Tag 12: Die Stimmen unserer NäherInnen -aktueller Stand von #nähengegenCorona in Rottal-Inn

Gemeinsam sind wir stark: #nähengegenCorona

Tag 12 seit Beginn der Maskenaktion durch das Spielecafé der Generationen. Die Stimmen unserer NäherInnen – aktueller Stand von #nähengegenCorona in Rottal-Inn.

Es ist sensationell, was sich in so kurzer Zeit tut… wir haben gestern und heute wieder ordentlich Zuwachs an NäherInnen bekommen, was uns wahnsinnig freut und auch notwendig ist, denn es kamen auch wieder viele Anfragen für Masken herein… Zum einen dürfen wir jetzt das HPZ in Eggenfelden mit 300 Kindermasken und 240 Erwachsenen-Masken unterstützen, genau so haben wir eine Großanfrage vom KWA Stift in Bad Griesbach, die 300 Masken brauchen, die Firma LAUMER GmbH + Co.KG bekommt 20 Masken und spendete uns dafür 2 Rollen Gummi, dazu noch einige kleinere Anfragen von Privatpersonen, überwiegend in der Pflege Arbeitende oder Risikopatienten, die gerne Masken möchten. Eine Lieferung ging heute außerdem außerhalb des Landkreises an die Kinderkrebshilfe und Hospiz Verein Heart for life e. V. in Senden. Wir versuchen den Bedarf schnellstmöglich bereitzustellen und alle mit unseren Mundmasken zu versorgen. Zudem haben wir bereits zahlreiche Stoffspenden erhalten, aktuell auch von Gregor Mooser, dem Eigentümer des Modehaus Hartwimmer in Eggenfelden.

Man sieht also: JEDE Hand ist wichtig! Unser gesamtes Team leistet Großartiges! Durch diese Unterstützung, egal ob durch die NäherInnen, diejenigen, die Stoffe oder Gummis zuschneiden, unserem Olaf, der Botenfahrten erledigt, diejenigen, welche die Verteilstationen betreuen und dadurch die Materialversorgung sichern, die mithelfenden Familienmitglieder, die in keiner unserer Listen namentlich auftauchen… Alle tragen dazu bei, dass wir als Gesellschaft hoffentlich gut durch diese schwierige Zeit kommen und täglich ein Stückchen besser zusammenwachsen!

Wir haben kurz nach Entstehen der Aktion eine Whatsapp-Gruppe gegründet, in der mittlerweile ¾ der NäherInnen sowie unsere ZuschneiderInnen und HelferInnen jeglicher Art sind. Täglich wird gegenseitig motiviert und gezeigt, was sich so alles bewegt… Hier werden nützliche Tipps und Tricks zum Faltenlegen ausgetauscht, aber auch der Hinweis gegeben, dass nicht nur der Mensch sondern auch die Nähmaschine mal eine Pause braucht.

Nähmaschinen wollen auch gepflegt werden, sonst legt sich der feine Stoffstaub an, wird hart wie Beton und der Schlitten bewegt sich nicht mehr… Die Erfolge werden geteilt, der Bedarf wird mitgeteilt und gemeinsam abgedeckt… Mittlerweile gibt es die ersten Blessuren… kleine Blasen an den Händen vom Schneiden, kleine Ritzer in den Fingern von den Scheren… in normalen Situationen würde so mancher aufhören oder eine längere Pause nehmen, nicht so unsere hartgesottenen, mit Leidenschaft und Herzblut geimpften fleißigen Bienen! Jeder dürfte Pause machen, so viel er will, doch viele sind so engagiert, dass sie trotzdem keine Pause machen wollen. Es ist egal ob jemand 5, 50 oder 500 Masken in der Woche näht, jeder macht was er oder sie kann und das Ganze vor allem mit Spaß und Freude, ganz ohne Zwang! Alle wissen: NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK!

 

Warum sind unsere HelferInnen eigentlich dabei?

(Die Fotos sind zufällig aus allen von den HelferInnen geschickten ausgewählt)

Da unsere Gruppe mittlerweile aus so vielen Menschen besteht, haben wir mal nach dem Beweggrund gefragt, warum sie unsere Aktion unterstützen, was die Gedanken zur Situation sind, oder wie das Nähen mit dem normalen Alltag kombiniert wird. Das Feedback kam zahlreich! Aus diesem Grund wollen wir hier auch mal die Menschen zu Wort kommen lassen, ohne deren Unterstützung das rasche Ausgeben der Masken gar nicht möglich wäre:

Sandra schreibt uns: ich hab im Internet oder auf Facebook von der Aktion gelesen und ich dachte mir, ich schreib mal hin, damit ich anderen helfen kann. Ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch und ich hab eine Nähmaschine zuhause und wenn ich so schon nicht groß raus kann, dann kann ich zumindest was Gutes tun. Das Meiste mache ich, wenn mein Kleiner Mittagsschlaf macht oder wenn er die Geduld hat, um alleine zu spielen oder mich beim Nähen zu beobachten.

Betina von der Verteilstation 5 in Gangkofen hat sich auch gemeldet. Sie schreibt: mein Beweggrund ist recht simple, ich möchte dazu beitragen, (und wenn es nur ein bisschen ist) dass Personen daran nicht sterben müssen. Eine Mundmaske für jeden und es wäre soviel sicherer für Alte oder Vorerkrankte. Da ich an der Nähmaschine eine absolute Niete bin habe ich mich als Verteilstation gemeldet.

Auch Marina hat sich gemeldet: „Hallo. Ein paar Sätze zur Motivation kann auch ich beisteuern. Ich bin Sozialarbeiterin und seh es deshalb schon rein berufstechnisch als meine Aufgabe, einen Teil dazu beizutragen, die Herausforderungen, die an unsere Gesellschaft gestellt werden, zu meistern. Bei der großen Flüchtlingswelle 2015/16, konnte ich mich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit gut einbringen. Bei der aktuellen Herausforderung, der Pandemie, war es nicht so leicht für mich einen Weg zu finden, mehr zu tun, als zuhause zu bleiben. Mittlerweile habe ich nämlich ein Kleinkind und ein Baby zuhause, bin aktuell in Elternzeit. Meine KollegInnen sind fleißig dabei ihren Beitrag zu leisten und ich bin zuhause beim Malen, Kochen, Putzen, Spielen, Kleidung für meine Kinder nähen, … Es ist zwar wunderschön, die Zeit mit seinen Kindern so intensiv genießen zu können, jedoch will man die Augen nicht vor dem verschließen, was aktuell auf der Welt und eigentlich auch vor der eigenen Haustür los ist. Dann kam der Aufruf vom Spielcafé der Generationen. Perfekt für mich. Nähen tu ich sowieso gerne, wenn die Kinder schlafen. Tagsüber kann ich ihnen voll und ganz gerecht werden und abends wenigstens ein bisschen was tun, um die aktuelle Situation etwas zu verbessern. Ausgerechnet in der Arbeit im sozialen Bereich werden dringend Masken gebraucht. Ich weiß, wie schwer es ist, den aktuell notwendigen Abstand einzuhalten, wenn man mit Menschen arbeitet. Ich gehöre wohl zu den Näherinnen, die mit am wenigsten Masken schaffen. Mehr als ein paar pro Tag sind nicht drin. Aber wenn jeder mithilft, so gut wie er kann, dann kommt in der Summe mächtig was raus.“

Das sind nur drei Rückmeldungen von sehr vielen Beiträgen! Aus diesem Grund, werden wir die Meinungen und Beweggründe unserer HelferInnen und UnterstützerInnen auch in den kommenden Tagen immer wieder mit einfließen lassen. Der große gemeinsame Nenner aus nahezu allen Botschaften ist der: Jeder möchte, dass die Situation, wie sie jetzt ist, bald vorbei ist. Allen ist klar, dass dies nur durch die gemeinschaftliche Aktion geschafft werden kann. Und alle wissen, dass jede einzelne Hand mehr als nur wichtig ist. Mia hoidn zam, mia schaff ma des!

Da wir immer mehr werden, haben wir auch eine weiter Verteilstation bekommen, nachfolgend alle Verteilstationen zusammengefasst, wir bitten generell um kurze Anmeldung, wenn es Bedarf gibt, wo abgeholt wird:

Verteilstationen
1 Loh 2, PAN 0151-2 6758937 (nur WhatsApp)
oder: 08561/6242
2 Bergstr. 2, Linden 0176-47611950
3 Axöd 10, EGF 0160-95694827
4 Wendling 1, Falkenberg 0151/16977763
5 Bergstr. 11, Gangkofen 0179-2941390
6 Staubmühle 2 , 94149 Kößlarn 0170 – 30 56 739
7 Weitfeldstr. 8 , 94439 Obergrafendorf 0175 511 411 0 08723 2377
8 Maximilianstr. 24, Simbach am Inn, Tatoo-Studio Inferno 0171 – 41 33018
9 Gerastraße 19, 84335 Mitterskirchen 0176 22297740
10 Bahnhofstr. 13, Bad Birnbach 0171 19 30 811

 

Der Wichtigste Artikel, mit allen Infos, ist aber nach wie vor dieser hier (Klick) Egal ob Einrichtung, SpenderInnen oder NäherInnen, hier steht alles, was Ihr wissen müsst.

 

Geschrieben von Sabine Weichmann: Herzlichen Dank 🙂

Gemeinsam sind wir stark: #nähengegenCorona

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