Domino Day für zu Hause – Domino Maze von Think Fun (Rezension)

Domino Maze | Logikspiel| ab 8 Jahren | 1 Spieler*in | Raphael Meyers | Think Fun| pädagogisch wertvoll

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als Ende der 90er Jahre dieses neue Format im Fernsehen zu sehen war. Wie ein Magnet zog der Domino Day Alt und Jung vor den Fernseher. Monatelang bereiteten sich verschiedene Nationen auf diesen Tag vor, mit dem Ziel, einen neuen Rekord aufzustellen. Damals träumten viele davon da dabei zu sein. Dank Think Fun darf nun jeder tüfteln, grübeln , ausprobieren. Denn der Domino Day kommt endlich zu uns nach Hause!

 

Das Spiel:
Domino Maze 
ist ein Logikspiel von Raphael Meyers und bei Think Fun erschienen. Es ist für 1 Spieler*in geeignet und kann ab 8 Jahren gespielt werden.
60 Karten, 60 Aufgaben, die gemeistert werden sollen. Die Grundregel dabei ist einfach.

Man nimmt sich eine Karte, steckt das, was vorgegeben ist auf das Spielbrett und baut die Dominosteine so auf, dass die Zieltore getroffen werden. Man muss einen Startstein (grün) und weitere blaue Steine richtig auf dem Spielbrett platzieren, sodass das Ziel/die Ziele in richtiger Reihenfolge getroffen werden kann/können. Das klingt doch erst mal gar nicht so schwer. Oder?

Aber Domino Maze wäre ja kein Logikspiel, wenn nicht eine gewisse Logik zur Lösung der Aufgaben vorhanden sein müsste. Denn die einzelnen Schritte müssen gut durchdacht werden. Es geht nicht immer nur von A nach B. In der sehr gut eingeräumten Schachtel, es findet wirklich alles seinen Platz, findet man nicht nur Dominosteine, sondern auch drei Zieltore (davon muss man, je nach Aufgabe eine, zwei oder drei treffen), zwei Drehkreuze, ein Blockierstein, zwei Wände und es geht sogar über eine Treppe in manchen Aufgaben in eine weitere Etage. Die Aufgabenkarten sind in vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen unterteilt. Wobei, meiner Meinung nach, jetzt nicht unbedingt alle Aufgaben aus der Kategorie “Beginner” auf Anhieb zu lösen sind. Doch keine Angst, am Anfang sind die Aufgaben noch recht gut zu schaffen. Auch zwischendurch sind immer wieder einfachere dabei.

Nun aber zum Spielablauf einer Aufgabenkarte: Man muss, wie auf der jeweiligen Karte abgebildet, den grünen Startstein, das oder die Zieltor(e) und sonstiges Material, das vorgegeben ist, an die Stellen stecken wie sie auf der Karte zu sehen sind. Danach legt man sich alles Weitere zurecht, was zum Erfüllen für die Karte erforderlich ist. Dies ist im unteren Teil der Karte zu sehen. Es ist genau vorgegeben, wie viele Dominosteine, Drehkreuze usw. zur Verfügung stehen. Doch aufgepasst! Die Dominosteine können nur in eine Richtung fallen. Dies ist am Kopf gut zu erkennen. Man muss aber bei jedem Platzieren der Steine darauf achten, dass er auch in die richtige Richtung sieht.

Hat man alle vorgegebenen Elemente auf das Spielbrett gebaut, kann es auch schon mit dem Versuch, das Rätsel zu lösen, losgehen. Mir fiel es leichter, wenn ich zuerst in Gedanken verschiedene Möglichkeiten durchgegangen bin. Denn das Aufbauen der Steine ist gar nicht so einfach. Denn macht man auch nur eine klitzekleine unwillkürliche Bewegung… zack… schon setzt der Dominoeffekt ein. Und das kann dann schon sehr ärgerlich sein.

Ist aber alles verbaut und die Steine stehen da, wo man meint, dass alle Steine richtig stehen, wird der grüne Stein angestupst und schon kann man die Steine klacken hören. Sofern die Aufgabe richtig gelöst wurde. Sind alle Steine umgefallen, und die Zieltore wurden in richtiger Reihenfolge getroffen, hat man es geschafft. Auf der Rückseite ist immer der beste Lösungsweg angegeben.

 

Fazit:
Am Anfang hat mich das Spiel echt begeistert. Domino fand ich als Kind schon immer toll. Auch meine Mitspieler*innen waren sofort Feuer und Flamme als sie das Wort “Domino” hörten. Doch das Resultat war ernüchternd. Natürlich wird die Konzentration und die Ausdauer gefördert. Und ebenso auch das logische Denken, da man ja immer wieder vor eine neue Herausforderung gestellt wird und geeignete Lösungswege finden muss. Jedoch ist es bei vielen Aufgaben schon sehr mühselig, die Steine aufzubauen und diese dann nicht unabsichtlich umzustoßen. Wird die Treppe eingesetzt, laufen einige Wege unter der Treppe durch. Man muss sich also vorher gut überlegen, wie man welche Steine zuerst aufbaut. Da haben Kinderhände eindeutig einen Vorteil. Unter dem Spielbrett sind Noppen, damit das Brett nicht so leicht verrutschen kann. Das macht ja durchaus Sinn und die Macher haben sich dabei auch was gedacht. Das heißt aber auch, dass man es schlecht drehen kann. Aber drehen ist bei dem Spiel sowieso nicht zu Empfehlen, da die Steine ziemlich schnell fallen. Geeignet wäre ein Tisch, der von allen Seiten zugänglich ist.

Da das Material aus Plastik besteht, hält es auch einige Zeit. Jetzt vom Umweltgedanken mal abgesehen. Jedoch würde ich es ungeduldigen Kindern nicht alleine überlassen, da manche Gegenstände, wie die Zieltore, an den Füßen leicht abbrechen können, wenn man sie aus dem Spielbrett zieht. Auf den Karten sind nur englische Begriffe. Das stört weniger, auch wenn man der englischen Sprache nicht wirklich mächtig ist. Die Begriffe wiederholen sich ständig, die Gegenstände sind im Regelbüchlein in mehreren Sprachen gut erklärt. Es heißt zwar, dass dieses Spiel nur für eine Person angedacht ist. Man kann aber daraus auch super eine Partnerarbeit entstehen lassen. Auch wenn ich die Grundidee wirklich klasse finde, hat mich Domino Maze am Ende leider nicht überzeugt.

 

Bewertung / Test:
+ Domino begeistert Alt und Jung
+ Es fördert nicht nur die Logik, sondern auch die Feinmotorik
+ Man kann es Solo spielen, aber auch zu einer Partnerarbeit umwandeln
– Teilweise instabiles Material
– Frust setzt schnell ein, wenn man ungewollt an einen Stein kommt und alle anderen mitfliegen
– Viele Aufgaben sind schwierig zu erfüllen und erfordern sehr viel Geduld

 

 

(Eine Rezension von Christiane Köstlinger)

Wichtige Informationen zu unseren Rezensionen (KLICK)

 

Die folgende Bewertung erfolgt innerhalb der Kategorie:
“Logikspiel”

  • ... Altersgruppe bis 12 Jahre
  • ... Altersgruppe 13 bis 49 Jahre
  • ... Altersgruppe 50 bis 75 Jahre
3.3

Domino Maze (2019)

Spielidee: Raphael Meyers
Grafik: Matt Dartford
Verlag:  Think Fun
Spieler*innenanzahl: 1 Spieler*in
Altersempfehlung Verlag: Ab 8 Jahren
Eigene Empfehlung: Ab 8 Jahren
Spieldauer
: ab 10 Min.

Generationentauglich: Eher nein. Man braucht, um die Dominosteine zu platzieren, eine kleine und ruhige Hand. Ältere Menschen könnten hier wohl nur als Berater fungieren.

Pädagogisch wertvoll: Auf alle Fälle. Es wird nicht nur Ausdauer und Konzentration gefördert, sondern auch Selbständigkeit. Es wird geübt, Probleme logisch zu lösen. Jedoch ist es nötig, dass man eine gewisse Frustationstoleranz und sehr viel Geduld besitzt.

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