Klein, fein und in 10 Minuten gespielt – „10 Minuten Raub“ aus dem Leichtkraft-Verlag (Rezension)

10 Minuten Raub – der Turm des Zauberers | 2-5 Spieler:innen | ab 12 Jahren |  Nick Sibicky | Leichtkraft-Verlag
Ein Karten-Set-sammel-Spiel, das mit toller Optik lockt und einem einfachen und doch spannenden Ablauf Familien und Gelegenheitsspieler überzeugen kann.

Ist das nicht fies? Da macht sich der große Magier auf den Weg, um irgendwo wieder einmal die Welt zu retten und uns fällt nichts anderes ein, als seine Abwesenheit zu nutzen, in seinen Turm einzubrechen und wertvolle Gegenstände zu rauben. Ja so sind wir. Zumindest wenn es nach dem Spiel „10 Minuten Raub“ geht.

Auch wenn uns der Spieltitel etwas in die Irre führt, 10 Minuten dauert ja schon fast der Spielaufbau, so ist es doch sehr schnell gespielt und auch mit Grüblern sind nach dem Aufbau 15 Minuten pro Partie schon viel.

Um was geht es. Acht Reihen mit je fünf Karten stellen den Turm des Magiers dar. Wir sind Diebe, die über das Turmfenster im achten Stock (sprich: in der achten Reihe) einsteigen. Warum dort oben, wenn die Tür offen ist? Was wäre es denn für eine Herausforderung für Diebe durch die Tür zu kommen?

Jetzt bewegen wir unsere Spielfigur von Karte zu Karte, dabei aber immer im gleichen Stockwerk (gleiche Reihe) oder tiefer, niemals höher. Die Karte, auf der wir unsere Spielfigur setzen, nehmen wir und legen sie in unsere Auslage.

Es gilt, die wertvollste Auslage zu bilden. Denn es gibt Belohnungen am Spielende für Mehrheiten. So wird belohnt, wer von den fünf verschiedenen Gegenstandsorten zusammen die wertvollsten hat, wer von den Wertstufen der Gegenstände die meisten hat, wer zuerst den Turm verlassen hat (diesmal durch die Tür) und so weiter. Bestraft wird man, wenn man als Letzter geht oder wenn man die meisten Flüche gesammelt hat.

Die Flüche haben es in sich. Denn gerade die Karten, die Flüche zeigen, sind besonders wertvoll. Da gilt es gut zu planen, ob der Verlust der Punkte durch den Fluch die Pluspunkte wieder wett macht.

Außerdem muss man ständig auf die Gegner:innen schauen, welche Sorten die sammeln und ob es sich noch lohnt beim Sammeln einzusteigen.

Bei zwei oder drei Spieler:innen ist das durchaus spannend bis kurz vor Schluss, bei vier oder besonders bei fünf Spielenden weiß man schon schnell, welche Gegenstände man nicht mehr sammeln muss. Denn er gibt nur Punkte für den, der am meisten hat. Bei Gleichstand – wie gemein – erhält niemand Punkte.

Solche Set-Sammelspiele gibt es ja unzählige. Was macht jetzt dieses besonders? Zum einen die Grafik. Die ist wirklich sehenswert und macht das Spiel zu einem echten Hingucker. Die Qualität des Material ist gut, wenngleich die Figuren der Diebe nicht besonders stabil stehen und im Spiel schon mal auch verwechselt werden können. Wir haben schnell zu normalen Holzpöppel gegriffen, so war es für alle Beteiligten einfacher, sich und vor allem die Position der Mitspieler:innen zu erkennen, was durchaus wichtig ist.

Dass man sich nie nach oben bewegen darf, macht einen besonderen Reiz aus. Presche ich vor, um die lukrativen Karten zu holen, habe ich aber deutlich weniger Züge und kann weniger sammeln. Bleibe ich lange oben, sammle ich viele Karten, aber eben nicht die wirklich guten.

So bleibt es oftmals richtig spannend bis zur überraschenden Schlusswertung. Denn zu Beginn erhält jeder einen Gegenstand geheim. Und der verhindert so manche sicher geglaubte Wertung.

Interessant macht es, dass für einen kleinen Teil der Karten Austausch-Karten mitgeliefert werden, die das Spiel etwas strategischer machen.

 

Fazit
Alles in allem ist 10 Minuten Raub ein kleines aber sehr feines Set-Sammelspiel, das in einer kleinen „kann-ich-überall-mit-hinnehmen“-Schachtel daherkommt, mit toller Grafik aufwartet und nur etwas mehr als 10 Minuten dauert. Für alle Altersgruppen geeignet dank klar erkennbarer Grafik und großen Zahlen.

Unvermeidlich ist bei so einem Spiel dass der/die Startspieler:in einen gewissen Vorteil hat. Aber was soll´s, spielt man eben gleich nochmal.

Meiner Meinung nach für Familien und Gelegenheitsspieler:innen ein wirklich schönes Spielchen für zwischendurch, als Absacker auch für spielverwöhnte Kenner geeignet. Hat seinen Platz im Regal verdient – also unbedingt mal antesten, macht Spaß. Vor allem, da es ja auch irgendwie gemein ist, weil man den anderen die guten Karten vor der Nase wegschnappt und die sich dann herrlich ärgern.

 

Bewertung

+ einfaches Spielprinzip
+ wunderschöne Grafik
+ schnell erklärt und gespielt
+ viel Spiel in kleiner Schachtel
+ viel indirekte Interaktion
– Figuren zu wenig standfest und unterscheidbar
– braucht viel Platz am Tisch

 

Eine Rezension von Gerhard Hany)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familien-Spiel“

  • ... Altersgruppe 8 bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
4.8

10 Minuten Raub (2017)

Spielidee: Nick Sibicky
Grafik: Denis Martynets
Verlag: Leichtkraft-Verlag
Spieler:innenanzahl:  2-5 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer
: 15 Minuten

Generationentauglich: Sehr geeignet für Spieler*innen jeden Alters- klar lesbare Zahlen und gut unterscheidbare Farben mit sehr wertigem Material. Trotz großer Auslage kein Problem zu spielen. Nur die Figuren sollte man austauschen.

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