uhr
+ Diversity wurde beachtet
– Die Uhr ist rein vom Würfelglück abhängig
– Die Fälle sind teilweise sehr einfach (zu einfach)

 

(Eine Rezension von Petra Fuchs)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kinderspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
3.5

Detective Charlie (2020)

Spielidee: Théo Rivière
Grafik: Piper Thibodeau
Verlag: Loki, Vertrieb Hutter Trade
Anzahl der Spielenden: 1 bis 5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 7 Jahren
Eigene Altersempfehlung: ab 4-5 Jahren, wenn Eltern die Texte vorlesen
Spieldauer: 25 Minuten

Generationentauglichkeit: Eher nein, da die Fälle sehr einfach sind. Somit ist der Spielspaß für Erwachsene begrenzt. Das Material ist generationentauglich.

Pädagogisch wertvoll: Absolut. Kinder müssen zusammenarbeiten, sich gegenseitig helfen. Sie lernen zu rätseln und zu kombinieren und Leseanfänger:innen üben das Lesen, da die Texte kurz und knapp sind.

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