Das alles & noch viel mehr, würde ich machen, wenn ich König vom Brettspiel wär‘ – „King of 12“ von „Corax Games“ (Rezension)

King of 12 | Würfelmanipulationsspiel | ab 10 Jahren | 2 bis 4 Spieler:innen | Rita Modl | Corax Games 

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. So lautet ein berühmtes Sprichwort und es trifft auch in diesem Spiel absolut zu. Denn alles was gleich ist, negiert sich gegenseitig. Seien es die Handkarten, die Würfelwerte oder sogar die Siegpunkte am Ende einer Runde. Da heißt es, gut zu überlegen, was man in welchem Augenblick machen möchte, um nicht doch mit einem Mitspielenden etwas Gleiches zu haben und so negiert zu werden.

King of 12: das gesamte Spielmaterial sowie die Verpackung

King of 12: Spielmaterial & Verpackung

 

Das Spiel
King of 12″ ist ein Familienspiel von Rita Modl und bei Corax Games erschienen. Es ist für 2-4 Spieler:innen geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.
Ziel des Spiels ist es, als erste:r 2 Runden durch den Stein der Macht mit der stärksten Energie gewonnen zu haben und somit der oder die König:in der 12 Reiche zu sein. Das kann allerdings nur mit der Unterstützung der verschiedenen Völker in Form von Handkarten funktionieren. Wie das genau funktioniert erfahrt ihr jetzt.

Zu sehen ist die empfohlene Startkartenhand aus 7 Karten

die empfohlene Startkartenhand

Zu Beginn startet jede:r mit einem 12-seitigen Würfel sowie einer Start-Kartenhand aus 7 verschiedenen Völkern. Für die ersten Partien wird eine bestimmte Starthand (Hexenmeister, Alchemist, Ritter, Maschine, Golem, Orakel & Parasit) empfohlen, sobald man das Spiel etwas besser kennt oder mehr Abwechslung möchte, kann man die 12 vorhandenen Völkern wild durchmischen, eine Voraussetzung ist, dass mindestens 2 Karten mit blauem Symbol am oberen Rand dabei sein müssen.

Zu sehen sind die 5 weiteren Völker, die man neben den 7 Startkarten benutzen kann.

5 weitere Völker, deren Hilfe in Anspruch genommen werden kann

Jetzt kann es schon los gehen. Jede:r von euch würfelt nun und legt den Würfel gut sichtbar für alle vor sich ab. Die Augenzahl kann  jede Runde folgt dabei einem übersichtlichen Prinzip:
1. Karten ausspielen
Jede:r legt eine seiner 7 Handkarten verdeckt vor sich ab, dann werden alle Karten gleichzeitig aufgedeckt.
2. Karten negieren
Alle gleichen Karten werden nun negiert. In eurem Streben nach dem Thron habt ihr dieselben Völker um Hilfe gebeten und um Ärger zu vermeiden, helfen sie nun keinem von euch.
3. Karteneffekte ausführen
Nun setzen die Wesen und ihre Völker ihre Macht ein und unterstützen den:die jeweilige Spieler:in, falls sie nicht bei Schritt 2 negiert wurden. In diesem Schritt gibt es auch Effekte (mit blauem oder grauen Würfelsymbol), die dafür sorgen, dass der Würfelwert sich durch Drehen oder Neu Würfel tatsächlich verändert und nicht nur der Würfelwert, wie bei den anderen Karten verändert wird.
4. Würfelwerte vergleichen
Auch in diesem Schritt werden alle gleichen Würfelwerte negiert, da die Interferenzen zwischen den Steinen der Macht sich gegenseitig ausschalten.
5. Siegpunkte verteilen
Der:Diejenige mit dem nun höchsten verbliebenen Würfelwert ist Erste:r und kriegt 2 Siegpunkte. Der:die Zweite erhält 1 Siegpunkt. Manchmal gibt es auch Runden, in denen niemand den ersten oder zweiten Platz belegt.
6. Karten abwerfen
Die gespielten Karten werden nun abgeworfen und bilden bei jedem einen individuellen Abwurfstapel. Diese Karten können für die aktuelle Runde nicht mehr genutzt werden.

Zu sehen sind die Würfel und Siegpunktmarker des Spiels

die 12-seitigen Würfel & Siegpunktmarker

Die Runde endet sobald ein:e Mitspieler:in nur noch eine Spielkarte am Ende eines Zuges auf der Hand hat.
Jetzt werden die Siegpunkte verglichen. Auch hier gilt wieder: Gleiches negiert sich.

Der:Die Rundengewinner:in wählt eine seiner nun wieder 7 Handkarten (der Ablagestapel wurde wieder untergemischt) aus und legt diese verdeckt unter den Würfel, der übrigens NICHT neu geworfen wurde. Das heißt der:die Sieger:in ist zwar dem Thron näher gekommen, hat aber für die nächste Runde weniger Karten zur Auswahl.
Sobald jemand 2 Karten unter seinem:ihrem Würfel liegen hat, steht der:die König:in fest.

 

Fazit
King of 12 ist ein wunderschön illustriertes, hochwertig aufgemachtes Familienspiel. Das Material ist hochwertig und die Aufmachung der Karten wirklich toll, allerdings komme ich hier direkt zu meinem ersten Kritikpunkt. Die Völker sind zwar schön designt, aber die Karten an sich sind absolut nichtssagend. Wenn meine Mitspielenden die Karten ablegen und ich das Spiel noch nicht so gut kenne, sehe ich nur das Volk, kann vielleicht noch bei guter Sehkraft den Namen lesen und weiß trotzdem überhaupt nicht, was diese Karte nun bewirkt. Da hätte ich mir persönlich zum Beispiel oben in den Ecken eine +7 bei der Maschine, eine -7 beim Parasit usw. gewünscht.

Das Spiel eignet sich perfekt als kleiner Absacker. Die Runden sind kurzweilig und durch die wenigen Regeln kriegt man auch Wenig-Spielende an den Tisch. Man muss ich aber der Tatsache bewusst sein, dass die Spielidee nur so richtig Sinn macht, wenn alle versuchen, zu taktieren und zu erahnen, was die anderen spielen könnten. Wenn nur eine Person am Tisch sitzt, die einfach kopflos irgendwelche Karten ohne Sinn und Verstand abspielt, dann kann sie dadurch durchaus gewinnen, macht den Spielspaß jedoch für die anderen zunichte.

Wenn man Spiele mag, deren Spielspaß vor allem auf Glück, Zufall und ein bisschen Schadenfreude basieren, dann sollte man sich King of 12 definitiv mal ansehen. Bei uns galt, je öfter wir das Spiel gespielt haben, desto besser hat es uns gefallen. In Gruppen zu 4. hat es mehr Laune gemacht, als nur zu zweit, da es hier zufälliger und weniger taktisch zuging.

 

Bewertung
+ wunderschöne Illustrationen
+ unverbrauchtes Spielkonzept
+ leichte Regeln
+/- sehr glücks- und zufallsabhängig (muss man mögen)
– Spielgruppen abhängig: Spielidee macht je nach Strategie der Mitspielenden keinen Sinn
– Illustrationen zeigen nicht an, welche Aktion die Karte ermöglicht

(Eine Rezension von Sarah Eischet)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.5

King of 12 (2020)

Spielidee: Rita Modl
Grafik: Robin Lagofun
Verlag:  Corax Games
Spieler:innenanzahl: 2-4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 15 Minuten

Generationentauglichkeit: Bedingt. Die ziemlich kleinen Schriftzüge sowohl auf den Spielkarten als auch in der Anleitung machen das Erlenen & Spielen von King of 12 für Personen mit Seheinschränkungen eher schwierig.

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