Roboter upgraden und kämpfen lassen: „Moon-Bots“ von Blue Orange (Rezension)

Moon-Bots  ein Familienspiel | ab 7Jahren | 2 bis 4 Spieler:innen | Franz Couderc | Blue Orange 

So ein Zweikampf ist schon spannend: wir verbessern ständig unsere Roboter und lassen sie gegeneinander antreten. Beim Drei- oder Vierkampf kann es schon mal ungerecht zugehen.

 

Das Spiel
Moon-Bots
 ist ein Familienspiel und/oder Würfelspiel von Franz Couderc und bei Blue Orange erschienen. Es ist für 2 – 4 Spieler:innen geeignet und kann ab 7 Jahren gespielt werden.

Jede:r Spieler:in bekommt ein Roboter-Tableau mit dem aufgedruckten Assistenten seiner Farbe. Zu Beginn hat jeder Roboter nur bei einer bestimmten gewürfelten Zahl einen Effekt. Es liegen sechs Karten in drei Reihen aus, von den kann man zu Beginn seines Zuges eine nehmen, bzw. gegen Energiepunkte kaufen. Dies können Roboterteile sein, damit erhöhen sich die Chancen, nach dem Würfeln etwas zu erreichen. Zudem kann Gengner:innen Schaden zugefügt oder das eigene Energielevel leicht erhöht werden.

Es gibt Karten, die würfeltechnisch einen Vorteil bringen: mehr Würfel nehmen dürfen oder erneut zu werfen. Es gibt Karten, die von Angriffen schützen oder die eigenen Angriffe verstärken und als letztes die Geheimkarten, die zu einem beliebigen Zeitpunkt einmalig einen Vorteil verschaffen.

Das alles sind Push-your-luck-Mechanismen, welche die Effektivität des eigenen Roboters laufend erhöhen. Ziel ist es, den Energielevel des gegnerischen Roboters auf null zu bringen, denn dann scheidet er aus, bis am Ende ein Sieger-Roboter übrigbleibt.

Die Spielmechanik ist nicht neu. Sie erinnert an „King of Tokyo“ und an „Space Base“. Diese und die Gestaltung des Spiels dürften vor allem Jungs ansprechen, aber natürlich auch auf Krawall gebürstete Mädchen. Zu zweit bedient jede:r zwei Roboter, die sich jeweils gegenüberstehen. Ist einer davon besiegt, ruht der:die bisherige Gegner:in, bis das zweite Duell entschieden ist. Nun geht es 1:1 um den Sieg.

Eine Partie ist schnell gespielt, da lässt sich Frust schnell mit einer Revanche überwinden (oder verstärken, das gilt es auszuhalten). Zu dritt oder zu viert besagt die Regel, dass der Angreifende entscheidet, welchem Roboter Schaden zugefügt wird. Da verbünden sich dann mal schnell zwei oder drei Spieler gegen einen, der:die dann kaum eine Chance hat. Da ist Streit vorprogrammiert. Es sei denn, die Spieler:in sind grundsätzlich sehr sozial eingestellt. Diese greifen aber nicht unbedingt zu dieser Schachtel.

Ich würde die Regel dahingehend abändern, dass alle Gegner:innen Schaden erleiden. Da kommt das Spielende viel schneller, aber es ist gerechter.

Wichtig ist es, auch Karten auszuwählen, die den Energielevel wieder erhöhen. Sonst geht es gnadenlos nur bergab.

Eine Karte und die Spielanleitung im Größen Vergleich mit einer Skat-Karte

Die Karten sind klein. Das muss so sein, sonst passen sie nicht in die Aussparungen beim Tableau. Die Würfel sind auch klein, das ist noch okay. Probleme macht allerdings das notwendige Glossar am Ende der Spielanleitung: Die Abbildung der Karten ist nur daumennagelgross. Aber auch Thema und Mechanik dürften ältere Spieler:innen wenig ansprechen.

 

Fazit
Ein ansprechendes, schnell durchgespieltes Würfelspiel mit taktischen Elementen, das besonders Väter und Söhne herausfordern dürfte.

 


Bewertung / Test:
+ ansprechend gestaltet
+ Mechanik spannend und funktioniert
– erfordert beim Verlieren Frustrationstoleranz
– bei drei oder vier Spieler:innen kann es böses Blut geben
– Anleitung (zu) klein gedruckt

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.1

Moon Bots (2019)

Spielidee: Franz Couderc
Grafik: Sylvain Aublin
Verlag:  Blue Orange
Spieler:innenanzahl: 2 – 4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 7 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten

Generationentauglichkeit: Eher nicht, aufgrund des speziellen Themas

Pädagogisch wertvoll: Strategisches Denken kann man lernen und Frustrationstoleranz

Kommentare sind geschlossen.