Kooperatives Knobeln mit Karten: klasse – Yokai von Game Factory (Rezension, Test)

Yokai | ab 10 Jahre | 2-4 Spieler:innen | 30 min | Julien Griffon | Game Factory | ein kooperatives Knobelspiel, bei dem ohne viele Worte verdeckte Karten richtig sortiert werden müssen

„Das ist wie bei Corona, da sollen sich auch keine Leute aus verschiedenen Familien treffen.“ Das war der Kommentar des Tages zu „Yokai“, einem kooperativen Memoryspiel. Einzig Hinweise auf Karten gibt es, aber nützliche Kommunikation ist verboten.
Wir haben 16 Karten, jeweils vier in vier verschiedenen Farben. Das sind die vier Familien der vier japanischen Fabelwesen. Die Karten werden gemischt und verdeckt in einem 4×4 Raster ausgelegt. Nun beginnt man reihum, sich zwei Karten heimlich anzusehen, dann eine beliebige Karte umzulegen an einen anderen Ort (auch außerhalb des Rasters – ohne aber den Zusammenhalt der Karten zu zerstören) und dann deckt man entweder eine Hinweiskarte vom Nachziehstapel auf oder legt eine der offen ausliegenden auf eine Karte.

Ziel des Spiels ist es, die vier Familien zusammenzubringen. Also die coronamäßig nicht erlaubte Vermischung der Familien aufzuheben. Man muss das miteinander lösen, ohne sich aber abzusprechen. Hinweise geben nur die Hinweiskarten. Auf denen ist entweder eine Farbe, das ist einfach. Legt man sie auf eine Karte, weiß jeder, diese Karte zeigt diese Farbe. Dann gibt es Hinweiskarten, die zwei Farben zeigen. Also hat die darunter liegende Karte entweder die eine oder die andere Farbe. Und auf der dritten Kartenart sind sogar drei Farben. Das wird für die Mitspieler:innen schon knifflig, die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Karten so umzulegen, dass am Ende – und das kommt schneller als man denkt – die Familien zusammenliegen.

Voll fies ist es, wenn nur noch offene Hinweiskarten ausliegen, aber keine der mir bekannten Karten passt zu den Hinweisen. Ich muss aber legen und schon ist der Wurm drin. Natürlich kann man beim Legen entsprechend sein Gesicht verziehen und so tun, als wäre die Karte plötzlich heiß geworden. Aber Kommunikation ist eigentlich nicht erlaubt 😉

Das Ende wird ausgelöst, nachdem alle Hinweiskarten gelegt wurden. Da man entweder eine Hinweiskarte aufdecken oder legen muss, bleiben bei vier Spieler:innen 20 Züge. Wer denkt, dass ist unmöglich, wird in der dritten oder vierten Partie sehen, wie „einfach“ das ist. Wer schon nach wenigen Partien meint, dass es keine Herausforderung mehr darstellt, kann gern die Schwierigkeitsstufe erhöhen. Dafür bietet das Spiel nicht nur bis zu fünf Stufen, sondern gibt auch ein Punktesystem vor, nach dem man seinen Erfolg einschätzen kann.
Genug Stoff für viele Wiederholungen. Und tatsächlich macht es sehr viel Spaß. Und es geht auch mit kleineren gesprochenen Hinweisen. So können auch unerfahrenere Spieler:innen mitspielen.
Die Qualität der Karten ist sehr gut und lässt viele spannende Spiele zu, und es wird sicher nicht nur ein Abend voll Rätseln, Verzweifeln und Siegesjubeln geben.

Einziges Problem ist bei dieser Knobelei immer die Vorgabe, dass nicht kommuniziert werden darf. Wo sind hier die Grenzen? Wie sehr gebe ich doch Hinweise weiter? Und wenn es nur unbewusst ist. Das ist bei solchen Spielen ohne Schiedsrichter immer schwierig, aber die Gruppe wird sich schon darauf einigen. Auch das gehört zum Spiel dazu.

 

 

Fazit

Yokai ist meiner Meinung nach ein tolles kleines kooperatives Denkspielchen, das einen guten Platz im Spieleregal bekommen darf, wenn man denn solche Gruppenrätsel-Dinger steht.
Achja und wenn Corona bald vorbei ist, dann kann man sich ja einen anderen Aufhänger für die Trennung der Familien ausdenken. Und sei es die Erklärung im Spiel, dass die Fabelwesen durcheinander geraten sind und um sie zu besänftigen, muss man die Familien zusammenbringen. Also nichts mit Corona – aber hat gerade so gut gepasst.

 

Bewertung / Test

+ sehr schnell erklärt
gute Kartenqualität
+ kooperativ und kommunikativ (hinterher, wenn analysiert wird)
+ viel Knobelspaß und gemeinsamer Ärgerfaktor
+ viele Schwierigkeitsgrade
– Problem: wie viel darf kommuniziert werden, wie sehr schummelt man

 

(Eine Rezension von Gerhard Hany)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel“

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
4

Yokai (2020)

Yokai | ab 10 Jahre | 2-4 Spieler:innen | 30 min | Julien Griffon | Game Factory 

Spielidee: Julien Griffon
Grafik: Christine Alcouffe
Verlag: Game Factory
Spieler:innenanzahl: 2-4 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 15-35 Minuten

Generationentauglich: Geeignet für Spieler:innen jeden Alters, die Memory und Knobelspiele mögen,

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