Mastermind für Detektive: Gangster City von Huch! (Rezension)

Gangster City, ein Kartenspiel| ab 10 Jahren | 1 bis 6 Spieler:innen | Henrik Larsson & Kristian Amundsen Östby | Huch! | Optional: pädagogisch wertvoll und bedingt generationentauglich

Der:die Spieler:in sieht die eigene Karte nicht. Durch Hinweise und schlaue Rückschlüsse gilt es herauszufinden: Den Täter, das Mordwerkzeug, den Tatort und das Motiv. Praktisch ist ein ein thematisches Mastermind.

Karton und Spielmaterial, dazu Requisiten

 

Das Spiel:
Gangster City
 ist ein Kartenspiel (besser: Deduktionsspiel) von Henrik Larsson & Kristian Amundsen Östby und bei Huch! erschienen. Es ist für 1 – 6 Spieler:innen geeignet und kann 10 Jahren gespielt werden.

Jede:r steckt seine Karte unbesehen so in den Halter, dass nur die Rückseite zu sehen ist. Die Mitspieler:innen sehen den kompletten Fall mit Täter, Waffe, Ort und Motiv.

Karte mit Spielübersicht und Karten als Beispiele

In der Tischmitte liegen drei weitere der Karten, die alle unterschiedliche Kombinationen zeigen. Wer an der Reihe ist, wählt eine davon (oder zieht eine vom Stapel) und vergleicht diese mit dem Fall des Raters. Er:sie nennt nur die Anzahl der Übereinstimmungen und legt diese mit der entsprechenden Zahl nach oben vor dem:der Spieler:in ab. Ist es eine Null, lassen sich schon jetzt Rückschlüsse ziehen, denn beim Motiv gibt es nur zwei Möglichkeiten. Da wäre das Motiv bereits klar. Mit weiteren Tipps lassen sich weitere Kombinationen erraten oder ausschließen. Die Spielhilfe zeigt alle Möglichkeiten zur Übersicht.

Statt sich einen weiteren Tipp geben zu lassen, kann man auch eine Lösung versuchen. Man bekommt aber nur ein Ja oder ein Nein von den Mitspieler:innen. In der leichteren Variante ist beim Verfehlen der Zug beendet und es gibt eine weitere Chance. In der härteren Variante wird der eigene Fall abgelegt und ein neuer begonnen.

Der Vergleich zum Spiel „Mastermind“ aus den 70ern liegt nahe. Auch hier bekommt man nur eine Anzahl genannt und muss daraus Rückschlüsse ziehen. „Gangster City“ ist moderner und ansprechender gestaltet.

Ich halte es für konzentrationsfördernd, denn die Lösung gelingt nur mit systematischem, konzentrierten Durchspielen der Möglichkeiten. Insofern ist es fordernd für Kinder, die Altersangabe an 10 Jahren dürfte passend sein. Es macht Sinn, den Lösungsweg zu begleiten bevor das Kind oder der:die Jugendliche entnervt das Spiel wegschiebt, weil es zu kompliziert erscheint. Es ist andererseits auch nicht so einfach, dass es trivial wäre. Und dazwischen liegt eben der Reiz, die Herausforderung der Aufgabe. Ich würde dazu neigen, nebenbei einen Zettel zu benutzen, aber das Denken soll ja im Kopf stattfinden.

Insofern ist es geschickt, dass in der Mitte drei Karten zur Auswahl liegen. Damit lässt sich steuern, wie schwierig die Lösung zu finden ist. Gemeinerweise kann man es damit auch den Mitspieler:innen erschweren, wenn man Karten mit zwei Übereinstimmungen wählt. Aber hej, wir spielen, weil es Spaß macht!

Nach zwei gelösten Fällen ist das Spiel laut Anleitung beendet. Das ist in Ordnung so. Nach 20 Minuten angestrengten Denkens schweifen die Augen über das Spieleregal nach etwas anderem.

Das Material ist gut, die Karten groß und stabil, die Regeln einfach und gut beschrieben. Es ist auch eine Reihe von Rätseln fürs Solospiel aufgeführt. Das Einfädeln einer Karte in den Halter erfordert etwas Feinmotorik und die Zuordnungsfelder sind nicht sonderlich groß, aber gut unterscheidbar durch klare unterschiedliche Farben. Als Hirntraining für uns Ältere und Senioren sollte es geeignet sein. Meine Frau hat allerdings, mir tief in die Augen blickend, gesagt: „Schatz….., das ist nicht mein Spiel!“, und dabei hatte ich es so schön erklärt. Man muss Spaß haben an diesem Ausschlussverfahren und das hat nicht jede:r.

 

 

Fazit
Ein schön gestaltetes Deduktionsspiel, das die richtigen Spieler braucht. Dabei sollte die Herausforderung im Mittelpunkt stehen und nicht das Gewinnen. Der Wiederspielwert ist begrenzt, da es wenig Variationen bietet.

 


Bewertung / Test:
+ einfache Regeln, schnell erklärt
+ nett und klar gestaltet
+ eine Herausforderung im Denken
– eine Herausforderung im Denken
– nicht für jede:n ansprechend
– Wiederspielwert nur für Fans

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3

Gangster City (2018)

Spielidee: Henrik Larsson & Kristian Amundsen Östby
Grafik: fiore-gmbh
Verlag:  Huch!
Spieler:innenanzahl: 1 -6 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 20 Minuten

Generationentauglichkeit: von der Ausstattung / Grafik her ja, Karten in den Ständer einfädeln eher schwierig, das Spiel erfordert hohe Konzentration

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