Ex Libris | Dideldum & Dideldei – passende Worte für jeden Anlass (Rezension)

Ex Libris  von Adam P. Mc Iver | Schwerkraft Verlag | für 1 bis 4 SpielerInnen | ab 12 Jahren

Wer wollte nicht immer schon mehr erfahren über Die Stadt OBEN oder das Sagenhaft Valeria oder mal einen Blick in des Jodelwörtbuch werfen oder wissenwie man X-Beine gerade biegen kann. Eventuell braucht ihre Ideen für das nächste Mittagessen, dann werft einen Blick in Gurken, Möhren und anderes Killergemüse. Auch für die leichte Koste etwas dabei Faire Brettspieler & andere Verlierer.

In Ex Libris von Adam McIver versuchen wir unser Bücherregal mit zahlreichen Werken aus unterschiedlichen Kategorien zu bestücken, um am Ende die meisten Siegpunkte dafür sammeln zu können.

Zu Beginn eines Spieles erhält jede/r SpielerIn das persönliche Schwerpunktthema, das bevorzugt gesammelt werden soll, ebenso wählt man aus 12 Bibliotheksplättchen eine aus, die jeder/m SpielerIn zusätzliche Fähigkeiten für das Spiel verleihen. Für alle Spieler gibt es eine gemeinsame besonders beliebte Kategorie, aber auch verbotene Bücher, die man nicht in seinem Regal haben möchte.

Doch wie kommt man nun an die Buchkarten? Zu Beginn hat jeder bereits eine Starthand. Im Spiel gibt es immer wieder wechselnde Orte, die besucht werden können, um Karten zu bekommen. Entweder bereits offenausliegende oder vom verdeckten Nachziehstapel. Nach und nach werden die Helfer (Spielfiguren) in die einzelnen Orte eingesetzt, um die Aktion ausführen zu können. Manche Aktionen werden sofort ausgeführt und sind dann auch für andere nicht mehr nutzbar. Die restlichen Orte sind nummeriert und werden nach dem Einsetzen aller Helfer in aufsteigender Reihenfolge abgearbeitet.

Welche Orte kann man besuchen? So gibt es den Flohmarkt, auf dem man eigene Karten loswerden kann und dafür neue erhält. Man darf die Müllhalde (Ablagestapel) durchsuchen. Man kann in der Spielhölle mit Glück viele Karten erhalten.Im Antiquariat stöbern, eine Bücherspende tätigen oder in der Schreinergilde sein Regal in Ordnung bringen. Dies sind nur ein paar der fast 20 Orte, die teilweise nur für eine Runde zur Verfügung stehen.

Und wie baut man nun sein Regal? Die gesammelten Buchkarten legen die SpielerInnen vor sich in einem Raster mit maximal 3 Reihen vor sich ab. Das wichtigste dabei ist natürlich die alphabetische Sortierung, schließlich möchte sich jeder Bücherwurm in seinem Regal schnell zurecht finden! Damit es nichtzu instabil wird darf das Regal maximal drei Reihen hoch sein. Alle Bücher, die einsortiert werden, müssen irgendwo an eine andere Karte angrenzen. Das Spiel endet je nach Spieleranzahl mit einer bestimmten Anzahl an Bücherkarten im Regal.

 

Nun folgt die Schlusswertung! Bücher, die falsch einsortiert wurden sorgen leider für Minuspunkte, ebenso die verboteten Bücher. Pluspunkte gibt es natürlich für die beliebten Bücher und das eigene Schwerpunktthema, sowie für die Stabilität des Regals und die Vielfalt in den gesammelten Werken! Wer nach der Bewertung die meisten Siegpunkte sammeln konnte, hat den Sitz des Großen Bibliothekars im Stadtrat zukünftig sicher!

 

Fazit

Das Spiel Ex Libris hat einen simplen Workerplacement Kernmechanismus. Dennoch gilt es die Feinheiten der Orte zum richtigen Zeitpunkt zu nutzen und seine Helfer strategisch sinnvoll einzusetzen. Die gelungenen und detailreichen Gestaltungen der Ortskarten und die teilweise irrwitzigen Buchtitel helfen, sich die geringen Downtime zu vertreiben.

Natürlich hat das Spiel einen gewissen Glücksfaktor, denn wann welche Orte kommen, ist zufällig. Ebenfalls gibt es bei 157 Buchkarten auch immer wieder die, die gerade gar nicht passen!

Der Interaktionsgrad ist hier sehr hoch, da man immer wieder schauen muss, welche Aktionen der andere plant , vielleicht auch welche Kategorien meine Mitspieler sammeln oder wie ich ihnen geschickt die verboteten Bücher unterjubeln kann.

Der Wiederspielreiz ist bei diesem Spiel extrem hoch. So braucht es alleine schon 12 Partien, um alle Bibliotheksfähigkeiten einmal selbst ausprobiert zu haben und auch diese spielen sich immer anders je nachdem was sonst noch im Spiel ist. Auch die fast 160 Buchkarten kommen nicht immer alle zum Einsatz. Das Auftauchen und somit auch Verbleiben der Orte ist ebenfalls in jeder Partie anders. So steckt in jeder neuen Runde Ex Libris wieder das neue Entdecken der Orte und Bücher. Auch wenn mal gerade keine Mitspieler da sind, bietet Ex Libris eine sehr gelungene Solovariante.

 

Bewertung/Test

+ im Prinzip ein simpler Kernmechanismus

+ ansprechendes Design

+ unverbrauchtes Thema

+ detailreiche Gestaltung

+ gute Solo Variante

+ Regelheft struktiert

+ hoher Wiederspielreiz

 

– Einstiegshürde eher hoch, man muss sich an die ständig wechselnden Aktionen der Orte gewöhnen

– die witzigen Buchtitel nutzen sich eventuell nach ein paar Runden ab

 

(Eine Rezension von Julia Schneider)

 

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Kennerspiel”

  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
4.3

Ex Libris (2018)

Autor: Adam P. Mc Iver

Grafik: Jaqui Davis, Adam P. Mc Iver, Anita Osburn

Verlag: Schwerkraft-Verlag

Spieleranzahl: 1-4 SpielerInnen

Altersempfehlung Verlag: ab 14 Jahren

eigene Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 45 Minuten

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