Mehrdimensionales Spiel – Ubongo 3D Family von Kosmos (Rezension)

Ubongo – 3D | 1-4 Spieler*innen | ab 8 Jahren | Grzegorz Rejchtman | Kosmos| pädagogisch wertvoll

Eines gleich vorweg: Wer Schwierigkeiten mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen hat: Finger weg! Denn das ist für Ubongo 3-D Family unabdingbar. Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich mir Ubongo 3-D Family vielleicht nicht genauer angeschaut. Denn wenn das räumliche Vorstellungsvermögen der Rezensentin nicht über 2-D hinausreicht, ist das schon recht unpraktisch. Aber was solls, schließlich stehen mir ja immer genug Testspieler*innen zur Verfügung und so bewerte ich heute nicht nur mein eigenes Empfinden.

 

Das Spiel
Ubongo 3-D Family ist ein Spiel von Grzegorz Rejchtman, das bei Kosmos erschienen ist. Es kann mit 1 bis 4 Spieler*innen gespielt werden und ist ab 8 Jahren geeignet.
Wie der Name bereits verrät, ist es eine weitere Variante des bekannten Kosmos-Klassikers Ubongo. Wie auch in den Vorgängerversionen werden auf einer zufällig gezogenen Legetafel Formen verbaut.

Welche, wird vorher durch den Würfel bestimmt. Während Ubongo noch relativ einfach erscheint, da Plättchen in 2-D zusammengepuzzelt werden müssen, geht es bei Ubongo 3-D nun in die dritte Dimension. Und das ist für viele Spieler*innen eine riesige Herausforderung. Die Bausteine müssen so verbaut werden, dass auf der Legetafel ein Gebilde aus zwei Ebenen entsteht, natürlich perfekt angepasst an die dort abgebildete Form. Da dies in der Variante „Ubongo 3-D“ wohl zu schwierig gewesen sein durfte, wird die „Family“ Variante nun mit vier unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen geliefert. Je nachdem, wie fit die Spieler*innen sind, können sie Legetafeln von Level 1 bis 4 nutzen. Und dabei muss sich eine Spielrunde nicht auf ein gemeinsames Level einigen, sondern jede/r Spieler*in entscheidet für sich, mit welchem Level gespielt wird.

Doch also ob das Spiel nicht herausfordernd genug ist, wird – wie auch in den anderen Ubongo Varianten – mit Sanduhr gespielt. Bis zu zwei Sanduhren lang haben die Spieler*innen Zeit, die Aufgabe zu lösen. Wer die Steine korrekt verbauen konnte, erhält Diamanten mit verschiedenen Werten, je nachdem wie schnell man war. Einer der Diamanten wird offen, der andere zufällig gezogen.

Wurden 9 Runden mit 9 verschiedenen Legetafel bespielt, endet das Spiel und es gewinnt, wer die meisten Punkte in Form von Diamanten besitzt.

 

Fazit
Klar ist, wem Ubongo nicht gefällt, der braucht auch nicht zu Ubongo 3-D Family greifen. Aber nur weil man gerne Ubongo spielt, heißt jetzt nicht, dass man auch mit dieser neuen Variante klarkommt. So geschehen auch bei mir. Ich knoble und tüftle echt gerne. Aber die 3D-Version hat mich echt verzweifeln lassen. Dabei haben mir auch die verschiedenen Schwierigkeitsstufen nicht geholfen. Denn wenn das räumliche Vorstellungsvermögen fehlt, dann fehlt es einfach. Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, dass man das trainieren kann. Dann aber auf keinen Fall mit Sanduhr. In zwei Sanduhrzeiten habe ich die Aufgaben nie lösen können. Da bräuchte es Ruhe und vor allem keinen Druck. So erging es übrigens auch meinen Kindern, die das räumliche Vorstellungsvermögen wohl von mir geerbt haben. Mit Sanduhr war Ubongo 3-D Family für uns unspielbar. Daher haben wir diese aus unseren Familienrunden einfach verbannt und wir haben so lange geknobelt, bis es jeder geschafft hatte.

In den anderen Testrunden gab es natürlich Menschen, die weniger Probleme hatten. Zack, zack und schon hatten sie ihre Steine verbaut. Ich konnte nur staunen. Dass die Schwierigkeitsstufen angepasst werden können, ist, egal für welche Spielerunden, ein riesiges Plus. Denn dann können tatsächlich Kinder und Eltern chancengleich gegeneinander spielen. Sofern nur Gruppen zusammenspielen, denen das räumliche Vorstellen gut oder eben nicht so gut gelingt. Als Rückmeldung bekam ich allerdings, dass die Schwierigkeitsstufen nicht immer logisch waren. Da erschien das gelbe Legeplättchen gerne auch mal komplizierter als das orangene.

Die Punkteverteilung durch die Diamanten kam übrigens nur durchwachsen an. Da man einen der Diamanten blind zieht, ist der Zufall und Glücksanteil der Punktevergabe sehr groß. In unseren Gruppen hat sich eingebürgert – im Übrigen egal ob 3D oder nicht – einen Timer auf 10 Minuten zu stellen und jeder versucht so viele Aufgaben zu lösen, wie möglich – mit der Zusatzregel, dass bis zu 3 Legeplättchen neu gezogen werden dürfen, wenn man hängt.

Ubongo 3-D Family ist ein tolles Knobelspiel, für Spieler*innen, die keine Probleme mit dem räumlichen Vorstellungsvermögen haben. Da mit unterschiedlichen Schwierigkeiten gespielt werden kann, ist das Spiel, trotz Herausforderung, gut für Familien geeignet.

 

Bewertung / Test
+ ansprechendes und hochwertiges Material
+ einfache Regeln
+ anpassbare Schwierigkeitsstufen
– nur für Spieler*innen mit räumlichen Vorstellungsvermögen spielbar
– Glücksfaktor durch blindes Ziehen eines Edelsteins
–  teilweise zu viel Druck durch die Sanduhr


(Eine Rezension von Petra Fuchs)

 

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
”Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
3

Ubongo 3-D Family (2019)

Spielidee: Grzegorz Rejchtman
Verlag: Komos
Spieler*innenanzahl: 1-4 Spieler*innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 25 Minuten

Generationentauglich: Kann mit jeder Altersstufe gleichzeitig gespielt werden, da die Schwierigkeitsstufen individuell wählbar sind.

Pädagogisch wertvoll: Trainiert das räumliche Vorstellungsvermögen

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