Ein Solospiel für nur ein Hand – Palm Island von Kosmos (Rezension)

Palm Island – Solospiel – ab 10 Jahren – 1 bis 2 SpielerInnen – Jon Mietling/Kosmos

Ich bin kein Fan von Solospielen. Immer wieder habe ich mich daran versucht, Gesellschaftsspiele zu spielen, die man alleine spielen kann. Aber bisher hatte mich noch kein Spiel so gepackt, dass ich es wieder spielen würde. Das gemeinsame Spiel mit anderen Menschen ist mir dann doch so wichtig und ein bedeutendes Grundelement bei Gesellschaftsspielen.
Wenn meine Einleitung so beginnt, dann ahnt Ihr es schon. Ich habe tatsächlich ein Solospiel gespielt, dass mir gefällt. Und das war eigentlich eher ein Versehen. Denn es kann es mit 1 bis 2 SpielerInnen gespielt werden und die Solovariante habe ich nur ausprobiert, um die Regeln kennenzulernen. Und dann habe ich es nochmal und nochmal gespielt. Und nochmal. Keine Ahnung wie oft. Über die Solovariante bin ich bis heute auf jeden Fall nicht hinausgekommen.

 

Das Spiel
Palm Island ist ein Spiel von Jon Mietling, das bei Kosmos erschienen ist. Es kann Solo oder mit 2 SpielerInnen gespielt werden und ist ab 10 Jahren geeignet. Diese Rezension bezieht sich rein auf das Solospiel.
Zu Beginn werden die Karten des Kartendecks alle auf die Startposition gedreht und gut gemischt. Dann nimmt man das Deck auf die Hand und los geht’s. In Palm Island versucht man so viele Siegpunkte wie möglich zu generieren, indem man Ressourcen sammelt, den Handel ankurbelt und Gebäude baut. Dazu stehen im Deck verschiedenste Karten zur Verfügung, wie z. B. Fischfang und Holzfäller, mit denen man an die Ressourcen Holz und Fisch kommt, Handelsposten, die einen Ressourcen tauschen lassen oder Tempel, die erbaut und ausgebaut werden können.

In seinem Zug darf man immer eine Aktion der ersten beiden Karten nutzen. Ist ein grüner Pfeil abgebildet, darf die Karte einmal nach rechts gedreht und hinter den Stapel gesteckt werden. Dabei kommen Rohstoffe zum Vorschein (Aktion lagern). Spielt man z. B. die Fischerei, steht einem nun ein Fisch zur Verfügung. Für viele Karten werden diese Rohstoffe benötigt, um deren Aktionen ausführen zu können. Nutzt man einen Rohstoff, wird die Karte einfach wieder zurückgedreht.

Der gelbe Pfeil lässt die Karte einmal rotieren, also auf den Kopf stellen. Nutzt man diese Aktion, kommen meist mehr oder bessere Ressourcen wie Steine zum Vorschein. Die Rohstoffe einer soeben gedrehten Karte kann man allerdings erst lagern, wenn sie wieder vorne im Stapel erscheint. Denn egal welche Aktion man nutzt, Karten werden hinter den Stapel gelegt. Und kann man einmal keine karte nutzen, darf die erste Karte ungenutzt nach hinten wandern.
Der blaue Pfeil lässt die Karte wenden. Nicht nur verbesserte Ressourcen oder Gebäudetypen erhält man dann, sondern auch die heiß begehrten Siegpunkte.

Palm Island wird über 8 Runden gespielt. Dies zeigt die Rundenkarte an, die zu Beginn hinter den Stapel gelegt wurde. Erscheint die Karte, wird sie auf die nächste Rundenzahl gedreht und wieder hinter den Stapel gelegt. Sind 8 Runden zu Ende, zählt man alle Siegpunkte, die nun links neben dem Kartennamen zu sehen sind. Eine Tabelle zeigt einem schließlich, wie gut man war.
Palms Island kann auch zu zweit gespielt werden. Hier hat jeder sein eigenes Deck zur Verfügung und es wird zeitgleich gespielt. Allerdings kommen nun noch Katastrophen und eine Gemeinschaftskarte ins Spiel. Gemeinsam wird so dann versucht, möglichst viele Punkte zu ergattern.

 

Fazit
Es hat seinen Grund, dass ich Palm Island als Solospiel vorstelle. Denn meiner Meinung nach ist Palm Island das ideale Spiel für nur eine Person. Es hat mich sofort gefesselt. So sehr, dass kein Verlangen mehr aufkam, es zu zweit zu spielen.
Das Spielprinzip gefällt mir wirklich gut und ich bin überrascht, was man aus ein paar wenigen Karten herausholen kann. Dass Palm Island dann nur in der Hand liegend gespielt werden kann, ist grandios. Es lässt sich überall mitnehmen und spielen, im Wartezimmer, im Zug. Und obwohl wir hier nur ein paar Karten vor uns haben, ist ein strategischer Leckerbissen entstanden. Denn Palm Island ist gar nicht so einfach.

Es gilt gut zu überlegen, welche der beiden Karten ich nun nutze. Gebe ich Ressourcen aus, um eine Karte zu verbessern oder lagere ich lieber noch mehr? Da das Lager mit 4 Karten begrenzt ist, kann ich nicht schalten und walten wie ich will und sollte Holz, Fisch und Steine geschickt einsetzen. Warte ich zu lange, wird es ärgerlich, denn tauchen Ressourcen vorne im Stapel wieder auf, verfallen sie wieder.
Natürlich ist Palm Island auch ein wenig glückslastig. Denn wenn ich so blöd gemischt habe, dass nur Gebäude hintereinander liegen, ist es um einiges schwerer, diese aufzuwerten. Bis sie auftauchen sind viele der Ressourcen schon wieder verbraucht und meist reicht es dann auch nur für eine Aufwertung. Besser läuft es daher, wenn die Kartentypen durcheinander im Stapel auftauchen. Doch die Zusammenstellung der Karten trägt auch zum Wiederspielwert bei. Schließlich weiß man, dass es im nächsten Spiel besser laufen kann und den eigenen Highscore will schließlich jeder knacken.

Und wird es einem dann noch zu langweilig, kann man auf die Errungenschaftskarten spielen. Das sind Ziele, die man erreichen kann und die bei Erreichen tolle Boni fürs nächste Spiel geben. Einige der Errungenschaften sind so schwer zu schaffen, dass ich auch nach ca. 20 Spielen nur die Hälfte frei geschalten habe. Und das ist richtig cool. Schließlich will man es anspruchsvoll haben. Allerdings kann ich nicht empfehlen alle erreichten Boni in den folgenden Spielen einzusetzen. Denn dadurch wird Palm Island wieder um einiges einfacher. Ich setze daher immer nur höchstens eine BonusKarte ein. Und wer es richtig herausfordernd will, der sollte wie von Kosmos empfohlen einfach keine Errungenschaftskarte verwenden.

Palm Island hat mich als Solospiel so sehr überzeugt, dass ich kein Bedürfnis habe, es zu zweit zu spielen. Es ist schnell gespielt, herausfordernd und kann überall ausgepackt werden. Es kann auf ganzer Linie empfohlen werden und dürfte sogar manch einem Handyspiel den Rang ablaufen.

 

Bewertung / Test
+ schnell zu erlernen
+ kurze Spieldauer
+ sehr hoher Wiederspielwert
+ liegt in einer Hand und kann überall mitgenommen werden
+ strategisch und anspruchsvoll


(Eine Rezension von Petra Fuchs)

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Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Solospiele”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
4.8

Palm Island (2019)

Autor: Jon Mietling
Grafik: Jon Mietling
Verlag: Kosmos
Spieleranzahl: 1-2 SpielerInnen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 15 Minuten

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