Blumiges Duell: Geschickt gesteckt von Frosted Games (Rezension)

Geschickt gesteckt | Kartenspiel | ab 8 Jahren | 1 bis 2 Spielende | Elizabeth Hargrave | Frosted Games 

Ein Blumenstrauß oder -arrangement wie es hier heisst, lebt von einer guten Kombination von Blumenarten. Doch hat man hier nicht die volle Auswahl, sondern muss mit dem leben, was man angeboten bekommt. Und dieses Angebot hängt davon ab, was der Mitspielende so plant.

Spielkarton und Inhalt

 

Das Spiel
Geschickt gesteckt
 ist ein Kartenspiel von Elizabeth Hargrave und bei Frosted Games erschienen. Es ist für 1 – 2 Spielende geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Das Spiel besteht im Grunde nur aus 18 unterschiedlichen Karten mit jeweils einer Blumenabbildung und einem Effekt. Es gibt zudem noch 6 Karten für den Solo-Modus und eine Karte mit einem Glossar.

Zunächst ist es wichtig, sich mit den Begrifflichkeiten zu beschäftigen, weil die für die Wertung wichtig sind: da gibt es den Blumenstrauß, das Arrangement und die Erinnerungen. Hat man die Unterschiede verstanden, dann sind die Spielregeln nicht mehr schwierig.

Im Wechsel werden zwei Karten vom Nachziehstapel gezogen. Der Spielende entscheidet, welche davon offen angeboten wird, welche verdeckt. Die Karten bewirken Aktionen, die vor der Wertung ausgeführt werden, doch zumeist stattdessen Siegpunktbedingungen, die sich auf andere Karten beziehen.

Drei Karten eines Spielenden, zwei offen, eine verdeckt. In der Tischmitte das Angebot von je einer offenen und einer verdeckten Karte

Welche könnte besser in die eigene Auslage passen? Die offene oder die verdeckte Karte?

Die gegnerische Person muss nun entscheiden, entweder die offene oder die verdeckte Karte zu nehmen. Eine verdeckte Karte darf dann angeschaut werden, bleibt aber verdeckt. Die anbietende Person nimmt dann die andere. Das geht nun so lange, bis jeder Spielende vier Karten vor sich liegen hat.

Die verdeckten Karten werden nun umgedreht und von anderen Karten etwas versetzt gelegt. Diese nennen sich „Erinnerungen“. Nun werden die Aktionen durchgeführt, soweit Karten liegen, die das verzeichnen. Diese Aktionen können die Auslage noch entscheidend verändern.

Finale Auslage von vier Karten

Nach Ausführen der Aktionen wird gewertet.

Zuletzt werden die Siegpunkte errechnet, auch hier steht auf jeder Karte, was zählt. Nach drei Runden endet das Spiel, wobei es natürlich freisteht, kürzer oder länger zu spielen.

Bei den ersten Partien gilt es sich zu konzentrieren. Was geschieht nochmal mit den verdeckten Karten? Welche Karte biete ich offen, welche verdeckt an? Das ist zu Beginn gar nicht so einfach. Auch die Wertung braucht zunächst Hirntätigkeit. Nach zwei, drei Partien läuft es schon besser und der Reiz des Spiels steigert sich. Bis dahin gilt es etwas durchzuhalten. Ein wenig erinnert „Geschickt gesteckt“ an „Fantastische Reiche“, ist natürlich weit von dessen Komplexität entfernt.

Der Solomudus simuliert einen Mitspielenden. Auf jeder der Extra-Karten wird ein Gegenzug simuliert. Das ist zur Unterhaltung und Vertiefung mal spielbar. Doch lebt das Spiel davon, dem Mitspielenden in die Augen zu schauen mit dem Versuch, die Gedanken auszulesen.

 

Fazit
Wieder erstaunlich, wie man mit so wenig Karten ein vollwertiges Spiel bekommt mit taktischer Tiefe. Der Start war bei uns etwas sperrig. Wenn man sich in die Begrifflichkeiten eingearbeitet hat, kommt dann Taktik zu Tage: wird die gegnerische Persin die offene Karte nehmen wollen, sollte ich sie lieber verdeckt anbieten? Wird der Gedanke durchschaut? Doch ist „Geschickt gesteckt“ kein grübellastiges Spiel, dafür hängt es zu sehr davon ab, welche Karten man zieht. Das Kennen der Karten ermöglicht erst so richtig eine Taktik, doch ist es Glück, welche Karten gezogen werden.

Geöffnete Schachtel mit Karten. Der Karton bietet Platz für größere Karten

Die Karten könnten so groß sein wie die Schachtel.

Das Inlay bietet den Rahmen für die Karten, die knapp halb so groß sind wie die Schachtel in Standardgröße für Kartenspiele dieser Art. Warum macht man die Karten nicht so groß wie die Schachtel (siehe z.B. wie bei „Deckscape“)? Schon hätte man eine angenehmere Handhabung beim Spiel und vor allem Schriftgrößen, die auch für Senioren lesbar sind. Die Anleitung ist ebenfalls in kleiner Schrifttype, das ist eher verzeihlich. Zum Lernen des Spiels kann man schon mal eine Leselupe hinzunehmen, beim Spielen nicht.

In der Anleitung ist nur von einer Mitspielerin die Rede ohne zu erwähnen, dass auch Männer Blumen schön finden können. Also bitte auch in Gegenrichtung gendern 😉

 

 

Bewertung / Test
+ schön und ansprechend gestaltet
+ schnell gespielt, eignet sich für unterwegs
– Einstieg nicht ganz leicht
– glücksabhängig

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kartenspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
2.8

Geschickt gesteckt (2021)

Spielidee: Elizabeth Hargrave
Grafik: atelier198
Verlag: Frosted Games
Anzahl der Spielenden: 1 – 2
Altersempfehlung Verlag: ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 – 30 Minuten

Generationentauglichkeit: Eher nein, da auf einigen Karten die Schrift sehr klein ist.

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