Zwerge und Elfen im Wald – Fairy Trails von HUCH! (Rezension, Test)

Fairy Trails | Uwe Rosenberg | ab 8 Jahre | 1-2 Spieler:innen | HUCH! | spannendes Plättchenlege-Duell, dem manchmal die Übersicht fehlt

Elfen und Zwerge – da war doch was. Die mögen sich nicht so. Gehen sich lieber aus dem Weg. Und darum haben sie auch ihre eigenen verschlungenen Wege im Wald. Und hier setzt unser Spiel an.
Denn wir spielen Zwerge und Elfen, also genauer gesagt einer die Elfen, der andere die Zwerge. Es ist ein Zweipersonenspiel. Und es geht darum, Wege zu legen, diese abzuschließen und so das jeweils eigene Volk in die am Weg liegenden Hütten einziehen zu lassen. Die ziehen aber nur ein, wenn der Weg tatsächlich abgeschlossen ist. Und das ist nicht besonders einfach, denn das jeweils andere Volk macht einen schon mal einen Strich durch die Planung.

Fairy Trails ist ein Plättchen-Legespiel. Man hat zwei Plättchen auf der Hand, die Pfade und manchmal Hütten zeigen. Dabei sind auf jedem Plättchen beide Pfade eingezeichnet, die gelben Zwergpfade und die rosa Elfenwege. Man legt ein Plättchen an die Auslage an, prüft, ob ein eigener Weg komplett abgeschlossen ist, darf in dem Fall alle auf dem Weg befindlichen Hütten mit einem Stein seiner Farbe belegen. Das Spiel gewinnt, wer zuerst all seine Steine in Hütten legen kann.
Das klingt einfach, ist es auch. Irgendwie ist das Spielprinzip bekannt und man kann es mit nur wenigen Sätzen erklären und spielen. Das Besondere ist, dass die Wege sehr unterschiedlich laufen können, es gibt Kreuzungen, die die Wege in alle Himmelsrichtungen weiterführen, es gibt Unterführungen, die die Wege klar trennen. Manche Wege laufen parallel, andere deutlich getrennt. Hier muss man schon genau schauen, wo sich welches Plättchen am besten eignet. Nicht nur, um seine eigenen Wege mit eigenen Hütten schnell abzuschließen, sondern manchmal auch, um dem oder der Mitspieler:in das Abschließen unmöglich zu machen. Manche Wege haben plötzlich vier oder fünf freie Anschlüsse und um die alle zu schließen, bräuchte man viel mehr Zeit.


Letztlich ist es ein Wettrennen, wer seine Bevölkerung am schnellsten untergebracht hat. Dabei ist es egal, ob der Weg über zwei oder zehn Plättchen führt. Wichtig sind nur die Anzahl der Häuschen am Weg.
Und oft genug kommt es vor, dass man ohne es zu bemerken, ein Plättchen ideal für den oder die Mitspieler:in legt.
Denn man verliert leicht den Überblick. Die Grafik ist thematisch stimmig, aber auch nicht sonderlich übersichtlich. Je größer die Auslage wird, desto verzweifelter sucht man immer wieder die gleichen Wege ab, ob man nicht was übersehen hat. Das ist mühsam. Etwas abstraktere Grafik und es wäre ein schönes kleines Legeduell geworden. So aber ist es nur ein Spiel wie es sie schon oft gegeben hat und dann in unübersichtlich.

 

 

Fazit
Fairy Trails ist leicht zu spielen und für eine schnelle Zweierpartie zwischendurch ganz in Ordnung. Es bietet Spannung, einiges an Interaktion und einen nicht zu vernachlässigenden Glücksfaktor. Dauerhaft auf den Tisch wird es bei mir nicht kommen. Dafür gibt es bessere (und übersichtlichere) Vertreter dieser Art.
Wer aber solche Spiele mag, den lockt vielleicht die thematische Einbindung oder das sehr romantisch gestaltete Cover der Spieleschachtel.

 

Bewertung / Test

+ einfache Spielregeln
+ leichter Zugang
+ schnell erklärt
+ gutes Material
+ sehr schönes thematisches Spielecover
+ gelungene Solo-Variante
– wird schnell unübersichtlich
– Farben nicht gut unterscheidbar

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Zweipersonenspiel“

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13-49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50-75 Jahre
2.8

Fairy Trails (2020)

Spielidee: Uwe Rosenberg
Grafik: Nicolas Demers
Verlag: HUCH!
Spieler:innenanzahl: 1-2 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten

Generationentauglich: Wenig geeignet, da die Übersichtlichkeit mit zunehmender Spieldauer verloren geht

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