Ein Versteigerungsspiel für Familien – Daddy Winchester von Huch! (Rezension)

Daddy Winchester: ein Familienspiel | ab 8 Jahren | 3 bis 5 Spieler*innen | Jérémy Pinget / Huch | generationentauglich

Geld bekommen und Geld ausgeben, das macht beides Spaß. In diesem Versteigerungsspiel hat jeder andere Schwerpunkte für den Sieg. Zocken oder Stoppen?

 

Das Spiel:
Daddy Winchester ist ein Familienspiel von Jérémy Pinget und bei Huch! erschienen. Es ist für 3 – 5 Spieler*innen geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.

Der Spielplan zeigt eine Landschaft mit verschiedenen Parzellen, manche tragen Bonus-Chips, manche Karten mit versteckten Belohnungen. Dazu gibt es öffentliche Karten mit Sammelaufgaben (“Aufträge”), deren Erfüllung ganz schön Geld bringt und persönliche Aufgabenkarten, die geheim gehalten werden.

Die Parzellen werden nach Losverfahren versteigert und sie sind für jeden unterschiedlich wichtig. Aus Gier oder aus taktischem Kalkül steigt der Preis gnadenlos. Die Währung sind 1.000-Dollar-Scheine, die sich durch ihre Größe richtig wertig anfühlen. Der/die Höchstbietende zahlt aber nicht in eine Kasse, sondern verteilt das Geld an die Mitspieler*innen. Überbieten sich also zwei Spieler*innen im Wettstreit, profitieren die Mitspieler*innen, auch der/die Unterlegene. Diese haben dann für die nächste Versteigerung gleich wieder mehr Geld in der Hand. Geht der Verkaufspreis nicht auf bei der Verteilung, kommt der Rest in den “Saloon”. Einmal im Spiel kann man den Duell-Chip einsetzen und eine laufende Versteigerung verfrüht stoppen. Zwei Karten, die ein*e Unbeteiligte*r verteilt, bestimmen den Sieger des Duells.

An das Geld aus dem Saloon kommt man durch eine Art der Chips, die auf den Parzellen liegen und die dann an den/die neue*n Besitzer*in gehen. Mit anderen Chips darf man entweder eine der verdeckten Karten anschauen, das können Belohnungs- oder Auftragskarten sein oder -mit der dritten Sorte- das Schiff oder die Lok auf dem Spielplan beliebig bewegen. Dann werden für die anliegenden Parzellen jeweils 1.000 Dollar ausbezahlt.

Mit den öffentlichen und geheimen Auftragskarten bringen bestimmte Kombinationen von Parzellen belohnt oder auch bestimmte Eigenschaften wie die Lage am Fluss oder an den Schienen.

Nachdem alle Parzellen zur Versteigerung aufgerufen waren, endet das Spiel. Die geheimen Auftragskarten werden ausgewertet und es gewinnt der Spieler mit dem meisten Geld.

Zu Recht ist “Daddy Winchester” als Familienspiel eingeordnet. Die Erwachsenen können durchdacht kalkulieren, trotzdem nicht unbedingt damit gewinnen. Kinder werden gefordert, aber immer wieder belohnt: Beim stolzen Kauf einer Parzelle oder beim stillen Einkassieren, wenn andere die Versteigerung gewinnen. Trotzdem ist es nicht banal: Die Aufträge sind im Blick zu behalten und das Verhalten der Mitspieler*innen. Diese Mischung aus Taktik, Glück und Interaktion macht Spaß. Und: Es geht nicht um die weit verbreiteten Siegpunkte, es geht um Geldscheine, die sich häufeln und zählen lassen. Das ist doch viel attraktiver als Siegpunkte. Bei Monopoly macht das einen Hauptreiz aus. Aber bitte keinen Vergleich mit Monopoly, auch wenn es um Grundstücke und Geld geht: Dies hier ist viel netter. Für eine reine Erwachsenenrunde ist “Daddy Winchester” zu einfach und kindgerecht, aber diese ist auch nicht die Zielgruppe für dieses Spiel.

Das Material ist liebevoll gestaltet. Natürlich sind Lok und Schiff als 3D-Pappmodell überproduziert, es macht für das Spiel nicht mal einen Unterschied, wo sie stehen, weil man sie beliebig bewegen oder auch stehen lassen kann. Aber sie sind optisch schön und peppen das sonst eher abstrakt wirkende Spiel thematisch auf. Zusammenbauen sollte die Modelle aber ein Erwachsener.

Karten und Pappmarken sind angemessen groß, gut zu greifen. Die Ikonografie schnell erlernt und stimmig. Die Anleitung geht nur über drei Seiten, dabei ist schon das Glossar erhalten, das alle Symbole und Karten erklärt. Es ist nur nicht der Fall geregelt, wenn auf eine Parzelle niemand bietet. Das hatten wir schon. Einfach zurückstellen bis zum Schluss war bei uns dann die Vereinbarung.

 

Fazit:
“Daddy Winchester” ist ein schön gestaltetes Versteigerungsspiel, das durch verzahnte Mechaniken selten frustriert, aber oft belohnt. Die wertige Aufmachung und die großen Geldscheine dürften viele Kinder begeistern, auch Erwachsene langweilen sich nicht.


Bewertung / Test:
+ schön gestaltetes Familienspiel
+ Mechanik und Material für Kinder reizvoll
+ schnell erlernbar

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4

Daddy Winchester (2020)

Spielidee: Jérémy Pinget
Grafik: Sylvain Aublin
Verlag: Huch!
Spieler*innenanzahl: 3 – 5 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 30-40 Minuten

Generationentauglichkeit: Ja, Material übersichtlich. Pappmarker groß genug, um sie gut greifen zu können.

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