Ein Bericht in mehreren Teilen – Cthulhu Death May Die von Asmodee – Episode 2 + 3 (Rezension)

CTHULHU DEATH MAY DIE | Kooperatives Kennerspiel, Horrorsetting | ab 12 Jahren | 1 bis 5 Spieler:innen | Rob Daviau u. Eric M. Lang | Asmodee

Es war wieder soweit: Cthulhu Death May Die wollte weitergespielt werden. Würde es uns genauso gut gefallen, wie beim letzten Mal? HIER könnt Ihr unsere Erfahrungen zu Episode 1 lesen. Absichtlich wählten wir diesmal eine andere Besetzung. Während Episode 1 mit 4 Spieler:innen getestet wurde, waren wir in Episode 2 + 3 zu zweit unterwegs.

 

Tag 2 – Episode 2 – Hastur

Wir waren sehr neugierig, wie sich Hastur, der zweite große Alte, spielen ließ und so stürzten wir uns wagemutig mit neuen Charakteren in den Kampf. Schließlich wollten wir die Vielfalt des Spieles schon ganz genau kennenlernen.

In Episode 2 sollten Folianten gesammelt werden, um das Ritual der Kultisten zu unterbrechen. Klar, dass dafür noch einiges an Aufwand nötig war. Aufgrund des modularen Spielplans erwarteten uns somit nicht nur gänzlich neue Aufgaben, sondern auch eine weitere spannende Umgebung. Nach kurzer Zeit war jedoch bereits klar: Einfach, viel zu einfach.
Dies lag aber mitnichten am Szenario oder der Wahl des großen Alten. Wir hatten mit dem Charakter Rasputin, der 2x sterben konnte (ohne tot zu sein!) einen großartigen Tank am Start. Die Klene hatte zudem als Fernkämpferin und Torwächterin durch das Ziehen von 2 Waffen eine Mega-Kombination, die ihr viele zusätzliche Würfel verlieh. So konnte sie aus sicherer Ferne angreifen, während Rasputin, sein Leben im Nahkampf verbrauchte. Bevor wir uns versahen war Hastur besiegt. Ohne große Mühe.

War jetzt das Spiel zu einfach oder gar ausbalanciert? Nachdem wir bereits nach 45 Minuten gewonnen hatten, konnte dieses Gefühl durchaus berechtigt sein. Wir hatten sogar extra in den Regeln nachgelesen, ob wir nicht etwas übersehen haben. Neben der Auswahl der starken Charaktere war aber wohl sicherlich eine Portion Glück dabei. Denn Entdeckungskarten dürfen nur genommen werden, wenn das Feld sicher (ohne Feinde) ist und man die wertvollen Gegenstände und Begleiter auch mit Stress bezahlen kann. Zudem müssen dann natürlich auch die richtigen Karten gezogen werden. Diese Kombination dürfte daher selten so zum Tragen kommen. Jedoch wäre es wohl eine gute Idee, ein Kartenlimit vorzugeben. Wenn z. B. nur eine Waffenkarte getragen oder genutzt werden darf, dürfte diese übermächtige, wenn auch zufällige, Kombination zu vermeiden sein.


Tag 3 – Episode 3 – Hastur + Cthulhu

Klar also, dass wir uns sogleich an Episode 3 gewagt haben. Hastur sollte wieder mit an Board sein, schließlich wollten wir wissen, ob er nicht doch einen Einfluss auf unseren Sieg hatte. Während Cthulhu Rhlje Marker verteilte, auf denen Kultisten erschienen, verteilt Hastur gelbe Zeichen-Marker an die Spieler*innen, für die sie hier und da würfeln mussten. Das kostete nicht selten Leben oder geistige Gesundheit. In Episode 3 durften wir dies tatsächlich verstärkt zu spüren bekommen.


Verirrt in einem Ballsaal galt es nun, die Ballgäste zu enttarnen und die Hexer zur Klippe zu bringen, um das Ritual zu stoppen. Während uns das Geleiten der Hexer zur Klippe recht einfach vorkam, so war es mit dem Spaß vorbei, als Hastur erwachte. Plötzlich tauchten immer mehr Kultisten und Jünger auf. Des Sieges sicher, waren wir plötzlich umstellt. Diesmal hatten wir keinen mutigen Fernkämpfer dabei, der uns aus sicherer Entfernung retten konnte. Die gemeinen Psychosen machten uns das Leben zusätzlich schwer. Gerade noch eine tolle Entdeckungskarte gehabt, schwups schon war sie wieder weg. Wenn man so umnebelt ist, verliert man halt schon mal was. Ehe wir uns versahen, war Episode 3 verloren. Es war jedoch wieder knapp, so wie bereits in Episode 1. Die Spannung war bis zur letzten Minute hoch und natürlich auch die Hoffnung, es doch noch zu schaffen.

Die Revanche sollte natürlich sogleich folgen. Wieder durften andere Charaktere und Psychosen an den Start. Denn es macht unheimlich Spaß, die unterschiedlichen Fähigkeiten zu testen. Jeder Charakter spielt sich tatsächlich einzigartig und individuell und ich kann nicht sagen, dass sich nach jetzt 4 Runden bereits ein „Liebling“ herauskristallisiert hat.

Toll ist übrigens auch der schnelle und unkomplizierte Aufbau. Im vorherigen Artikel habe ich das bereits erwähnt. Es ist alles sehr gut verpackt. Die verschiedenen Episodenschachteln sind auf der Rückseite bebildert und beschriftet. Das Episodenmaterial in wenigen Minuten weggepackt und eine neue kann aufgebaut werden. Ebenso verhält es sich mit den Großen Alten. Auch diese tauschen wir immer wieder mal aus, um das Spielerleben hoch zu halten.

So auch in Episode 3. Kam uns Cthulhu als der eigentlich stärkere Gegner vor, so wollten wir die Revanche dennoch mit ihm meistern. Diesmal waren wir ein wenig schlauer und haben nicht so viele Gegner auf dem Spielbrett unbeachtet gelassen. So konnten wir bis zum Unterbrechen des Rituals unbeschadet davon kommen. Wieder ohne Fernkämpfer, war es ein schweres Unterfangen, Cthulhu zu besiegen. Und im letzten Drittel waren wir sicher, es nicht schaffen zu können. Denn unsere Stärke waren unsere Gegenstände und Begleiter:innen, die wir in der letzten Stufe Cthulhus aber alle ablegen sollten. Klar, für das in Kauf nehmen von Schaden, kann der ein oder andere behalten werden. Aber dies schwächte uns doch enorm. Das Problem war aber nicht unser Leben, sondern diesmal die geistige Gesundheit. Wir wurden immer verrückter und irgendwann war auch der letzte Stress ausgegeben. Das Einzige, das unsere geistige Gesundheit erhalten konnte…

Mir fehlte tatsächlich nur noch eine Tentakel und das Spiel wäre verloren gewesen. Doch aufgrund meiner vielen Würfel konnte ich Cthulhu tatsächlich besiegen. Es war wieder wahnsinnig knapp.

Das dritte Spiel also, in dem Sieg und Niederlage denkbar knapp beieinander lagen. Trotz unterschiedlicher Charaktere und Spieler*innen-Anzahl. Ich bin begeistert, wie gut Cthulhu Death May Die ausbalanciert ist.

 

Fazit:
Cthulhu Death May Die ist ein Dungeon Crawler mit leicht verständlichen Regeln, das aber herausfordernd zu meistern ist. Eine gute Balancierung sorgt für zuverlässig hohe Spannung, egal welchen Charakter oder welche Psychose man spielt. Der Wiederspielreiz ist durch die verschiedenen Kampagnen enorm hoch. Das Material überzeugt nicht nur mit tollen Figuren und stimmungsvoll düsteren Grafiken, sondern auch durch eine perfekte Sortierung. Sehr zu empfehlen! 

 

Bewertung / Test
+ Einfache, eingängige Regeln
+ In nur 1,5 Stunden gespielt
+ Hohe Varianz durch unterschiedliche Charaktere, Episoden und Alte
+ Gut austariertes Spiel mit knappen Ausgang und hohem Spannungsbogen
+ Tolle Miniaturen

 

(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kennerspiele” und “Kooperative Spiele”

  • ... Altersgruppe 12 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
5

Cthulhu Death May Die (2019)

Spielidee: Rob Daviau und Eric M. Lang
Verlag:  CMON, Vertrieb Asmodee
Spieler:innenanzahl: 1-5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 90 Minuten

Generationentauglichkeit: Aufgrund der einfachen Regeln mit unterschiedlichen Altersstufen gemeinsam gut spielbar. Material ist nicht so klein, wie in anderen Dungeon Crawlern. Für Kinder aufgrund des Themas nicht zu empfehlen.

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