Auf die Plätze, fertig, los.. – Fugitive von Fowers Game, Vertrieb Skellig Games (Rezension)

Fugitive | 2-Personen-Kartenspiel | 2  Spieler:innen | Tim Fowers | Fowers Game (Vertrieb Skellig Games)

Als Kind und auch noch als Erwachsene höre ich liebend gerne Hörspiele von den „???“, TKKG und den fünf Freunden. Wie ihr vielleicht merkt, habe ich also eine Schwäche für Krimis, Verbrechen & Verfolgungsjagden. Fugitive will mir das alles im Kartenformat liefern, also los gehts.

Zu sehen ist die Verpackung von Fugitive mit dem kompletten Material.

Klein, aber oho..

 

 

Das Spiel
Fugitive ist ein 2-Personen-Karten-Spiel von Tim Fowers und bei Fowers Game erschienen. Es ist für 2 Spielende geeignet und kann meiner Meinung nach ab  10 Jahren (keine offizielle Altersangabe auf der Verpackung) gespielt werden.

Ziel des Spiels für den, bzw. die Flüchtenden ist es, beginnend bei der Karte 0 über mehrere Etappen die Fluchtroute bis zur Karte 42 zu planen. Ziel für die Polizeichef:in ist es, genau das zu verhindern, indem die Karten ermittelt werden müssen, welche der, bzw. die Flüchtende gewählt hat, um zu entkommen.

Zu sehen ist der Spielaufbau von Fugitive

Spielaufbau Fugitive

Der Spielaufbau sowie die Regeln sind simpel und gehen schnell:
Der Flüchtende kriegt immer die Karten 1, 2, 3 und 42 auf die Hand und zieht zufällig drei Karten vom ersten Stapel sowie zwei vom zweiten Stapel. Diese Kartenstapel werden vorher präpariert und bestehen einmal aus den Werten 4-14, 15-28 & 29-41.

Zu sehen sind die 3 Kartenstapel von Fugitive, die am Spielanfang präpariert werden.

Auswahl der Kartenstapel

Die, bzw. der Polizeichef:in bekommt ihren abwischbaren Notizblock und schon kann die wilde Jagd beginnen.

Zu sehen ist das Spielmaterial der Polizeichefin

Mehr braucht eine gute Polizeichefin nicht..

Der Flüchtende beginnt, indem er ein Versteck ausspielen muss. In allen weiteren Zügen zieht er zunächst eine Karte von einem der drei Stapel und darf dann optional ein Versteck ausspielen. Ein neues Versteck muss immer einen höheren Zahlenwert haben und darf maximal um drei Stellen höher sein als die vorherige. Das gibt der ermittelnden Person die Möglichkeit per Ausschlussverfahren auf die Verstecke zu schließen. Allerdings hat der Flüchtende auch die Möglichkeit, beliebig viele Karten nicht als Versteck, sondern als Sprintkarte unter das Versteck auszuspielen. Jeder Fußabdruck, der auf den Zahlenkarten abgebildet ist, erhöht dabei den maximalen Abstand um 1. Hierbei darf auch geblufft werden. Es liegen Sprintkarten aus, aber der Flüchtende ist gar nicht gesprintet? Das muss die, bzw. der Polizeichef:in nun in ihrem Zug herauszufinden.

Wenn sie an der Reihe ist, zieht sie von einem der Stapel eine Karte, kann die auf dieser aufgedruckte Zahl schon einmal von ihrem Block streichen, denn jede kommt nur einmal im Spiel vor. und darf nun beliebig viele Verstecke erraten. Ist allerdings nur eins davon falsch, muss der, bzw. die Flüchtende keins aufdecken, auch wenn richtige dabei waren. Sie muss nicht die exakte Position in der Zahlenreihe aufzählen, sondern nur den Wert selbst.

Eine richtig erratene Karte muss mit allen daran anliegenden Sprintkarten aufgedeckt werden. Wurden alle Verstecke aufgedeckt, hat die ermittelnde Person den, bzw. die Flüchtende einfangen können und gewinnt das Spiel. Legt diese aber die Karte 42 ab, hat er beinahe gewonnen. Nun hat die, bzw. der Polizeichef:in noch die letzte Chance mithilfe einer Hetzjagd das Spiel zu entscheiden, indem sie nacheinander jedes der noch verdeckten Verstecke korrekt benennen muss. Ist nur eines falsch, hat die geflüchtete Person die Stadt verlassen können und ist Sieger des Spiels.

Zu sehen sind die Ereignis- & Platzhalterkarten von Fugitive.

Für ein bisschen mehr Variabilität..

Für mehr Wiederspielreiz und Variabilität gibt es Ereigniskarten , die dem Spiel hinzugefügt werden können. Manche davon sind hilfreich für nur eine der beiden Rollen, manche sind neutral. Es gibt die Möglichkeit für ein ausgewogenes Spiel, bei dem immer ein Ereignis gezogen wird, das der Rolle, die gerade zurück liegt, hilft. Bei der anderen Option werden die Ereigniskarten einfach zufällig untergemischt.

Zu sehen sind die Zahlenkarten von Fugitive

die gesamte Verfolgung wird auf den Karten abgebildet

 

Fazit
Ein Katz und Maus Spiel, welches das Gefühl einer Verfolgungsjagd und Flucht (zumindest wie ich mir das vorstelle) sehr  gut auf den Spieltisch bringt. Die Regeln sind super simpel und dennoch bietet das Spiel eine tolle taktische Tiefe. In den ersten Runden war es bei uns dem Flüchtenden nie möglich zu entkommen. Das lag allerdings daran, dass wir ein Regelmissverständnis hatten, da also ein kleiner Kritikpunkt für die Verständlichkeit der Spielregeln.

Als wir dann aber endlich rausgefunden haben, was unser Fehler war, hat das Spiel riesigen Spaß gemacht. Es ist fast nie bei nur einer Partie geblieben. Jede von uns wollte immer sofort eine Revanche. Aus wenig Karten wurde das absolute Maximum herausgeholt. Das Spielmaterial ist dabei wirklich sehr hochwertig und die Illustrationen wunderschön. Die gesamte Flucht vom Ausflug in die Disko bis über die Überquerung der Bahnstrecke werden dabei toll in Szene gesetzt. Absolute Empfehlung für alle, die ein flottes, abwechslungsreiches Spiel für 2 Personen suchen. Die Ereigniskarten bringen dabei nochmal eine nette Variabilität mit rein, wobei es uns meistens sogar ohne sie besser gefallen hat.

 

Bewertung
+ hochwertiges Spielmaterial
+ toll illustrierte Spielkarten
+ einfache Regeln
+ hoher Wiederspielreiz
+ 2 sehr unterschiedliche Rollen
– kann sehr schnell vorbei sein
– zu Beginn ist das Kartenglück sehr wichtig

(Eine Rezension von Sarah Eischet)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“2-Personen-Spiel”

  • ... Altergruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4.6

Fugitive (2017)

Spielidee: Tim Fowers
Grafik: Ryan Goldsberry
Verlag:  Fowers Games
Spieler:innenanzahl: 2 Personen
Eigene Altersempfehlung: ab 10 Jahren
Spieldauer: 5-15 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja. Die Zahlenkarten sind übersichtlich und groß gestaltet. Das Material griffig und die Regeln so einfach, dass Menschen fast jeder Altersgruppe mitspielen können.

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