Im Wettrennen um die Gunst des Königs – Robin von Locksley von Wyrmgold (Rezension)

Robin von Locksley – 2 SpielerInnen – ab 8 Jahren – Uwe Rosenberg/Wyrmgold – pädagogisch wertvoll

Auf den allerersten Blick erinnerte mich Robin von Locksley an das Spiel Targi von Andreas Steiger. Eine Auslage in der Mitte wird umrandet von einer weiteren Auslage und in beiden werden Figuren eingesetzt. Nachdem mich Targi absolut begeistert hat, war klar, dass ich mir auch Robin von Locksley genauer anschaue. Doch der erste Blick hat getrogen. Denn mit Targi hat das Spiel des neuen Verlags Wyrmgold überhaupt nichts zu tun. Dennoch wurde ich nicht enttäuscht.


Das Spiel

Robin von Locksley ist ein Spiel von Uwe Rosenberg, das bei Wyrmgold erschienen ist. Es wird mit 2 SpielerInnen gespielt und ist ab 8 Jahren geeignet.
In Robin von Locksley geht es darum, die Gunst des Königs Löwenherz zu erlangen. Die SpielerInnen versuchen dafür, mit ihrer Robin-Figur in der mittleren 5×5 Auslage passende Beuteplättchen zu sammeln.

Welche Beuteplättchen sie benötigen geben die Bardenfiguren an, die sich auf den als Rand ausliegenden Ruhmesplättchen ein Wettrennen bieten. Die Ruhmesplättchen zeigen zu erfüllende Aufgaben an. So müssen z. B. bestimmte Beuteplättchen gesammelt werden oder Robin muss eine gewisse Position auf dem Spielplan einnehmen. Um die Beuteplättchen zu sammeln wird die jeweilige Robin-Figur wie das Pferd im Schach gesetzt: 2 Schritte in eine Richtung und einen in eine andere – oder umgekehrt. Das Beuteplättchen, auf dem Robin landet, darf genommen werden und das Ursprungsfeld wird neu belegt.

Gelingt es, eine Aufgabe zu erfüllen, darf der Barde sofort ein Feld voranschreiten und eine neue Aufgabe steht bevor. Teilweise sind die Aufgaben schwer zu erfüllen und so gibt es glücklicherweise die Möglichkeit, sich Schritte des Barden zu erkaufen. Hierfür kann man 3, 4 oder 5 Beuteteilen einer Sorte für 1, 2 oder 3 Gold verkaufen. Jedes Gold lässt den Barden einen Schritt voranschreiten.
Ziel des Spiels ist es, sich mit dem Barden als erstes 2x um das Spielfeld zu bewegen. Wem dies gelingt, der hat die Gunst des Königs und das Spiel gewonnen. Außer ein Barde ist so fix unterwegs, dass er den anderen einmal komplett umrundet. Dann hat dieser das Spiel vorzeitig für sich entschieden.

 

Fazit
Set-Collection und Wettrennen in einem. Das ist eine Kombination, die richtig gut gefällt. Dabei wirkt das Spiel nicht überladen, sondern ist schnell erklärt und die Mechanismen greifen wunderbar ineinander. Der Barde besingt die Taten von Robin und Robin muss sich natürlich ganz schön Mühe geben, die geforderten Aufgaben zu erfüllen. Dies ist zwar herausfordernd, doch im Grunde kann immer gehandelt werden. Denn selbst, wenn nicht die passende Beute mit dem Rösselsprung zu erreichen ist, kann bereits die Beute für zukünftige Aufgaben gesammelt werden. Oder man versucht einfach nur an Gold zu kommen und sich die Schritte des Baden zu erkaufen. Es gilt also immer abzuwägen, welche Aufgaben man durch erfolgreiche Taten erfüllen will und welche man mit Gold überspringt.

Dies ist trotz der zufälligen Auslage an Beuteplättchen sehr taktisch und bereitete in unseren Testrunden ausnahmslos allen SpielerInnen große Freude. Dass die Mechaniken wunderbar aufeinander abgestimmt sind, merkt man auch daran, dass die Wettrennen immer nur knapp gewonnen werden. Selbst wenn der Vorsprung des gegnerischen Barden einmal etwas größer ist, kann durchaus sehr schnell wieder aufgeholt und das Spiel sogar noch für sich entschieden werden.
Die Aufgaben sind vielfältig und widersprechen sich teilweise. Das fordert die SpielerInnen heraus und erhöht den Wiederspielwert. Zumal die Ausgaben zufällig ausgelegt werden und somit jede Spielrunde anders aussieht. Auch die Spiellänge lässt sich mit der Auslage anpassen.

Was mir leider nicht so gut gefallen hat, ist die Icon-Sprache. Diese ist für keine der MitspielerInnen gut zu verstehen gewesen. Es wurde immer wieder überlegt, ob das Symbol nun das Kartenset oder eine Einzelkarte meint. Hier wäre es besser gewesen, das Wort „Set“ auszuschreiben, das hätte kaum mehr Platz auf den Plättchen benötigt, aber Missverständnissen vorgebeugt.

Robin von Locksley ist ein Spiel mit taktischer Tiefe, bei dem man Beutesets sammelt und dadurch das Wettrennen um die Gunst des Königs gewinnen kann. Durch die einfach Regeln ist Robin ideal für Familien, zumal durch den Variablen Aufbau und die Mechanismen ein hoher Wiederspielreiz gegeben ist.

 

Bewertung / Test
+ schnell zu erlernen
+ taktisches Spiel mit Wettrennen
+ Mechanismen greifen gut ineinander
+ es kann immer gehandelt werden
+ das Rennen wird meist knapp für sich entschieden
+ Variable Spieldauer
– Symbolsprache nicht intuitiv und missverständlich


(Eine Rezension von Petra Fuchs)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
 “Familienspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4

Robin von Locksley (2019)

AutorIn: Uwe Rosenberg
Grafiker: Maren Gutt
Verlag: Wyrmgold
Spieleranzahl: 2 SpielerInnen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Generationentauglich: Robin von Locksley kann wunderbar mit unterschiedlichen Generationen gemeinsam gespielt werden. Das Spielprinzip kann von Jung bis Alt gut erfasst werden, mit gleichem Spielespaß.

Pädagogisch wertvoll: Das Spiel regt das taktische und logische Denken sowie das abwägen von Entscheidungen an.

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