Zwerge im Wettstreit um Schätze – Saboteur the lost mines von Amigo (Rezension)

Saboteur | Familienspiel | ab 10 Jahren | 3 bis 9 Spieler*innen | Frederic Moyersoen | Amigo

Zwergen wird nachgesagt, in unterirdischen Höhlen oder im Gebirge zu leben, sie sollen ein tüchtiges Volk sein und in Minen Erze abbauen. Hierbei kommen auch immer wieder wertvolle Schätze wie Silber, Gold und Edelsteine zum Vorscheinen. Daher ziehen Zwerge immer wieder aus, um sich auf die Suche nach den vergessenen Minen zu machen. Auf dem Weg dorthin lauern jedoch eine Menge Gefahren.

 

Das Spiel:
Saboteur – the lost mines ist ein Familienspiel von Frederic Moyersoen und bei Amigo erschienen. Es ist für 3 Spieler:innen geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Die Spieler:innen legen wie beim Saboteur Kartenspiel ein Wegenetz aus. Sie wollen die vergessenen Minen auf der anderen Seite des alten Waldes erreichen. Die Spieler:innen sind in zwei Teams eingeteilt (Blau und Gelb). Jedes Team möchte die Schätze vor dem Gegner entdecken und bergen. Doch es gibt in den Teams auch Saboteure, die im Dienst des Gegners stehen und einen selbstsüchtigen Zwerg, der die gefunden Schätze für sich beansprucht. Welche:r Spieler:in welche Rolle übernimmt, entscheidet der Zufall.

In dieser Saboteur Variante gibt es ein Spielbrett, das das Raster für die Karten vorgibt. Dieses sieht hübsch aus und ist sehr hilfreich. Die Platzierung der Minen ist auf dem Spielbrett vorgegeben, ebenso die Startposition der beiden Teams. Die Regeln sind einfach. Jeder/Jede Spieler*in muss zwischen einer der drei Aktionen auswählen: Entweder er/sie legt eine Wegekarte auf das Spielbrett oder er/sie spielt eine Aktionskarte aus. Alternativ kann er/sie auch passen und 1-2 Karten abwerfen.

Wegekarten bringen den Zwerg seinem Ziel – einer der vergessenen Minen – näher. Wegekarten können Hindernisse beinhalten. Abgebildete Felsen sind Engstellen. Diese Karten können nur von einem Zwerg betreten werden. Baumstämme, Seen und Gräben verhindern das Betreten oder Überqueren einer Wegekarte vollständig. Diese Karten dürfen erst wieder betreten werden, wenn Aktionskarten mit Hilfsmitteln ausgespielt wurden. Hierzu zählen Axt, Boot und Seil.
Ärgerlich, wenn einem hiermit der mühsam gebaute Weg zur Mine abgeschnitten wird.
Zusätzlich gibt es auch Aktionskarten, die es einem/einer Spieler:in erlauben, Informationen über Minen, Schätze oder Mitspieler zu sammeln. Die Minen liegen verdeckt aus und die Spieler:innen wissen nicht, ob sich in ihnen ein Schatz oder gar ein böser Drache verbirgt.
Die dritte Art von Aktionskarten sind Fallen und Trolle. Mit diesen kann man das gegnerische Team so richtig ärgern.

Nach dem Ausspielen einer Karte darf man seinen Zwerg bis zu drei Schritte weit bewegen. Erreicht der Zwerg am Ende seiner Bewegung eine Mine, darf sich der/die Spieler:in einen dazu passenden Schatz nehmen. Der Zwerg, der jedoch die Mine mit dem Drachen erreicht, muss sich das Drachenplättchen nehmen und verliert damit zwei Siegpunkte.

Eine Runde endet, wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist und keiner der Spieler:innen mehr Handkarten hat oder wenn alle Schätze eingesammelt wurden. Erst jetzt offenbaren die Spieler, welche Rolle sie innehaben. Der selbstsüchtige Zwerg zählt die Schätze für sich. Saboteure zählen ihre Punkte zum gegnerischen Team hinzu. Nach der Wertung wird eine zweite Runde gespielt. Wer nach zwei Runden mehr Siegpunkte hat ist Sieger.

 

Fazit:
Wir haben Saboteur – The lost mines mit sieben Personen gespielt. Leider konnte das Brettspiel gegenüber dem Kartenspiel in unserer Runde nicht punkten. Das Spiel wurde als langweilig und langwierig empfunden. Die Mitspieler:innen konnten keinen Mehrwert gegenüber dem Kartenspiel sehen. Positiv anzumerken ist das Spielbrett, das das Spiel und die Kartenauslage übersichtlicher macht. Auch die Idee von Saboteuren und selbstsüchtigen Zwergen fanden die Beteiligten sehr gut. Das Spiel hat sich jedoch in unserer Runde als sehr glückslastig erwiesen. Z.B. waren viele Hilfsmittelkarten nicht im Spiel, und die Hindernisse konnten daher oft nicht überwunden werden. Bei der Spielvorbereitung werden laut Regel 10 Karten zufällig aussortiert. Auch der Zufallsfaktor wurde als viel zu groß empfunden. Manche Spieler:in hatten das ganze Spiel kaum eine Aktionskarte auf der Hand, während andere sehr oft Aktionskarten nachgezogen haben.

Spieler:innen, die glückslastige Spiele mögen, werden sicher ihren Spaß mit Saboteur – the lost mines haben. Spieler:innen, die den Spielverlauf lieber selbst beeinflussen wollen, werden mit diesem Spiel nicht glücklich werden. Saboteur – The lost mines ist gut für Gruppen bis zu 9 Spielern geeignet.

 

Bewertung / Test:
+ Hochwertiges Spielmaterial
+ Spielplan bringt Übersichtlichkeit
+ Schön illustriert
– Sehr glückslastig
– Sinnvoll eigentlich nur in großen Gruppen
– Hindernisse/Aktionskarten nicht ausgewogen

(Eine Rezension von Nicole Zeller)

Nicole Zeller

 

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
3

Saboteur - The lost mines (2019)

Spielidee: Frederic Moyersoen
Grafik
: Alexander Jung
Verlag:  Amigo
Spieler:innenanzahl: 3-9 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren.
Spieldauer: 45 Minuten

Generationentauglich: Das Spielmaterial ist generationentauglich. Da die Regeln jedoch für ein Familienspiel umfangreich sind, werden ältere Spieler:innen, die wenig spielerfahren sind, Schwierigkeiten haben den Überblick zu behalten.

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