Ein gar nicht nebulöses Legespiel: „Die Inseln im Nebel“- von „Schmidt Spiele“ (Rezension)

Die Inseln im Nebel, ein Familienspiel | ab 10 Jahren | 2 bis 4 Spieler*innen | Volker Schächtele/Schmidt Spiele | generationentauglich

Dies ist eines der Spiele, die bei uns oft auf den Tisch kommen, weil es ausgewogen ist zwischen Taktik und Glück, weil es kein Hirnverzwirbler ist und weil es sich gemütlich spielt.

 

Das Spiel:
Die Inseln im Nebel
 ist ein Familienspiel von Volker Schächtele und bei Schmidt Spiele erschienen. Es ist für 2 – 4 Spieler*innen geeignet und kann ab 10 Jahren gespielt werden.

Die vier Spielpläne, eines für jede*n Spieler*in, haben auf der Rückseite unterschiedliche Aufteilungen. Wir beginnen aber mit den Vorderseiten, die ist für jede*n gleich. Ebenso die Startposition für jede Spielfigur, die einen Ballon darstellen soll. Zudem bekommt jede*r ein anderes Startplättchen, das zunächst auf eines der Okularfelder gelegt wird.

Dann gibt es eine Auslage von Wolken, auf die jeweils ein Landschaftsplättchen gelegt wird, zufällig gezogen aus dem Stoffsack.

Zuerst geht es darum, wohin der Wind den Ballon fahren lässt. Der Startspieler darf sich nämlich als Erste*r eine Wolke aussuchen, von dem er/sie die Plättchen nimmt, aber der/die Letzte bestimmt mit dem Würfelwurf, wohin die Reise geht und welchen Bonus es gibt. Es ist erlaubt, jeden Würfel ein zweites Mal zu werfen, falls das Ergebnis zuerst unbefriedigend ist.

Die Zahl auf dem Feld wo der Ballon steht, bestimmt, wie weit der Ballon fährt. Die Windrose in welche Richtung. Man kann wertvolle Energiepunkte ausgeben, um den Ballon zu bremsen, zu beschleunigen oder in eine ganz andere Richtung fahren zu lassen.

Nachdem nun die Plättchen genommen sind und auf freie Okularfelder gelegt wurden, darf man um seinen Ballon herum eigene Plättchen ablegen. Diese sollten zur nächstgelegenen Küste passen, zueinander passen und vielleicht auch noch Bonusfelder abdecken. Um das zu schaffen, bedarf es etwas Planung und etwas Glück.

Zur nächsten Runde werden wieder Plättchen auf die Wolken gelegt. Weil es mehr Wolken als Mitspieler gibt, liegen auf manchen Wolken mehrere Plättchen. Beim Nehmen hat man die Wahl, ob man Plättchen in den Beutel zurückwirft und die aufgedruckte Zahl als Energiemenge verbucht.

Nun wird geschaut, wessen Ballon auf dem Plättchen mit der höchsten Zahl liegt. Das bestimmt den Startspieler für die nächste Runde, was die beste Auswahl beschert, aber den Ballon auch besonders weit fahren lässt. Neben den Landschaftsplättchen gibt es auch Statuen (da ist es wichtig, die Mehrheit zu haben, das gibt viele Punkte), Stadtplättchen (das gibt Punkte pro umliegendes Landschaftsplättchen) und auch Jokerplättchen, die für jede Landschaft stehen können.

Das Spiel endet, sobald jemand alle Küstenabschnitte mit Landschaftsplättchen verbunden hat. Das kann man hinauszögern oder es geht auch mal überraschend schnell. Die Punktewertung wird dann mit Hilfe eines schön gestalteten Blocks abgerechnet.

Enthalten sind noch zwei Module, die das Grundspiel erweitern. Uns gefällt das Spiel an sich so gut, dass wir sie auch nach vielen Partien noch nicht hinzugenommen haben.

Interaktion gibt es bei der Auswahl der Plättchen. Es macht Sinn, zu schauen, was die Mitspieler*innen so treiben. Doch die Konzentration liegt auf dem eigenen Spielfeld. Das reduziert den Ärgerfaktor. Man schaut eher, was man mit dem Vorgegebenen sinnvoll anfangen kann und plant und puzzelt gemütlich vor sich hin.

Die Anleitung ist gross, übersichtlich und in grosser Schrift. Auf der Rückseite gibt es nochmal eine Übersicht und wichtige Punkte, welche gern vergessen werden. Vorbildlich!

Das Material ist gut greifbar, gross genug, bis auf den Energiemarker. Hier ist das einzige Manko: er ist klein und kann leicht verrutschen. Er liegt unterhalb der Skala und verdeckt leicht die Zahl darüber. Das ist nicht weiter schlimm, aber es hindert mich daran, das Spiel als voll generationentauglich zu bewerten.

 

Fazit:

Ein schön gestaltetes Legespiel mit einer gesunden Mischung aus Taktik und Glück. Vom Spielgefühl her mit Carcassonne vergleichbar.

 


Bewertung / Test:
+ angenehmes, ruhiges Spielgefühl
+ Taktik und Glück ausgewogen
+ leicht erlernbar
+ vorbildliche Anleitung
– Energiemarker zu klein, verrutscht leicht

 

 

(Eine Rezension von Paul Theisen)


Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Familienspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altergruppe 50 bis 75 Jahre
  • ... Altersgruppe ab 76 Jahre
4.3

Die Insel im Nebel (2019)

Spielidee: Volker Schächtele
Grafik: Michael Menzel
Verlag:  Schmidt Spiele
Spieler*innenanzahl: 2 – 4 Personen
Altersempfehlung Verlag: Ab 10 Jahren
Eigene Altersempfehlung: Ab 8 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten

Generationentauglichkeit: ja, bis auf den fummeligen Energiemarker

 

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