Außerirdische und Ägypter:innen – First Contact von Huch! (Rezension)

First Contact | Familienspiel | ab 12 Jahren | 2-7 Spielende | Damir Kuhsnatdinov | Huch! 

Allein die Erde kommt mir wahnsinnig groß vor und sie ist nur ein winziger Teil eines riesigen Weltraums. Für mich persönlich also unvorstellbar, dass es nirgendwo anders Lebewesen geben soll. Außerirdisches Leben begeistert und fasziniert viele Menschen. Was wäre wenn Außerirdische mal zu uns auf die Erde kommen, doch dann oh Schreck?! Die Kommunikation stellt sich als ziemlich kompliziert heraus. Man munkelt, dass das bereits im alten Ägypten schon einmal der Fall war und Vorlage für ein Brettspiel geboten hat, von dem ihr nun alles Wissenswerte in dieser Rezension erfahrt.

Zu sehen ist das Spiel First Contact inkl. des gesamten Spielmaterials.

First Contact von Huch!

 

Das Spiel
First Contact von Damir Kuhsnatdinov ist ein Familienspiel für 2 bis 7 Spielende ab 12 Jahren und bei Huch! Erschienen. Eine Partie dauert ca. 15 – 40 Minuten und Ziel des Spiels ist es, semikooperativ entweder als Erdbewohnende korrekt zu deuten, welche Geschenke sich die Außerirdischen wünschen oder als Außerirdische möglichst gut ohne Sprache zu zeigen, was man sich als Geschenk wünscht.

Zu sehen ist ein beispielhafter Aufbau für einen Außerirdischen

Spielaufbau für die Außerirdischen

Zu Beginn werden zunächst 2 Teams gebildet – Außerirdische und Ägypter:innen. Jede Person erhält einen Sichtschirm und eine Sprachtafel.

Die Tafeln unterscheiden sich für die 2 Teams: Ägypert:innen können zu Spielbeginn nur Worte auf ihren Tafeln sehen, Außerirdische Worte und Symbole.

Zu sehen ist der Spielaufbau für 4 Spielende.

Spielaufbau für 4 Spielende

Die Objektkarten, die die potentiellen Geschenke der Erdbewohnende an die Außerirdischen darstellen, werden in einem 5×5 großen Feld ausgelegt. Das hat mich an andere Deduktionsspiele wie zum Beispiel Codenames erinnert. Die Außerirdischen greifen alle auf eine gemeinsame Aufgabenkarte zurück, auf der gekennzeichnet ist, wer sich welches Geschenk wünscht.

Jetzt kann es losgehen. Ziel der Ägypter:innen ist es, die Sprache der Außerirdischen zu lernen, um korrekte Geschenke machen zu können.

Zu sehen ist ein 5x5 großes Feld aus Objektkarten.

So viele mögliche Geschenke.

Nacheinander dürfen alle von ihnen bis zu 5 Objektkarten um 90 Grad drehen. Diese Karten sollten eine Gemeinsamkeit haben. Die Außerirdischen entscheiden nun gemeinsam, welches Wort die vermutete Gemeinsamkeit am besten beschreiben kann. Hier fängt schon die erste Schwierigkeit an, was könnten diese seltsamen Menschen als Gemeinsamkeit entdeckt haben? Falls wir Außerirdischen das falsch deuten, kommen hier schon die ersten Fehler ins Spiel. Das Wort, das wir als Gemeinsamkeit deuten, wird auf der Kommunikationstafel der Außerirdischen durch ein bestimmtes Symbol dargestellt, dass sie nun an die Ägypter:innen weitergeben in der Hoffnung, dass sie die korrekte Gemeinsamkeit erkannt haben.

Zu sehen sind die Kommunikationstafeln der Ägypter:innen.

Es gibt viele verschiedene Symbole für die Außerirdischen.

Nachdem alle Ägypter:innen am Zug waren, starten die Außerirdischen mit ihrem Zug. Sie versuchen nun der Reihe nach zu vermitteln, was sie gerne geschenkt kriegen möchten. Dafür müssen sie den Ägypter:innen Symbole aufzeichnen, die den Gegenstand, den sie haben wollen, kennzeichnen. Hier dürfen auch schon Symbole benutzt werden, die die Menschen nicht kennen. Aber Vorsicht! Das kann manchmal zu ziemlicher Frustration führen. Jede Person markiert auf der eigenen Tafel, was er glaubt, schenken zu sollen. Ist es richtig, gibt es Punkte zur Belohnung.

Zu sehen sind die Kommunikationstafeln der Ägypter:innen & Außerirdischen.

Hier wurde nicht alles korrekt kommuniziert.

Das Spiel endet, sobald ein der Außerirdischen eine vorher festgelegte Anzahl an korrekten Geschenken erhalten hat und wer die meisten Punktechips hat, hat das Spiel gewonnen.

 

Fazit
Das Konzept von First Contact klang für mich wahnsinnig verlockend. Ich liebe Deduktionsspiele wie Codenames und ähnliches. Also haben wir uns mit Freude an diesen Vertreter des Genres gemacht. Die Tischpräsenz ist toll und das Material hochwertig. Allerdings hat mich First Contact nicht ganz überzeugen können. Es waren mir doch zu viele Deutungsebenen. Als 1. müssen die Außerirdischen die Gemeinsamkeit der Menschen deuten, dann müssen die Menschen die Symbole der Außerirdischen deuten und dabei sollen keine Fehler entstehen? Die optionale Regel, nach jeder 2. Runde die falschen Symbole bei den Menschen von der Tafel zu streichen, haben wir dauerhaft genutzt, da es sonst zu viel Frust gegeben hätte. Das Spiel hat sich für mich zum Teil wie Kaugummi gezogen. In der Theorie spannend, in der Praxis dann leider durchgefallen. Von mir leider keine Empfehlung, ich würde immer wieder lieber zu Codenames greifen.

 

Bewertung/Test
+ tolle Tischpräsenz
+ viel Widerspielreiz durch dicken Stapel doppelseitiger Geschenkkarten
– zu viele Deutungsebenen
– zieht sich zeitlich sehr lang

 

(Eine Rezension von Sarah Eischet)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe 12 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre

First Contact (2019)

Spielidee: Damir Kuhsnatdinov
Grafik: Viktor Eredel, Alexandr Kiselev, Alexandra Sharyapova
Verlag: Huch!
Anzahl der Spielenden: 2-7 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 15-40 Minuten

Generationentauglichkeit: Eher nein. Die Regeln sind zwar einmal verinnerlicht leicht, aber durch die verschiedenen Deduktionsebenen und das doch recht klein gestaltete Spielmaterial eher kein generationentaugliches Spiel.

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