Wort- und Deckbau gut gemischt – “Hardback” von Skellig Games (Rezension, Test)

Hardback | Jeff Beck und Tim Powers | 1 bis 5 Spieler*innen | ab 12 Jahren | Fowers Games, Vertrieb Skellig Games | eine gelungene Mischung aus Wortbau- und Deckbauspiel

Was kommt raus, wenn man Scrabble und Dominion mischt? Diese Frage haben sich die Autoren des Spiels „Hardback“ auch gestellt und sogleich die Antwort gegeben. Ein Spiel, das wie Dominion funktioniert – und das im besten Sinn des Wortes – und das Wortbilden wie bei Scrabble nutzt. Aber kann es dann auch genauso überzeugen wie Dominion oder gar ein Dauerbrenner werden wie Scrabble?

Thematisch sind wir bei „Hardback“ Autor:innen, die an ihrem nächsten großen Werk arbeiten. Dabei benutzen wir ein Kartendeck, das wir im Lauf des Spiels verbessern und für ein spezielles Genre spezialisieren, um Kartenkombinationen nutzen zu können. Und wir versuchen, zuerst die 60 Ruhmpunkte zu erreichen, die man zum Spielsieg braucht. Dabei zeigt jede Karte einen Buchstaben. Bei der Auslage der Karten muss man ein Wort bilden. Dabei kann jede Karte als Joker verwendet werden, was vieles einfacher macht, dafür erhält man aber für diese Karte keine Belohnung. Die Buchstabenkarten bieten nämlich unterschiedliche Belohnungen. So kann man eine der ausliegenden Karten kaufen, Ruhmpunkte erhalten oder die notwendigen Tintenfässchen. Die kann man wiederum für verschiedene nützliche Aktionen nutzen wie Karten nachziehen und so weiter.

Gespielt wird so: Man hat ein Kartendeck, von dem man fünf Karten auf die Hand zieht. Mit diesen Karten spielt man diese Runde. Am Ende werden alle Karten auf den Ablagestapel gelegt und man zieht fünf neue Karten für die nächste Runde nach. Ist der Nachziehstapel leer, mischt man den Ablagestapel und benutzt ihn als neuen Nachziehstapel. So kommen die gekauften Karten zunächst auf den Ablagestapel, aber nach ein paar Runden in den Nachziehstapel und schließlich auf die Hand, wo man sie entsprechend einsetzen kann.

Man hat auf der Hand zwar immer nur fünf Karten, mit Hilfe der Fässchen kann man aber nachziehen und so gelingt vielleicht das Bilden von längeren Wörtern, die natürlich mehr Belohnung bieten.

Wichtig ist, dass man sich auf ein oder zwei Genres spezialisiert. Dann kann man Kartenkombinationen besser nutzen. Die einzelnen Genres (Horror, Abenteuer, Mystery und Romanze) bieten dabei unterschiedliche Belohnungen an und geben damit auch die Spielerstrategie vor. Zum Beispiel bieten die Horrorkarten oft auch die wichtigen Tintenlöscher. Du kannst nämlich mit Hilfe von Tintenfässchen dein Glück versuchen und weitere Karten nachziehen. Auf diese legst du ein Tintenfässchen. Jede Karte mit Tintenfässchen musst du auf alle Fälle in dein Wort integrieren. Gelingt das nicht, ist dein Zug vorbei ohne Belohnung. Aber mit den Tintenlöschern kannst du ausliegende Tintenfässchen wieder entfernen.

Besonders interessant ist die Interaktion. Manche Karten (im Spiel die „Klassiker“) bleiben nach dem Spielerzug nämlich in der Auslage liegen und bieten in der nächsten Runde den Vorteil, dass man diese Karten zusätzlich zu seinen Handkarten nutzen kann. Aber! Diese Karte kann jede/r der Mitspieler*innen ebenfalls nutzen, dann wird die Karte abgelegt und sie nutzt dem Besitzer nichts mehr.

Zusätzlich zu dieser Standard-Version sind mehrere zusätzlich Module im Spiel, unter anderem auch eine kooperative Variante für bis zu vier Mitspieler*innen. Diese Varianten zu entdecken lohnt sich, denn so wird das Spiel um weitere Karten und Regeln ergänzt und es gewinnt an Möglichkeiten und weiteren Strategien.

Die Qualität der Karten ist hervorragend, auch die Lesbarkeit der Buchstaben ist sehr gut. Die Tintenfässchen und die (sehr wichtigen) Tintenlöscher sind ein bisschen klein geraten. Am Ende des Spiels hat man Mühe, alles in die kleine Schachtel zurückzulegen, dafür aber ist das Spiel sehr leicht transportabel. Einzig die Punktetafel – sehr schön als Bücherregal gestaltet – ist viel zu klein und fuzzelig, da können die als aufgeklapptes Buch gestalteten Marker schon mal schnell durcheinander purzeln.

 


FAZIT

„Hardback“ ist ein Deckbauspiel, das verlangt, mit seinen Handkarten, auf denen jeweils ein Buchstabe steht, ein Wort zu bilden, um von den benutzten Karten die entsprechenden Belohungen zu erhalten. Und dann als erstes die 60 Ruhmpunkte zu erreichen.

Und macht es Spaß? Bevor ich die Frage beantworte, möchte ich auf das Problem mit Wortbilde-Spielen eingehen. Denn es wird oft über das gelegte Wort gestritten. Ist es erlaubt? Da muss man sich vor dem Spiel sehr genau einigen. Namen, Abkürzungen, fremdsprachige Ausdrücke … alles Streitpunkte. Außerdem sind Leute mit einem größeren aktiven Wortschatz natürlich im Vorteil. Aber! Tatsächlich macht das Spiel richtig viel Spaß. Der Wettlauf um die Ruhmespunkte, das Einkaufen der Buchstaben, das Kniffeln um ein gutes Wort, die kleine feine Interaktion – das sind die richtigen Würzungen für ein gutes, unterhaltsames Spiel. Und übrigens. Sollte dir absolut kein Wort einfallen, kannst du deine Karten offen legen und auf einen Ghostwriter hoffen. Schlägt einer deiner Mitspieler:innen ein Wort vor, das du dann legst, erhält der/die dafür ein Tintenfässchen vom Vorrat. Aber du die Belohnungen des gelegten Wortes.

Was bei den Testspielen spannend zu beobachten war, dass alle Spieler:innen viel Spaß hatten. Bei sehr unterschiedlichen Gruppen bietet sich die kooperative Variante an, die wirklich gelungen ist.

Meiner Meinung nach ist „Hardback“ eine tolle neue Variante bei den Deckbauspielen und Familien und Gelegenheitsspieler haben hier ein sehr unterhaltsames und spannendes Spiel vor sich.

 

Bewertung / Test

+ tolles Kartenmaterial
+ gut lesbare Texte
+ einfache Regeln
+ zusätzliche Varianten mit dabei
+ gelungener Koop-Modus
– Punktetafel viel zu klein
– Wortbilden gibt immer Anlass zu Diskussionen, ob ein Wort gültig ist

 

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familien-Spiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 49 bis 75 Jahre
3.8

Hardback

Spielidee: Jeff Beck, Tim Fowers
Grafik: Ryan Goldsberry
Verlag: Fowers Games
Spieler:innenanzahl: 1-5 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Spieldauer
: 45-90 Minuten

Generationentauglich: Sehr geeignet für Spieler:innen ab 12, denen Wörterbilden Spaß macht

Kommentare sind geschlossen.