Hoch die Flossen – Kai Piranja von Abacusspiele (Rezension)

Kai Piranja | Kartenspiel | ab 6 Jahren | 3 bis 6 Spieler:innen | Oliver Igelkaut | Abacus Spiele | generationentauglich

Das Leben im Ozean könnte so harmonisch sein. Große und kleine farbenfrohe Fische schwimmen friedlich miteinander umher. Blöd nur, wenn die gefräßigen Fische auftauchen. Schon ist’s vorbei mit der Harmonie. Und dann gibt’s ja auch noch die Haie!

 


Das Spiel
Kai Piranja
ist ein Kartenspiel von Oliver Igelhaut und bei Abacusspiele erschienen. Es ist für 3-6 Spieler:innen geeignet und kann ab 6 Jahren gespielt werden.

Auf dem Tisch ausgebreitet liegen vor den Spieler:innen eine Menge Karten aus. Diese zeigen ihre Rückseite. Die meisten sind neutral, einige wenige zeigen Gräten. Diese zieht man erst ganz zum Schluss. Die Fische in den Farben blau, grün, gelb und rot sind nicht zu sehen. Wer an der Reihe ist, deckt eine dieser Fischkarten auf und legt sie vor sich ab. Jetzt gilt die Regel „Kopf an Schwanz“: Der neue Fisch darf zur aktuellen Auslage hinzugefügt werden, wenn dieser entweder die gleiche Farbe oder die geiche Größe hat. Natürlich dürfen auch beide Merkmale  übereinstimmen. So entsteht nach und nach eine Kette von bunten Fischen, die den eigenen Fang darstellt. Stimmt keines der Merkmale beim gezogenen Fisch, wird dieser im Uhrzeigersinn weitergegeben. Dort wo er passt, bleibt er. Passt er bei niemandem, schwimmt er direkt in die Schachtel und ist aus dem Spiel.

Die aktive Spieler:in kann jederzeit aufhören und den Fang einholen – also die aktuelle Auslage als Punkte sichern – oder aber das Glück herausfordern und eine nächste Karte ziehen. Das geht so lange gut, bis ein gefräßiger Fisch auftaucht. Der reißt sein Maul weit auf und frisst sich dann von rechts nach links durch die Fischreihe. Dabei verschlingt er alles, was nicht seiner eigenen Farbe entspricht. Im schlimmsten Fall kann das sogar der ganze Fang sein. Seine Beute nimmt er mit und lungert ab sofort neben dem Spiel am Rand. Damit endet auch der Zug der aktiven Spieler:in und weiter geht’s im Uhrzeigersinn. Sammelt jemand drei Karten der gleichen Farbe in einem Fang, dürfen zusätzlich die Beutefische vom Spielrand mit eingesammelt werden. Bei vier gleichen Karten rückt auch der Hai seine Beute raus.

Schnell wird klar: Kai Piranja kitzelt die Mitspieler:innen mit dem Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Risikobereitschaft. Die Person wird am Schluss gewinnen, welche die meisten Fische gefangen hat, denn jeder Fisch ist einen Punkt wert. Wer immer nur auf Sicherheit spielt und schon nach zwei oder drei Fischen lieber den Fang sichert, wird am Schluss wohl nicht die Nase vorne haben. Aber ist man zu gierig, geht man im eigenen Zug vielleicht leer aus. Der Zocker in uns entscheidet. Wer gerne noch eine Extraportion Nervenkitzel will, mischt die vier Haikarten mit ein. Im Gegensatz zu gefräßigen Fischen ignorieren sie konsequent alle Farben und fressen alles auf, was in der Reihe liegt.

Gespielt wird übrigens solange, bis nur noch Fischgrätenkarten in der Tischmitte zu sehen sind. Der nächste gefräßige Fisch, der aufgedeckt wird, beendet dann die Runde und es wird gezählt. Fressen und gefressen werden – klingt das nicht ein bisschen zu blutrünstig für ein Spiel ab 6 Jahren? Keine Sorge. Illustrator Oliver Freudenreich hat die Karten  in einem liebevollen Comicstil illustriert. Das ist kindgerecht. Und das Thema verblasst zudem eh hinter dem Hauptmechanismus, dem Herausfordern des eigenen Glücks.

 

 

Fazit
Als Familienspiel macht Kai Piranja nichts falsch, aber so richtig innovativ ist das alles nicht. Freude, Ärger und Schadenfreude sind wichtige Bestandteile des Spiels. Ich denke, dass vor allem gemischete Gruppen mit Kindern und Erwachsenen zusammen an dem Spiel Spaß haben werden. Damit findet es einen Platz auf der Liste der Mehrgenerationenspiele.

Die Regeln sind total zugängig, neuen Mitspieler:innen finden sich schnell zurecht und eine Runde ist kurzweilig und schnell vorbei. Somit können auch Kinder im Vorschulalter locker mitspielen. Ein bisschen Ärgerfaktor ist auch dabei. Denn wer wagt, muss nicht immer nur gewinnen. Also aufpassen auf das eigene Temperament. In seinem Thema und durch die Illustrationen erinnert Kai Piranja an den Kinderkartenspielklassiker Kleine Fische – sicher eine gute Referenz für unkomplizierten Unterwasserspaß.

 

 

Bewertung / Test:
+ einfache Regeln
+ schnell gespielt
+ Nervenkitzel
+ bis zu sechs Mitspieler:innen
+ Illustrationen im Comicstil
+ keine Wartezeiten
– erst ab drei Spieler:innen
– Langzeitmotivation je Altersgruppe unterschiedlich

 

(Eine Rezension von Oli Clemens)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kartenspiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
3.5

Kai Piranja (2020)

Spielidee: Oliver Igelhaut
Grafik: Oliver Freudenreich
Verlag:  ABACUSSPIELE
Spieler:innenanzahl: 3-6 Spieler:innen
Altersempfehlung Verlag: Ab 6 Jahren
Eigene Empfehlung: Kinder im Vorschulalter haben mit den Regeln wohl auch keine Probleme
Spieldauer
: 15 Minuten

Generationentauglich: auf jeden Fall

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